Der Ausom L1 ABE mit 20,8 Ah Akku ist einer der spannendsten E-Scooter mit Straßenzulassung in der Preisklasse bis 700 Euro. Vollfederung, fast 1.000 Wh Kapazität, integrierte Blinker und die eKFV-konforme ABE — das ist eine Ausstattung, die sonst deutlich teurere Modelle vorbehalten ist.
Ich habe den L1 ABE mehrere Wochen im Alltag gefahren: Kopfsteinpflaster, Steigungen, nasse Straßen. In diesem Testbericht zeige ich dir, für wen der Ausom L1 wirklich die richtige Wahl ist — und wo er seine Grenzen hat.
Erster Eindruck zum Ausom L1 ABE
Der Ausom L1 ABE erreicht mich per FedEx aus einem EU-Lager — die Lieferzeit ist überschaubar, ein paar Tage sollte man aber einplanen. Die Verpackung ist solide: Der Scooter steckt sicher in Styropor eingebettet, im Karton liegen außerdem Ladegerät, Werkzeug, drei NFC-Keys und das ABE-Dokument für die Versicherung.
Wer den Karton alleine stemmen will, sollte sich das zweimal überlegen. Immerhin sprechen wir hier von rund 30 Kilogramm – das merkt man schon beim Auspacken.
Beim Aufbau des Ausom L1 ABE solltest du etwas Zeit einplanen
Der L1 kommt nicht komplett fertig montiert. Lenker und Display müssen verschraubt werden — das nötige Werkzeug liegt bei. Außerdem gibt es Abdeckungen für die Schrauben und am Trittbrett kann man optische Abdeckungen anbringen – das haben wir für unseren Test nicht gemacht, da sie uns nicht gefallen haben.
Der Aufbau ist kein Hexenwerk, nach etwa 15 Minuten steht der Scooter fahrbereit vor dir. Direkt danach lohnt es sich, den Reifendruck zu prüfen und die Federhärte auf dein Gewicht einzustellen. Am besten nutzt du eine elektrische Luftpumpe, um den perfekten Reifendruck zu erzielen.
Steht der L1 dann erst mal vor dir, macht er einen recht wertigen Eindruck. Der Rahmen wirkt massiv, die Spaltmaße sind sauber, nichts klappert. Das graue Design mit den gelb-orangen Akzenten ist nicht jedermanns Sache — aber es passt zum Charakter dieses Scooters. Kein schlanker City-Roller, sondern ein robuster Allrounder mit klarer Offroad-DNA.

Die technischen Details des Ausom L1 ABE im Test
Bevor wir in die Details gehen, ein wichtiger Hinweis: Den Ausom L1 gibt es in mehreren Varianten — und hier solltest du beim Kauf genau hinschauen.
Ausom L1: ABE-Version vs. internationale Version
Der L1 ist nicht automatisch überall mit Straßenzulassung erhältlich. Ausom verkauft das Modell in zwei grundlegend verschiedenen Ausführungen, die sich auf den ersten Blick ähneln, technisch aber deutlich unterscheiden.

| Akku wechselbar | |
| Akkukapazität (Ah) | 20,8 Ah |
| Akkukapazität (Wh) | 998,4 Wh |
| Akkuspannung | 48 V |
| App | |
| Bereifung | Tubeless |
| Bremse hinten | Scheibenbremse |
| Bremse vorne | Scheibenbremse |
| Display | Tacho, Modus, Akku |
| Elektrische Bremse | |
| Federung hinten | |
| Federung vorne | |
| Gewicht | 25 kg |
| Ladezeit | 14 h |
| Lenker verstellbar | |
| Max. Belastung | 135 kg |
| Max. Geschwindigkeit | 22 km/h |
| Maße (H x B x L) | 125×69×139,2 cm |
| Nennleistung | 500 W |
| Reichweite | 90 km |
| Reifendurchmesser | 10 Zoll |
| Schaltung / Gas | Zeigefingergas |
| Spitzenleistung | 930 W |
| Steigleistung | 36 % |
| Testreichweite | 74 km |
| Wasserdichtigkeit | IP5X |
| Wegfahrsperre |
| Listenpreis | 619,00 € |
Die internationale Version setzt auf einen 800-W-Motor mit bis zu 45 km/h Höchstgeschwindigkeit — legal in Deutschland nicht erlaubt. Die ABE-Version kommt mit einem auf 500 W Nennleistung gedrosselten Motor und ist auf 20 km/h begrenzt. Nur diese Variante ist eKFV-konform und darf auf deutschen Straßen und Radwegen gefahren werden.
💡 Achte beim Kauf auf die ABE-Kennzeichnung
Achte beim Kauf unbedingt auf den Zusatz „ABE“ in der Produktbezeichnung. Händler wie Amazon listen mitunter beide Versionen nebeneinander — und die günstigere ist häufig die nicht zugelassene internationale Variante. Wer die falsche kauft, fährt illegal und ohne Versicherungsschutz.
Innerhalb der ABE-Version gibt es dann noch die Wahl zwischen zwei Akku-Größen: 15,6 Ah (748,8 Wh) für 529 € und der von uns getesteten 20,8-Ah-Variante (998,4 Wh) für 619 €. Motor, Federung, Bremsen und Rahmen sind bei beiden identisch — der Unterschied liegt ausschließlich in der Akkukapazität und damit in der Reichweite.
Der Ausom L1 im Test: Solide Verarbeitung mit kleinen Schwächen
Der Ausom L1 macht optisch einiges her — massiver Rahmen, saubere Schweißnähte, solide Verschraubungen. Nichts klappert, nichts wackelt. Für einen E-Scooter in dieser Preisklasse ist das keine Selbstverständlichkeit, und der erste Eindruck ist entsprechend positiv.
Wer allerdings die Verarbeitungsqualität eines Egret Pro oder ePowerFun ePF-2 erwartet, wird feststellen: Der Ausom L1 spielt in einer anderen Liga. Solide — ja. Überragend — nein. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass Ausom den Preis im Griff halten muss, und das sieht man an einigen Stellen: No-Name-Komponenten, ein generisches Design und eine Lackierung auf Standardniveau.

Was uns besonders gut gefällt
Der Rahmen aus Aluminium und Stahl wirkt verwindungssteif und robust. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, die Lackierung sauber aufgetragen. Auch die Lenkerarmaturen machen einen hochwertigen Eindruck. Mein Highlight sind die Blinkerschalter, die sich besonders gut bedienen lassen. Hinzu kommen die Ergo-Griffe, die angenehm in der Hand liegen.
Besonders positiv fällt der Ladeanschluss auf: Statt einer simplen Gummilasche irgendwo unter dem Trittbrett sitzt er beim L1 ordentlich geschützt am Übergang zur Lenkstange — deutlich durchdachter als bei vielen Konkurrenten in dieser Preisklasse.

Die 10-Zoll-Tubeless-Reifen sind ein weiterer Pluspunkt. Schlauchloses Fahren bedeutet weniger Pannenrisiko und spürbar besseres Ansprechverhalten gegenüber Luftdruckverlusten — das zahlt sich im Alltag aus. Dafür hat sich das Modell im Test aber auch etwas komisch fahren lassen. Wir hatten aufgrund der Räder stets das Gefühl, dass wir auf Schienen fahren und schnelle Lenkbewegungen haben sich dann etwas schwammig angefühlt.
Positiv hervorzuheben ist auch das Das 4,5″-Display. Das zeigt alle relevanten Infos an, lässt sich stets gut ablesen. Witzig an diesem Punkt: Das dargestellt Tacho geht bis 160 km/h.
Zwei Punkte, die stören
Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Und so gibt es beim Ausom L1 zwei Punkte, die uns negativ aufgefallen sind:
- Das Trittbrett ist nicht gummiert: Die perforierte Fläche bietet zwar ausreichend Halt — bei Nässe oder längeren Fahrten wäre eine Gummimatte aber deutlich angenehmer. Ein Detail, das bei 619 Euro nicht sein müsste.
- Der Klappmechanismus ist hakelig: Die Idee dahinter ist gut — zwei unabhängige Sicherungen verhindern versehentliches Aufklappen. Bereits der iScooter T8 hatte den gleichen Mechanismus und bot beim Fahren ein sicheres Gefühl. In der Praxis braucht man aber ein bisschen Übung und manchmal etwas Nachdruck, bis alles sauber einrastet. Im direkten Vergleich mit dem butterweichen Klappmechanismus eines Segway G3D fällt der Unterschied deutlich auf.
Insgesamt ist die Verarbeitung solide. In unserem Testverfahren gibt es solide 70 %.
Der Fahreindruck des Ausom L1 im Test
500 W Nennleistung, 930 W Spitze, 29 Nm Drehmoment — auf dem Papier ist der Ausom L1 ABE gut bestückt. Und in der Praxis? Der Motor hält, was die Specs versprechen.
Im Race-Modus zieht der L1 spürbar an — für einen straßenzugelassenen E-Scooter mit 20-km/h-Limit ist die Beschleunigung gut. Dazu reizt der L1 den gesetzlich erlaubten 10-%-Toleranzspielraum voll aus: Im GPS-Test erreichte er 22 km/h — das ist das Maximum, das die eKFV erlaubt, und man merkt den Unterschied zu Modellen, die strikt bei 20 km/h abriegeln.
Starkes Drehmoment, top Gashebel
Die 29 Nm Drehmoment machen sich vor allem an Steigungen bemerkbar. Laut Hersteller schafft der L1 bis zu 36,4 % — das ist ein guter Wert für einen ABE-Scooter.
💡 Achte stets auf die Herstellerangaben
Beim Ausom L1 gibt der Hersteller an, dass der E-Scooter eine Steigung von 36,4 % bewältigen kann. Klingt im ersten Moment sehr gut, doch hier solltest du auf die Angabe achten. 36,4 % Steigung sind nicht 36 ° Steigung, sondern rund 20 ° Steigung. Beachte das unbedingt, bevor du zu hohe Erwartungen an deinen E-Scooter hast.
Im Test haben wir das nicht bis ans Limit ausgereizt. An unserem 180 m langen Anstieg mit rund 17 ° Steigung ist der Ausom nach rund 2/3 gescheitert. Der Anstieg führt die meisten unserer E-Scooter ans Limit, gerade da es sich um einen Schotterweg handelt.

Dafür konnte der Ausom beim asphaltierten Anstieg überzeugen und die Hürde mit voller Geschwindigkeit abschließen – das ist sehr gut und praxistauglich. Auch bei kurzen, steilen Rampen brauchst du dir keine Gedanken zu machen – hier meistert der L1 die meisten Hürden ohne an Tempo zu verlieren.
Was uns wirklich gut gefällt ist der Fingergashebel, den du einfach zu dir ziehst. Dieser Ansatz gefällt uns besser als das etablierte Daumengas, den wir bei den meisten Herstellern vorfinden. Nach wenigen Kilometern wirst du hier merken, dass deine Hand deutlich entlastet wird.
Was uns im Rahmen unserer Testfahrten auch auffiel, war der Motor. Beim Fahren ist dieser extrem leise und funktioniert ohne störende Geräusche. Gerade nach unseren zahlreichen Fahrten mit dem VMAX VX2 Gear ist das eine angenehme Änderung.
Insgesamt kann uns der Ausom L1 beim Antrieb überzeugen. Natürlich ist er von den Leistungsdaten nicht auf dem Niveau eines Highend-Modells. Muss er das sein? Nein! Wir reden hier von einem E-Scooter mit einer UVP von 619 €, also einem klassischen Mittelklassemodell – und hier passen die Fahrleistungen. Damit erhält er in unserem Testverfahren gute 88 % für den Motor.
Der Ausom L1 im Test: Solides Fahrverhalten mit kleinen Schwächen
Fahrverhalten ist mehr als nur Motor und Geschwindigkeit. Reifen, Federung, Handling — erst das Zusammenspiel dieser Faktoren entscheidet, wie sich ein E-Scooter im Alltag wirklich anfühlt. Und genau hier hat der Ausom L1 ABE einen starken Auftritt.
Die ShocFree-Federung ist das Highlight
Ausom setzt beim L1 auf eine Schwingarm-Federung vorne und hinten — und das merkt man sofort. Kopfsteinpflaster, Risse im Asphalt, kleine Bordsteinabsätze: Der L1 schluckt das alles weg, ohne dass es unangenehm in die Arme oder Knie geht. Die Federn lassen sich zudem mit einem C-förmigen Schlüssel auf das eigene Gewicht einstellen — ein Detail, das viele Konkurrenten in dieser Preisklasse nicht bieten.
🛴 Stelle die Federung auf dein Gewicht ein
Unsere erste Testfahrt des Ausom L1 haben wir mit den Werkseinstellungen der Federung zurückgelegt. Die Federung wirkte hart und bot keinen sonderlichen Komfort. Nach einer kurzen Einstellung der Federung hat sich der Eindruck komplett geändert. Daher unser Tipp an dich: Stelle deine Federung auf dein Gewicht ein.
In Kombination mit den breiten 10 x 2,75 Zoll Tubeless-Reifen ergibt sich ein Fahrkomfort, der deutlich über dem Klassendurchschnitt liegt. Wer bisher auf einem ungefederten City-Scooter unterwegs war, wird den Unterschied nach den ersten hundert Metern verstehen.

Stabil, aber kein Leichtgewicht
Mit rund 29 kg ist der L1 kein Scooter, den man leichtfüßig durch enge Kurven dirigiert. Die Fahrstabilität ist solide, gerade bei höherem Tempo wirkt der Roller ruhig und satt — das Gewicht zahlt sich hier aus. In engen Parklücken oder beim schnellen Ausweichen merkt man aber, dass man keinen wendigen Stadtflitzer vor sich hat. Das Kurvenverhalten ist unauffällig normal, nichts, das positiv oder negativ heraussticht.
Die Ergonomie dagegen überzeugt: Der höhenverstellbare Lenker lässt sich auf 1.130 bis 1.330 mm einstellen, das breite Trittbrett von 515 x 187 mm bietet auch für größere Füße ausreichend Platz. Nach längeren Fahrten keine Ermüdungserscheinungen — das ist nicht selbstverständlich. Dafür haben wir hier aber die fehlende Gummierung, die wir bei der Verarbeitung bereits bemängelt haben.
Ein Wort zur Fahrstabilität
Einen kleinen Abzug gibt es beim Thema Stabilität auf unebenem Untergrund bei höherem Tempo. Der L1 bleibt zwar kontrollierbar, fühlt sich aber nicht so souverän an wie schwerere Premium-Modelle mit breiteren Reifen. Für den Alltag auf normalen Straßen und Radwegen ist das kein Problem — wer jedoch regelmäßig auf schlechten Wegen unterwegs ist, sollte das im Hinterkopf behalten.
Schlussendlich bleibt die Frage nach der Bewertung und hier kann uns der Ausom L1 im Test überzeugen. Auch ein Zero Start würde dem E-Scooter gut zu Gesicht stehen – gerade durch den erhöhten Aufbau. Am Ende ist das Fahrverhalten solide und bei uns im Test gibt es gute 84 %.
Die Alltagstauglichkeit des Ausom L1 ABE im Test
998,4 Wh Akkukapazität — das ist für einen straßenzugelassenen E-Scooter unter 700 Euro eine Ansage. Ausom verspricht damit bis zu 90 km Reichweite. In unserem Test kamen wir auf 74 km unter realen Alltagsbedingungen — das ist ein sehr gutes Ergebnis und reicht locker für mehrere Tage Pendeln ohne Nachladen.
Zum Vergleich: Die kleinere 15,6-Ah-Variante schafft laut Hersteller 70 km. Wer also regelmäßig längere Strecken fährt oder den Scooter nicht täglich laden möchte, bekommt mit dem 20,8-Ah-Modell einen spürbaren Mehrwert — für 90 Euro Aufpreis.
Der große Haken: die Ladezeit
So gut die Reichweite ist, so ernüchternd ist die Ladezeit. Mit dem mitgelieferten 1,5-A-Ladegerät dauert eine komplette Ladung des 20,8-Ah-Akkus rund 14 Stunden. Das ist ein echter Schwachpunkt — schnell mal im Büro nachladen ist damit schlicht nicht drin. Der L1 ist ein Über-Nacht-Lader, und das sollte man vor dem Kauf wissen.
💡 Wer kürzere Ladezeiten braucht, sollte nach einem kompatiblen Schnellladegerät mit höherer Ampere-Zahl Ausschau halten. Das mitgelieferte Ladegerät ist hier klar die Schwachstelle des Pakets.
Gewicht & Transport
Mit rund 29 kg ist der Ausom L1 kein Scooter für den täglichen U-Bahn-Einsatz. Wer ihn regelmäßig Treppen schleppen muss, wird schnell unglücklich. Hier solltest du dann lieber zu einem E-Scooter mit Wechselakku greifen. Sei volles Potenzial entfaltet der Ausom L1 als Daily E-Scooter zum Pendeln. Der Scooter liegt solide auf der Straße, ist groß und bietet zudem einen guten Fahrkomfort – auch bei der Reichweite muss er sich nicht vor der Konkurrenz verstecken.
Der Klappmechanismus tut seinen Dienst, ist aber — wie bereits bei der Verarbeitung erwähnt — etwas hakelig. Zusammengeklappt misst der L1 125 x 69 x 56 cm und passt in die meisten Kofferräume – dann bleibt aber nicht mehr viel Platz.
Was uns gut gefällt: Das breite Trittbrett von 515 x 187 mm, der höhenverstellbare Lenker und der Tempomat machen längere Fahrten deutlich komfortabler. Cool ist zudem, dass es eine NFC-Entsperrung gibt – diese kannst du einfach im Hauptmenü des E-Scooter verbinden.
Fazit zur Alltagstauglichkeit
Am Ende bietet der Ausom L1 eine überraschend gute Alltagstauglichkeit. Der E-Scooter ist schwer, der Klappmechanismus nicht wirklich intuitiv – folglich fährst du eher damit und wirst in selten klappen.
Und gerade beim Reisen kann der Ausom L1 überzeugen. Mit einer realistischen Reichweite von 74 km – das ist unser Testergebnis – eignet er sich perfekt zum Pendeln. Im Testverfahren gibt es somit verdiente 85 %.
Hohe Sicherheit dank Scheibenbremsen und moderner Beleuchtung
Bei einem fast 30 kg schweren E-Scooter sind gute Bremsen keine Kür — sie sind Pflicht. Der Ausom L1 ABE ist hier solide aufgestellt: Scheibenbremsen vorne und hinten, ergänzt durch ein elektronisches E-ABS. Das ist eine Kombination, die man in dieser Preisklasse nicht bei jedem Modell findet.
Bremswege im Test
Die Messwerte sprechen für sich:
- Vorderradbremse: 3,75 m
- Hinterradbremse: 3,88 m
- Kombiniert: 3,14 m
Der kombinierte Bremsweg von 3,14 m ist ein sehr gutes Ergebnis — wer beide Bremsen gleichzeitig dosiert einsetzt, steht schnell und kontrolliert. Die Dosierbarkeit ist fein, kein abruptes Einrasten, kein Blockieren. Auch auf nasser Fahrbahn bleibt das Bremsverhalten stabil — das E-ABS tut seinen Job unauffällig im Hintergrund. Die Bremsstärke lässt sich hier über das Menü ebenfalls anpassen, sodass man die Rekuperation noch verstärken kann.
Ein kleiner Wermutstropfen: Blinker gibt es nur vorne, nicht hinten. Gerade beim Abbiegen im Stadtverkehr wäre ein hinterer Blinker ein echter Sicherheitsgewinn.
Beleuchtung: rundum gut aufgestellt
Das 360°-Lichtsystem des L1 macht im Alltag eine gute Figur. Das Frontlicht ist hell und leuchtet die Fahrbahn auch bei Dunkelheit gut aus — inklusive seitlicher Lichtausschnitte für bessere Sichtbarkeit im Querverkehr. Das Hecklicht ist ebenfalls hell, das Bremslicht schaltet sich zuverlässig beim Bremsen zu.
Die vorderen Blinker lassen sich über einen ergonomisch gut platzierten Schalter am Lenker bedienen — kein Greifen in die Lenkermitte, einfach Daumen links oder rechts. Im dichten Stadtverkehr ist das ein echter Komfortgewinn gegenüber Modellen mit schalterbasierter Blinkersteuerung.

Unterm Strich ist der Ausom L1 ABE im Bereich Sicherheit das stärkste Kapitel dieses Tests — kurze Bremswege, gute Beleuchtung, solides E-ABS. Der fehlende hintere Blinker bleibt der einzige nennenswerte Kritikpunkt. Folglich gibt es eine Teilnote von 94 %.
Fazit: Der Ausom L1 ABE überzeugt im Test
In unserem Test präsentiert sich der Ausom L1 mit ABE und der 20,8 Ah-Variante als E-Scooter mit klarem Profil. Wer sich für diesen E-Scooter entscheidet, der entscheidet sich für einen E-Scooter für die Langstrecke. Gerade der Preis von 619 € ist attraktiv und macht den Ausom L1 zu einem guten E-Scooter in seiner Klasse.
Gerade die Testreichweite von 74 km hat uns positiv überrascht. Hinzu kommt die gute Vollfederung sowie die sportlichen Bremswege. Dafür kommt der Ausom ohne eigene App – die ist aber eher Schmuck am Nachthemd.
Was uns aber wirklich stört, ist die Ladezeit von rund 14 Stunden. Hier sollten Käufer nach einer Alternative Ausschau halten.
Am Ende steht fest: Der Ausom L1 ABE ist nicht der perfekte E-Scooter — aber er ist ein sehr guter E-Scooter für die richtige Zielgruppe. Und bei einem Gesamtergebnis von 86 % ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in dieser Klasse schlicht und ergreifend schwer zu schlagen.




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