Zusammenfassung
Unboxing
89 %
Design & Verarbeitung
96 %
Alltag
44 %
Gesamt
76 %

In diesem Mytier Test gucken wir uns den generalĂŒberholten Tier E-Scooter „Mytier“ an. Wir prĂŒfen ihn auf Herz und Nieren und stellen fest, dass der 700€ Scooter viele Vorteile – und einige ganz entscheidenden Nachteile hat!

Eins vorweg: Der SXT MAX, auf dem der generalĂŒberholte Mytier basiert, ist oftmals fĂŒr nur 80€ mehr neu erhĂ€ltlich! Und das, obwohl er keinen einzigen der Nachteile des Mytier hat!


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Einen umfĂ€nglichen Vergleich der meisten E-Scooter mit Straßenzulassung findest du hier: E-Scooter mit Straßenzulassung im Vergleich


Tier, einer der grĂ¶ĂŸten E-Scooter-Sharing-Anbieter Europas, verkauft das VorgĂ€ngermodell der neuen Flotte seit einiger Zeit an Privatkunden. GeneralĂŒberholt, versteht sich. Wer von Anfang an beim Scooter-Hype dabei war, ist das Modell also sehr wahrscheinlich schon gefahren (wenn nicht, erhĂ€ltst du aktuell mit dem TIER-Gutschein „NEWTIER“ 2 Freifahrten).

Man weiß also, es handelt sich um ein generalĂŒberholtes Modell der Sharing Flotte, was dementsprechend robust und sicher sein muss. Doch wie schlĂ€gt sich der Sharing-Scooter im Privatkundentest?

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Mytier-Test: Das Unboxing

Als der Postbote klingelt sind wir sehr gespannt. Wie wird das Modell aussehen? Können wirklich alle SchĂ€den aus dem Sharing-Betrieb in einer GeneralĂŒberholung beseitigt werden? Gibt es zusĂ€tzliche Gimmicks oder Änderungen, die am Mytier vor der Auslieferung an den Privatkunden durchgefĂŒhrt wurden?

Es klingelt. Als wir den Hörer betĂ€tigen antwortet der Paketbote: „Könnten Sie mir vielleicht helfen? Das Paket ist extrem groß und schwer
“ Gesagt, getan. Das rechteckige Paket ist deutlich grĂ¶ĂŸer – und schwerer – als beispielsweise beim bereits sehr gewichtigen IO HAWK Exit Cross. Kein Wunder also, dass Hilfe nötig ist. Rund 23 Kilogramm bringt der E-Scooter auf die Waage. Fast 4 Kilo mehr, als der Exit Cross.

Als wir die riesige Verpackung öffnen, erinnern wir uns plötzlich daran, warum das Paket nicht gerade transportfreundlich ist. Der Scooter hat keinen Klappmechanismus. Er musste also im Stehen transportiert werden. Was im Transport problematisch ist (dazu spĂ€ter mehr), zahlt sich natĂŒrlich im Sharing-Kontext aus:

Der Mytier ist ein robustes Lastentier, dass selbst den ruppigen Umgang mit unvorsichtigen Kunden verzeiht. Der Lenker ist starr und nichts kann wackeln. Das ist in der Langzeitbetrachtung natĂŒrlich von Vorteil: Je weniger bewegliche Elemente es gibt, desto weniger Verschleiß kann an diesen Elementen vorkommen. DarĂŒber hinaus gibt es einige Konkurrenzmodelle (wie den Trekstor EG3178), bei denen sich der Klappmechanismus eher als Schwachstelle erwiesen hat.

Und auch die GeneralĂŒberholung scheint sich ausgezahlt zu haben. Unser Scooter sieht fast aus wie neu. Alles ist, wie man es schon von der NeueinfĂŒhrung des Sharing-Dienstes kennt – nur mit ganz kleinen, leichten Gebrauchsspuren an Verschleißteilen wie Schrauben.

Unboxing
89 %

Mytier-Test: Optik und Verarbeitung

Der Mytier ist fast baugleich mit dem SXT Max (siehe E-Scooter mit Straßenzulassung im Vergleich). Dieser kostet neu rund 990€, was sich in der Verarbeitung auch beim Mytier widerspiegelt.

Alles fĂŒhlt sich wertig und robust an. Gummierte Griffe und gute Druckpunkte bei Gasgriff, Bremsen und Co. sorgen fĂŒr eine angenehme Haptik – auch im Gebrauch. Das bequem gummierte Trittbrett hat mit rund 48 Zentimetern eine solide LĂ€nge und trĂ€gt Personen bis 100 Kilo problemlos. So können auch lĂ€ngere Fahrten ohne Probleme absolviert werden.

Die 9,5 Zoll Reifen sind aus solidem Vollgummi und ĂŒberstehen auch holpriges Terrain, NĂ€gel und Scherben problemlos. Das Display ist in den Lenker integriert und auch die restliche Elektronik sieht nicht (wie es bei vielen anderen E-Scootern mit Straßenzulassung der Fall ist) aus, als wĂ€r sie nur aufgrund von Auflagen spĂ€ter hinzugefĂŒgt worden.

Design
96 %

MyTIER im Alltagsgebrauch

WĂ€hrend alle anderen Bereiche des Scooters, wie die Verarbeitung oder die Robustheit, fast schon seinesgleichen suchen, findet man beim Gebrauch des Mytier einige große Gegenargumente!

Das spricht gegen den MyTIER E-Scooter:

Die maximale Reichweite beim Mytier ist mit 40 Kilometern angegeben. In unserem „Till-the-End“ Test schaffte der Scooter lediglich 26 Kilometer. Dass bei der Reichweitenberechnung Laborwerte greifen, ist klar. Die Differenz ist uns hier aber ein klein wenig zu groß.

Das Fahr- und Bremsverhalten ist vollkommen sicher, gut abgestimmt und macht einfach nur Spaß. Es ist das Drumherum, dass den Mytier auch mit einem starken Kampfpreis von 700€ fĂŒr PrivatkĂ€ufer eher kompliziert macht:

  1. Der E-Scooter ist trotz GeneralĂŒberholung immer noch fĂŒr den Sharingdienst von Tier konzipiert. Öffnen und schließen lĂ€sst er sich deshalb ausschließlich mit der hauseigenen App. Wenn der Akku des Handys den Geist aufgibt, kann man den Scooter nicht mehr abschließen oder öffnen. Das ist in Zeiten intensiver Smartphone Nutzung natĂŒrlich ein riesen Nachteil!
  2. Der Lenkeinschlag des Scooters ist ziemlich begrenzt. Das fĂŒhrt zu abenteuerlichen Manövern, wenn man den Scooter schiebt. Im Fahrtgebrauch macht sich das jedoch kaum bemerkbar.
  3. Die StoßdĂ€mpfer am Vorderrad könenn die fehlende Federung der Vollgummi-Reifen kaum ausgleichen. Kopfsteinpflaster und Co. werden so zur großen Herausforderung fĂŒr Knie und Bandscheiben. Kein Vergleich zu den tollen StoßdĂ€mpfern des On- und Offroad-Konkurrenten IO HAWK Exit Cross (hier geht’s zum Test).
  4. Das grĂ¶ĂŸte Manko des Mytier macht ihn fĂŒr viele sicherlich zum No-Go: Durch die fehlende Klappbarkeit ist der Scooter nur sehr schwer im Auto zu transportieren – Kratzer in der Ladekante sind bei 23 Kilo kaum vermeidbar.

Noch viel entscheidender ist jedoch wahrscheinlich der Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln:

E-Scooter werden von PrivatkĂ€ufern hĂ€ufig fĂŒr die sogenannte „letzte Meile“ zwischen Bahnhof und Arbeit/zuhause genutzt. Das bedeutet auch, dass E-Scooter viel in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden mĂŒssen.

Bei Scootern mit Klappmechanismus ist dies kein Problem, da sie zusammengeklappt in fast allen FĂ€llen kostenfrei mitgenommen werden dĂŒrfen. Beim Mytier sieht es da schlecht aus. Aufgrund des fehlenden Klappmechanismus muss man fĂŒr den Scooter in fast allen FĂ€llen ein extra Ticket ziehen! Das macht den Scooter nicht nur unhandlich, sondern fĂŒr Pendler auf Dauer auch finanziell schlichtweg unattraktiv. FĂŒr Menschen, die aufgrund der AbhĂ€ngigkeit ihren E-Scooter einklappen können mĂŒssen, empfiehlt sich ein Blick auf den Fischer Ioco 1.0. Auch der SXT MAX, auf dem der Mytier ja eigentlich basiert, ist aufgrund seines Einklappmechanismus eine deutlich bessere (und nur geringfĂŒgig teurere) Wahl.

Alltagstauglichkeit
44 %

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Fazit zum generalĂŒberholten MyTIER E-Scooter

Der Mytier ist ein toller Scooter, der sich als Alternative zum Kauf des fast baugleichen, aber nur 80€ teureren SXT Max jedoch kaum lohnen kann. FĂŒr alle, die damit verlĂ€sslich lange Strecken fahren wollen, ist das Fahrzeug Preis-/Leistungs-technisch dennoch eine gute Wahl. FĂŒr Pendler, die auf Fahrten in Bus und Bahn angewiesen sind, eignet sich der Mytier eher nicht. Hier sollte man dann doch zum „Original“ SXT Max greifen. DarĂŒber hinaus ist auch die AbhĂ€ngigkeit vom Handyakku ein starkes Gegenargument, wenn man nicht stĂ€ndig an eine rettende Powerbank denken mĂŒssen möchte. Zu guter Letzt macht auch das Gewicht den Scooter im Alltag eher schwieriger. Alles in allem handelt es sich dennoch um einen sehr hochwertigen und vor allem haltbaren Scooter, fĂŒr den rund 700€ durchaus angemessen sind.

Aus diesem Grund erhÀlt der Mytier im Scootervergleichs-Test eine Gesamtbewertung von 76%!

Testergebnis
76%
April 2022

Wenn du dir unsicher bist, ob du den MyTIER E-Scooter kaufen solltest, haben wir vergleichbare Modelle fĂŒr dich verglichen:

E-Scooter mit Straßenzulassung im Vergleich

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Seb ist „der Techniker“ unter den Scooterianern. Als Berliner weiß er auf alle Fragen zum Thema E-Scooter eine Antwort, die mit „Ick gloob
“ anfĂ€ngt. Neben der E-MobilitĂ€t ist Seb begeisterter Radfahrer.