Wir haben unsere komplette Testdatenbank durchgekämmt und jedes Modell gegen fünf harte Kriterien geprüft: Luftreifen ab 10 Zoll, Federung vorn und hinten, mindestens 1.500 Watt Spitzenleistung, 30 Prozent Steigfähigkeit und wenigstens IPX5. Neun E-Scooter bestehen diesen Test. Alle anderen scheitern spätestens am ersten Feldweg an Vollgummireifen, zu kleinen Rädern oder einer ungefederten Hinterachse.

Testsieger ist der VMAX New VX4 mit 97,3 Prozent. Die größte Reichweite fährt der ePowerFun ePF-PULSE+ mit 91 gemessenen Kilometern ein. Die meiste Kraft hat der Hitway H11 mit 3.600 Watt Spitzenleistung und 48 Prozent Steigfähigkeit. Und wer Allradantrieb sucht, landet unweigerlich bei der Trittbrett Hilde.

Eine Sache vorweg, weil sie fast jede Kaufentscheidung betrifft: Alle neun Modelle haben eine deutsche Straßenzulassung und sind deshalb bei 20 bis 22 km/h abgeriegelt. Einen Offroad-E-Scooter mit 45 km/h und ABE gibt es in Deutschland nicht. Warum das so ist, erklären wir gleich im nächsten Abschnitt.

Die besten Offroad-E-Scooter im Vergleich

Sortiert nach unserer Gesamtwertung. Alle Reichweiten sind selbst gemessen.

ModellNoteReifenSpitzenleistungSteigungTestreichweitePreis
VMAX New VX497,3 %10" Tubeless2.800 W40 %81 kmab 1.799 €
ePowerFun ePF-PULSE+96,8 %10" Luftreifen1.600 W35 %91 km1.499 €
Egret GT95,7 %13" Luftreifen1.620 W35 %siehe Testbericht1.599 €
VMAX New VX2 Hub95,5 %10" Tubeless1.900 W35 %74 km1.099 €
Trittbrett Fritz95,0 %10" schlauchlos1.620 W35 %68 kmab 999 €
Segway MAX G3D94,0 %11" schlauchlos2.000 W30 %53 km899 €
Hitway H1191,7 %10" Luftreifen3.600 W48 %76 km1.099 €
Trittbrett Hilde91,6 %11" Tubeless3.200 W38 %54 km2.199 €
Segway Ninebot ZT3 Pro D87,8 %10" Tubeless1.600 Wk. A.48 kmab 849 €

Offroad-E-Scooter mit Straßenzulassung: Was in Deutschland wirklich geht

Die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, kurz eKFV, setzt den Rahmen für jeden E-Scooter mit Straßenzulassung: höchstens 20 km/h Bauartgeschwindigkeit und maximal 500 Watt Nenndauerleistung. Dazu kommen Pflichtausstattung wie zwei unabhängige Bremsen, Beleuchtung, Klingel und Versicherungskennzeichen.

Die 500 Watt beziehen sich auf die Dauerleistung. Kurzzeitig darf ein Motor deutlich mehr abrufen — deshalb steht beim Hitway H11 eine Spitzenleistung von 3.600 Watt im Datenblatt, obwohl er eine ABE besitzt. Genau diese Reserve brauchst du am Berg und auf weichen Untergrund.

Warum es keinen Offroad-E-Scooter mit 45 km/h und ABE gibt

Die Suche danach läuft ins Leere, und das liegt schlicht und ergreifend an der eKFV. Sobald ein Fahrzeug schneller als 20 km/h fährt, fällt es aus der Kategorie der Elektrokleinstfahrzeuge heraus und bräuchte eine ganz andere Zulassung — inklusive Führerschein, Typgenehmigung und Versicherungspflicht als Kleinkraftrad. Kein Hersteller bietet das aktuell für einen Tretroller an.

Was du im Handel unter „45 km/h Offroad E-Scooter“ findest, sind Modelle ohne jede Zulassung für den deutschen Straßenverkehr. Mit denen darfst du ausschließlich auf Privatgelände fahren, und auch das nur mit Erlaubnis des Eigentümers.

Was ohne Straßenzulassung passiert

Wer ohne Versicherungskennzeichen im öffentlichen Verkehrsraum unterwegs ist, fährt ohne Versicherungsschutz. Je nach Motorleistung kommt Fahren ohne Fahrerlaubnis dazu. Der öffentliche Verkehrsraum endet dabei nicht am Ortsschild: Auch ein frei zugänglicher Parkplatz oder ein Waldweg zählt dazu.

Die neun Modelle im Einzelnen

1. VMAX New VX4 — der Testsieger

Der VX4 gewinnt unseren Test mit 97,3 Prozent und holt in Motor und Fahrverhalten jeweils die volle Punktzahl. Sein V-TORQUE-R10-Motor liefert bis zu 2.800 Watt und zieht Steigungen bis 40 Prozent hoch. Im Reichweitentest kamen wir auf 81 Kilometer — rund 19 Prozent unter der Herstellerangabe von 100 Kilometern.

Vorn arbeitet eine dosierbare Öldruck-Federgabel, hinten eine Elastomer-Federung. Mit IPX6 und IP6X ist er gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Der kombinierte Bremsweg von 2,98 Metern gehört zu den kürzesten im Testfeld.

Was uns besonders gut gefällt: die Verarbeitung und das große, informative Display. Die App ist gut, an Segway-Niveau reicht sie aber nicht heran.

97 %
Testergebnis
VMAX New VX4
VMAX New VX4
Listenpreis1.799,00 €

Vorteile
  • Bis zu 2.800 W Peak-Leistung
  • Echte 86 km im Reichweitentest
  • Vollfederung und Luftreifen für hohen Komfort
  • Perfekt für alle Situationen
  • Moderne App
  • Guten Kundenservice
  • Helles und großes Display
  • 150 kg Zuladung
Nachteile
  • Kein entnehmbarer Akku
  • Hohes Gewicht von 29,9 kg

2. ePowerFun ePF-PULSE+ — die größte Reichweite

91 Kilometer im Test, das schafft kein anderer im Feld. Dazu Vollfederung, 1.600 Watt Spitzenleistung, 140 Kilogramm Zuladung und integrierte Blinker vorn und hinten. Der kombinierte Bremsweg liegt bei 3,03 Metern, die Gesamtwertung bei 96,8 Prozent.

Für lange Touren über Schotter und Feldwege ist er die erste Wahl. Mit 25,5 Kilogramm bleibt er außerdem noch tragbar, was bei dieser Akkugröße nicht selbstverständlich ist.

97 %
Testergebnis
ePowerFun ePF-PULSE+
ePowerFun ePF-PULSE+
Listenpreis1.499,00 €

Vorteile
  • Vollgefederter E-Scooter
  • Bis zu 100 km Reichweite
  • Integrierte Blinker vorn und hinten
  • Bis zu 140 kg Zuladung
  • Großes Trittbrett
  • Peak-Leistung von 1600 W
Nachteile
  • Keine

3. Egret GT — die größten Räder im Test

13 Zoll Luftreifen und IPX7: Diese Kombination hat sonst kein Modell im Feld. Große Räder schlucken Wurzeln und Schlaglöcher, bevor die Federung überhaupt arbeiten muss, und IPX7 bedeutet Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Für nasse, schlammige Strecken ist das der beste Wert, den wir gemessen haben.

Dazu kommt ein Wechselakku, 150 Kilogramm Zuladung und eine Gesamtwertung von 95,7 Prozent. Der kombinierte Bremsweg beträgt 3,31 Meter, per GPS haben wir 21,9 km/h gemessen.

96 %
Testergebnis
Egret GT
Egret GT
Listenpreis1.599,00 €

Vorteile
  • Wechselakku
  • Reichweite von bis zu 100 km
  • Apple Find My als Funktion
  • Hydraulische Scheibenbremsen
  • Große 13-Zoll-Bereifung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Guter Service
  • Zuladung von 150 kg
  • Starker Motor mit 62 nm Drehmoment
Nachteile
  • Hoher Preis
  • Hohes Gewicht mit 33 kg

4. VMAX New VX2 Hub — der Allrounder

74 Kilometer Testreichweite, 1.900 Watt Spitzenleistung, IPX6 und 130 Kilogramm Zuladung für 1.099 Euro. Über 600 Testkilometer standen am Ende auf dem Tacho, ohne dass etwas nachgezogen werden musste. Gesamtwertung: 95,5 Prozent, Bremsweg kombiniert 3,04 Meter.

Er ist der kleine Bruder des Testsiegers und deckt alles ab, was zwischen Stadt und Waldweg liegt.

96 %
Testergebnis
VMAX New VX2 Hub
VMAX New VX2 Hub
Listenpreis1.099,00 €

Vorteile
  • Top Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Hohe Peak-Leistung von 1.900 W
  • Hohe Steigleistung von 35 %
  • Vollgefederter E-Scooter
  • Bis zu 90 km Reichweite
  • Moderne App
Nachteile
  • Kein entnehmbarer Akku
  • Scheibenbremse nur am Hinterrad
  • Nur 130 kg Tragfähigkeit

5. Trittbrett Fritz — die besten Bremsen

2,57 Meter kombinierter Bremsweg — der kürzeste Wert im gesamten Testfeld. Das liegt an den Trommelbremsen vorn und hinten, die gekapselt sitzen und deshalb von Matsch, Staub und Nässe unbeeindruckt bleiben. Im Gelände ist das ein echter Vorteil gegenüber offenen Scheibenbremsen.

Dazu 1.620 Watt, 150 Kilogramm Zuladung, 68 Kilometer Testreichweite und eine gute Ersatzteilversorgung. Gesamtwertung 95 Prozent bei einem Einstiegspreis von 999 Euro.

Schwächen gibt es auch: Die Frontbeleuchtung ist zu schwach, und mit 27,4 Kilogramm trägt sich der Fritz schlecht.

95 %
Testergebnis
Trittbrett Fritz
Trittbrett Fritz
Listenpreis998,99 €

Vorteile
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Hochwertige Markenkomponenten
  • 1.620 W Spitzenleistung
  • Reale Reichweite von über 60 km
  • Bis zu 150 kg Tragkraft
  • Gute Ersatzteilverfügbarkeit
Nachteile
  • Schwache Frontbeleuchtung
  • Hohes Eigengewicht von 27,4 kg

6. Segway MAX G3D — der Preistipp

899 Euro für 11 Zoll schlauchlose Reifen, Vollfederung, 2.000 Watt Spitzenleistung und IPX6. Die Testreichweite von 53 Kilometern ist der niedrigste Wert unter den Allroundern, für Feierabendrunden über Schotter reicht sie aber locker. Gesamtwertung 94 Prozent, App-Wertung 100 Prozent.

Wenn du wenig ausgeben und trotzdem nicht auf Federung und Luftreifen verzichten willst, ist das der Einstieg.

94 %
Testergebnis
Segway MAX G3D
Segway MAX G3D
Listenpreis899,00 €

Vorteile
  • Sehr starker Motor mit 2.000 W Peak-Leistung
  • Hervorragende App und Konnektivität
  • Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gute Vollfederung
  • Echte 22 km/h lt. GPS
  • Leichtgängiger Klappmechanismus
  • Viele sinnvolle Features in der App
Nachteile
  • Akku nicht entnehmbar
  • Echte Reichweite bei 53 km
  • Ersteinrichtung im Test fehlerhaft

7. Hitway H11 — die meiste Kraft

Ein Dualmotor mit 3.600 Watt Spitzenleistung und 48 Prozent Steigfähigkeit. Das ist der stärkste Antrieb im Testfeld und der Grund, warum der H11 auch auf weichem, ansteigendem Untergrund weiterzieht, wo andere Modelle einbrechen. Dazu ein 52-Volt-System, 170 Kilogramm Zuladung, einstellbare Federung und 76 Kilometer Testreichweite.

Der Preis dafür sind 33,5 Kilogramm Gewicht und eine schwache App — in der Konnektivität kommt er nur auf 64 Prozent, was die Gesamtwertung auf 91,7 Prozent drückt.

92 %
Testergebnis
Hitway H11
Hitway H11
Listenpreis1.099,00 €

Vorteile
  • Dualmotor mit hoher Leistung
  • Extrem starke Ergebnisse bei Steigungen
  • Gute Verarbeitung
  • Hohe Reichweite
  • Einstellbare Federung
  • 52V-System
Nachteile
  • Hohes Gewicht
  • Keine gute App

8. Trittbrett Hilde — der einzige Allradantrieb

Die Hilde ist der einzige E-Scooter in unserem Testfeld mit Allradantrieb: 3.200 Watt auf beide Achsen, 177 Kilogramm Zuladung, IP66 und 11 Zoll Tubeless-Reifen. In unserem Testbericht haben wir sie den besten Offroad-E-Scooter genannt, und an dieser Einschätzung hat sich nichts geändert.

Der Preis dafür ist hoch, in jeder Hinsicht: 2.199 Euro, 40 Kilogramm Gewicht und nur 54 Kilometer Testreichweite. Die Alltagstauglichkeit fällt entsprechend auf 67 Prozent ab und zieht die Gesamtwertung auf 91,6 Prozent. Immerhin lädt der Akku in 2,5 Stunden wieder voll.

92 %
Testergebnis
Trittbrett Hilde
Trittbrett Hilde
Listenpreis2.199,00 €

Vorteile
  • Extrem starker Motor
  • Hervorragende Qualität
  • Gute Bedienung
  • Sehr hoher Fahrkomfort
  • Akku mit Schnellladung
  • Gute Alltagsreichweite
  • Bis zu 177 kg Zuladung
Nachteile
  • Mit 40 kg sehr schwer
  • Benötigt viel Stauraum
  • Reichweite für Akkugröße recht gering

9. Segway Ninebot ZT3 Pro D — der günstigste Einstieg

Ab 849 Euro bekommst du Vollfederung, 10 Zoll Tubeless-Reifen, 1.600 Watt Spitzenleistung und IPX5. Die App-Wertung liegt bei glatten 100 Prozent, der kombinierte Bremsweg bei 3,04 Metern, per GPS haben wir 21,7 km/h gemessen.

Mit 120 Kilogramm Zuladung hat er den niedrigsten Wert im Feld — für schwerere Fahrer mit Rucksack wird das eng. Gesamtwertung: 87,8 Prozent.

88 %
Testergebnis
Segway Ninebot ZT3 Pro D
Segway Ninebot ZT3 Pro D
Listenpreis849,00 €
Offroad-E-Scooter auf einem Waldweg mit losem Schotter

Was einen E-Scooter geländetauglich macht

Reifen: Luft statt Vollgummi, ab 10 Zoll aufwärts

Das ist das wichtigste Kriterium überhaupt. Vollgummireifen übertragen jeden Stein ungefiltert ins Trittbrett und verlieren auf losem Untergrund schnell den Grip. Luftreifen verformen sich, legen sich um Hindernisse und bauen eine deutlich größere Aufstandsfläche auf.

Der Durchmesser entscheidet darüber, wie gut ein Rad über Kanten rollt. Ab 10 Zoll wird es brauchbar, ab 12 Zoll spürbar besser. Der Egret GT mit 13 Zoll bügelt Wurzeln weg, bei denen ein 8,5-Zoll-Stadtscooter bereits abrupt stoppt.

💡 Tubeless-Reifen sind im Gelände die bessere Wahl

Ein Dorn im Profil führt bei einem Schlauchreifen zum sofortigen Plattfuß, bei einem schlauchlosen Reifen verliert er nur langsam Luft — du kommst damit meist noch nach Hause.

Federung vorn und hinten

Eine Federung nur an der Vorderachse reicht für abgesenkte Bordsteine. Sobald Wurzeln, Querrinnen und Steine dazukommen, schlägt die ungefederte Hinterachse durch und du verlierst bei jedem Schlag kurz den Bodenkontakt. Alle neun Modelle in diesem Vergleich sind deshalb vollgefedert.

Einstellbare Federelemente wie beim Hitway H11 sind ein Plus, weil du sie an dein Gewicht anpassen kannst.

Motorleistung, Dualmotor und Steigfähigkeit

Auf Asphalt reichen 500 Watt Dauerleistung bequem aus. Im weichen Untergrund steigt der Rollwiderstand stark an, und bergauf kommt das Fahrergewicht dazu. Genau dann zählt die Spitzenleistung.

Als Orientierung: Unter 1.500 Watt Peak wird jede längere Steigung auf Schotter zur Geduldsprobe. Die Steigfähigkeit in Prozent ist dabei die ehrlichere Kennzahl als die reine Wattzahl — der Hitway H11 schafft 48 Prozent, der Segway MAX G3D 30 Prozent, und dieser Unterschied ist am Hang sofort spürbar.

Ein Dualmotor verteilt die Kraft auf beide Räder. Das bringt Traktion, kostet aber Reichweite und Gewicht.

IP-Schutz: was Matsch und Regen wirklich ausmachen

Im Gelände ist Wasser selten vermeidbar. Die IP-Klasse sagt dir, wie weit ein Scooter das wegsteckt:

  • IPX4 — Spritzwasser aus allen Richtungen, das Minimum für gelegentlichen Regen
  • IPX5/IPX6 — Strahlwasser, verkraftet Pfützen und nassen Waldboden
  • IPX7 — zeitweiliges Untertauchen, im Testfeld nur beim Egret GT

Der Zusatz IP6X steht für vollständigen Staubschutz und ist auf trockenen Feldwegen mindestens genauso wichtig wie der Wasserschutz.

Zuladung und Rahmenstabilität

Die maximale Zuladung ist im Gelände kein theoretischer Wert. Bei jedem Schlag wirken kurzzeitig ein Vielfaches deines Gewichts auf Rahmen und Klappmechanismus. Ein Modell mit 120 Kilogramm Grenze ist für einen 95 Kilogramm schweren Fahrer mit Rucksack auf Schotter grenzwertig belastet.

💡Achte auf die maximale Zuladung

Rechne mindestens 30 Kilogramm Puffer über dein tatsächliches Gewicht ein, wenn du regelmäßig abseits von Asphalt fährst. Die Trittbrett Hilde mit 177 Kilogramm und der Hitway H11 mit 170 Kilogramm haben hier die größten Reserven.

Wald, Feldweg, Privatgelände: wo darfst du überhaupt fahren?

Hier liegt der größte Irrtum rund um Offroad-E-Scooter. Ein geländetauglicher Scooter mit Straßenzulassung darf laut eKFV auf Radwegen, Radfahrstreifen, Fahrradstraßen und — wo diese fehlen — auf der Fahrbahn fahren. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu, sofern sie nicht ausdrücklich freigegeben sind.

Für Wald- und Feldwege gilt Landesrecht. Die Landeswaldgesetze der Bundesländer verbieten das Befahren von Waldwegen mit Kraftfahrzeugen weitgehend, und ein E-Scooter zählt rechtlich als Kraftfahrzeug. Feldwege sind häufig ebenfalls für den öffentlichen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt, hier entscheidet die Beschilderung vor Ort.

Bleiben Privatgelände mit Einverständnis des Eigentümers, ausgewiesene Offroad-Strecken sowie unbefestigte Wege, die für den Verkehr freigegeben sind. Das klingt nach wenig, deckt in der Praxis aber die meisten Schotterpisten, Parkwege und Verbindungsstrecken ab, auf denen ein geländetauglicher Scooter seinen Vorteil ausspielt.

Sonderformen: Allrad, vier Räder und Modelle mit Sitz

  • Allradantrieb findest du in unserem Testfeld nur bei der Trittbrett Hilde. Beide Räder werden angetrieben, was auf losem Untergrund und bei Nässe spürbar mehr Traktion bringt. Der Nachteil ist der höhere Verbrauch — 54 Kilometer Testreichweite bei 960 Wattstunden sprechen eine deutliche Sprache.
  • Vierrädrige E-Scooter werden oft als besonders geländegängig beworben. Sie sind kippstabiler, verlieren aber Wendigkeit und lassen sich kaum noch sinnvoll klappen und tragen. Ein Modell mit deutscher ABE ist uns in dieser Bauform bislang nicht untergekommen.
  • Modelle mit Sitz sind auf langen, ebenen Strecken bequem. Im Gelände arbeitest du dagegen ständig mit dem Körper gegen Schläge — im Stehen federst du mit den Beinen ab, im Sitzen geht jeder Schlag direkt in die Wirbelsäule. Für echte Offroad-Einsätze raten wir davon ab.

So testen wir

Jeder E-Scooter durchläuft bei uns dasselbe Verfahren mit sechs gewichteten Kategorien: Verarbeitung, Motor, Fahrverhalten, Sicherheit, Alltagstauglichkeit und Konnektivität. Die Gewichtung richtet sich nach dem Einsatzprofil, damit ein Last-Mile-Scooter nicht an den Maßstäben eines Langstreckenmodells scheitert.

Reichweiten messen wir, bis der Akku leer ist — mehrfach, auf Stadt-, Land- und Mischstrecken. Bremswege ermitteln wir separat für Vorder- und Hinterbremse sowie kombiniert. Die Höchstgeschwindigkeit prüfen wir per GPS, nicht über den Tacho des Scooters.

Was dabei regelmäßig auffällt: Die Herstellerangaben zur Reichweite liegen im Schnitt rund 15 Prozent über dem, was wir tatsächlich messen. Beim Testsieger VMAX New VX4 sind es sogar 19 Prozent.

Fazit: Offroad-E-Scooter sind echte Spaßgeräte

Unterm Strich hängt die Wahl davon ab, wie grob dein Untergrund wirklich ist.

Für Schotter, Waldwege und lange Touren ist der VMAX New VX4 die beste Gesamtlösung: stärkster Antrieb unter den Allroundern, 81 Kilometer echte Reichweite, kurzer Bremsweg, gute App. Wer noch mehr Strecke braucht, nimmt den ePowerFun ePF-PULSE+ mit 91 Kilometern.

Für richtig grobes Gelände führt kaum ein Weg an der Trittbrett Hilde vorbei. Allradantrieb, 177 Kilogramm Zuladung und IP66 gibt es sonst nirgends — du bezahlst es mit 40 Kilogramm Gewicht und einer mäßigen Reichweite. Die günstigere Alternative mit fast derselben Kraft ist der Hitway H11.

Für nasse und schlammige Strecken ist der Egret GT gesetzt: 13 Zoll Räder plus IPX7 hat im Testfeld sonst niemand.

Und wenn das Budget im Vordergrund steht, bekommst du mit dem Segway MAX G3D für 899 Euro einen vollgefederten Scooter mit 11-Zoll-Luftreifen, der auf Feldwegen sauber funktioniert.

Darf ich mit dem E-Scooter im Wald fahren?

In aller Regel nicht. Die Landeswaldgesetze verbieten das Befahren von Waldwegen mit Kraftfahrzeugen, und ein E-Scooter gilt rechtlich als Kraftfahrzeug. Ausnahmen gibt es nur auf ausdrücklich freigegebenen Wegen. Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, ein Blick ins jeweilige Landeswaldgesetz lohnt sich also.

Ist ein E-Scooter auf dem Feldweg erlaubt?

Das hängt vom einzelnen Weg ab. Viele Feldwege sind für den öffentlichen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt, erkennbar an der Beschilderung. Ist ein unbefestigter Weg für den Verkehr freigegeben, darfst du ihn mit einem zugelassenen E-Scooter befahren.

Gibt es Offroad-E-Scooter mit 45 km/h und Straßenzulassung?

Nein. Die eKFV begrenzt Elektrokleinstfahrzeuge auf 20 km/h Bauartgeschwindigkeit. Schnellere Modelle fallen aus dieser Fahrzeugklasse heraus und haben in Deutschland keine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr. Sie dürfen nur auf Privatgelände gefahren werden.

Luftreifen oder Vollgummi — was ist im Gelände besser?

Luftreifen, ohne Einschränkung. Sie verformen sich unter Last, bauen eine größere Aufstandsfläche auf und schlucken Stöße, bevor die Federung überhaupt arbeitet. Vollgummireifen sind wartungsfrei und pannensicher, auf losem Untergrund verlieren sie aber schnell Grip.

Welcher Offroad-E-Scooter hält 150 Kilogramm aus?

In unserem Testfeld schaffen das die Trittbrett Hilde mit 177 Kilogramm, der Hitway H11 mit 170 Kilogramm sowie der VMAX New VX4, der Trittbrett Fritz und der Egret GT mit jeweils 150 Kilogramm.

Was kostet ein guter Offroad-E-Scooter?

Der Einstieg mit Vollfederung und Luftreifen beginnt bei rund 850 bis 900 Euro. Im Bereich zwischen 1.000 und 1.500 Euro bekommst du deutlich mehr Leistung, Reichweite und Wasserschutz. Über 2.000 Euro zahlst du für Spezialisten wie den Allradantrieb der Trittbrett Hilde.

Gibt es geländetaugliche E-Scooter mit Sitz?

Ja, mehrere Hersteller bieten Sitze an oder rüsten sie nach. Für den Geländeeinsatz empfehlen wir sie nicht: Im Stehen federst du Schläge mit den Beinen ab, im Sitzen gehen sie ungebremst in die Wirbelsäule. Auf langen, ebenen Strecken ist ein Sitz dagegen angenehm.


Seb ist „der Techniker“ unter den Scooterianern. Als Berliner weiß er auf alle Fragen zum Thema E-Scooter eine Antwort, die mit „Ick gloob…“ anfängt. Neben der E-Mobilität ist Seb begeisterter Radfahrer.

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