Zusammenfassung
Verarbeitung
89 %
Motor
100 %
Alltag
90 %
Fahrwerk
95 %
Sicherheit
89 %
App
90 %
ePF-3 kaufen

Mit dem ePF-3 macht ePowerFun eine klare Ansage: 100 Kilometer Reichweite für 799 Euro. Genau deshalb haben wir ihn im ePF-3 Test nicht als Pendler-Roller bewertet, sondern nach unserem Langstrecken-Profil – dem gleichen Maßstab, an dem sich auch der ePF-PULSE+ und der VMAX New VX4 messen lassen müssen.

Auf unserer Teststrecke sind aus den versprochenen 100 Kilometern 81 Kilometer geworden. Damit fahren nur fünf der 37 E-Scooter in unserer Testdatenbank weiter – und zwei davon kommen aus dem eigenen Haus. Für einen Scooter unter 800 Euro ist das eine Hausnummer.

Der neue EPF-3 im Test: Langstrecken-Scooter mit 1.600 W Peak
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Der neue EPF-3 im Test: Langstrecken-Scooter mit 1.600 W Peak
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Der ePF-3 ist dabei kein zusammengewürfeltes Sparmodell. Der Motor stammt aus dem ePF-PULSE+, der Klappmechanismus aus dem ePF-2 PRO. ePowerFun hat hier also auf bewährte Qualität zurückgegriffen.

Wir haben den ePF-3 über mehrere Wochen gefahren, gemessen und bewertet. Am Ende steht eine Bewertung von 93,49 % – und ein Scooter, der genau da stark ist, wo es bei einem Langstreckenmodell zählt.

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Die technischen Daten des ePowerFun ePF-3 können überzeugen

Beim Auspacken fällt zuerst die gewohnt solide Verarbeitung auf. So gibt es keine sichtbaren Kabel, keine schiefen Spaltmaße, nichts, was beim Anheben klappert. Der Rahmen besteht aus Aluminium statt aus einer einfachen Stahlrohrkonstruktion – das spart Gewicht und bringt gleichzeitig mehr Steifigkeit. Bei 23,8 Kilogramm Eigengewicht und 140 Kilogramm zulässiger Zuladung ist das keine Randnotiz, sondern die Voraussetzung dafür, dass der Scooter auch mit schwereren Fahrern ruhig auf der Straße liegt.

ePowerFun ePF-3 in der Frontansicht im Test
Der ePF-3 wirkt aufgeräumt und massiv zugleich

Richtig interessant wird es beim Blick auf die Komponentenliste. ePowerFun hat sich hier nicht bei No-Name-Zulieferern bedient, sondern beim eigenen Regal und bei etablierten Marken. Der Antrieb ist laut Hersteller derselbe wie im ePF-PULSE+ – und die 1.600 Watt Spitzenleistung sowie die identische Steigfähigkeit in unseren Messungen stützen das. Die Leistungselektronik kommt von Hobbywing, einem Hersteller, der im RC-Modellsport eine feste Größe ist und auch schon im ePF-2 PRO für spürbar direkteres Ansprechverhalten gesorgt hat. Der Akku setzt auf 21700er Zellen, also das größere und thermisch stabilere Zellformat.

Genau deshalb bekommt der ePF-3 in unserer Verarbeitungswertung die volle Punktzahl für Markenkomponenten – eine Kategorie, in der Scooter dieser Preisklasse regelmäßig Punkte liegen lassen. Unsere Highlights aus dem Datenblatt:

  • 500 W Nennleistung mit 1.600 W Spitze (derselbe Antrieb wie im ePF-PULSE+)
  • 864 Wh Akku aus 21700er Zellen an 48 Volt Systemspannung
  • Wahlweise mit 1.200-Wh-Akku für bis zu 140 km Reichweite (939 €)
  • Hobbywing-Controller für feinfühlige Gas- und Bremsdosierung
  • 10-Zoll-Tubeless-Reifen mit selbstreparierender Geleinlage
  • 140 kg Zuladung
  • 60-Lux-Scheinwerfer, sechs Blinker und Bremslicht ab Werk

Der ePowerFun ePF-3 gibt es mit 1200 Wh Akku

Und dann gibt es den ePF-3 noch eine Nummer größer. Statt der 864 Wattstunden unseres Testmodells bekommst du ihn auch mit einem 1.200-Wh-Akku – für 939 Euro, also 140 Euro Aufpreis. ePowerFun gibt dafür bis zu 140 Kilometer an. Und solch eine Reichweite haben wir bei einem E-Scooter mit Straßenzulassung bisher noch nicht gesehen.

Wir haben diese Variante nicht selbst getestet, aber rechnen können wir. Unser 864-Wh-Modell hat 81 statt der versprochenen 100 Kilometer geschafft, also 19 Prozent weniger (Mehr zu unserer Messung später im Text). Überträgt man diesen Faktor auf die große Variante, landet man bei rund 113 Kilometern.

Und selbst diese konservativen 113 Kilometer würde in unserer Datenbank kein einziger anderer E-Scooter erreichen. Der bisherige Reichweitenkönig, der ePF-PULSE+, kam bei uns auf 93 Kilometer.

Tipp

Wenn du den ePF-3 wirklich als Langstreckengerät nutzen willst, sind die 140 Euro Aufpreis gut angelegt. Rund 30 Kilometer mehr echte Reichweite für 17 Prozent mehr Geld – das Verhältnis stimmt. Für den reinen Pendelbetrieb reicht die 864-Wh-Version dagegen locker.

Was in der Aufzählung fehlt, ist der Wechselakku: Der ePF-3 hat keinen entnehmbaren Akku, anders als der ePF-2 PRO. Wie schwer das im Alltag wiegt, klären wir im Kapitel zur Alltagstauglichkeit. Der Rest der Ausstattung liest sich für 799 Euro dagegen ungewöhnlich gut – inklusive IP65-Schutz für den Ganzjahreseinsatz und einer Wegfahrsperre per Schlüsselkarte.

Hier findest du die wichtigsten Daten noch einmal kompakt:

ePowerFun ePF-3
ePowerFun ePF-3
Akku wechselbar
Akkukapazität (Ah)18 Ah
Akkukapazität (Wh)864 Wh
Akkuspannung48 V
AppiOS, Android
BereifungTubeless
Bremse hintenElektrische Motorbremse mit Rekuperation
Bremse vorneTrommelbremse
DisplayTacho, Akku, Modus, Powermeter
Elektrische Bremse
Federung hinten
Federung vorne
Gewicht23,8 kg
Ladezeit6 h
Lenker verstellbar
Max. Belastung140 kg
Max. Geschwindigkeit22 km/h
Maße (H x B x L)117,5 x 58,6 x 124,0 cm
Nennleistung500 W
Reichweite100 km
Reifendurchmesser10 Zoll
Schaltung / GasDaumengas
Spitzenleistung1.600 W
Steigleistung35 %
Testreichweite81 km
WasserdichtigkeitIP65
WegfahrsperreSchlüsselkarte + App
Listenpreis799,00 €

Beim Design geht der ePowerFun ePF-3 im Test einen eigenen Weg

Der ePF-3 sieht anders aus als das, was sonst durch unsere Teststrecke rollt. Das liegt vor allem an der Verbindung zwischen Trittbrett und Lenkstange: Statt des üblichen einzelnen Mittelrohrs setzt ePowerFun auf zwei seitliche Streben. Das ist eine saubere konstruktive Lösung, die dem ePF-3 eine moderne und ansprechende Silhouette verleiht. Etwas Vergleichbares haben wir bislang nur beim PURE Air⁶ Ultra Suspension gesehen – und der ist in Sachen Leistung und Akku in einer anderen Liga unterwegs.

Seitenansicht des ePowerFun ePF-3 mit der doppelten Strebe zwischen Trittbrett und Lenkstange
Die zwei seitlichen Streben statt eines Mittelrohrs geben dem ePF-3 seine eigene Silhouette

Bei der eigentlichen Verarbeitung bleibt ePowerFun sich treu – und das ist ein Kompliment. Die Gummierung des Trittbretts sitzt bombenfest, ohne die Ecken, die sich bei günstigen Scootern nach ein paar Wochen gerne hochstellen. Auch die Dichtungen der Akkueinheit sind sauber gesetzt, was zum angegebenen IP65-Schutz passt. Nach zwei Wochen Testbetrieb hat bei uns nichts geklappert, nichts gescheuert und nichts nachgegeben.

Die Lackierung ist wie immer bei ePowerFun hervorragend. Die typischen Grautöne wirken hochwertig und unaufgeregt, die Oberfläche ist gleichmäßig und vollständig lackiert – auch an den Stellen, an denen andere Hersteller gerne mal rohes Aluminium stehen lassen.

ePowerFun-Logo auf dem lackierten Rahmen des ePF-3
Sauber lackiert bis ins Detail – die ePF-typischen Grautöne wirken hochwertig

Ein Detail für Vielfahrer: Für den ePF-3 gibt es eine passgenaue SP-Connect-Halterung fürs Smartphone. Die kostet zwar Aufpreis, aber wer den Scooter wirklich auf Langstrecke bewegt, navigiert damit sauber am Lenker statt mit einer wackeligen Universalklemme. Angesichts der Reichweite, die der ePF-3 mitbringt, ist das eine sinnvolle Anschaffung.

Display des ePowerFun ePF-3 am Lenker
Das Display ist hell und gut ablesbar, zeigt aber nur die Basisdaten

Wo der ePF-3 in der Verarbeitung Punkte liegen lässt

Bei aller Begeisterung: Wir messen den ePF-3 am Langstrecken-Maßstab, und der ist strenger. Vier Punkte müssen wir dann doch bemängeln:

  • Das Display ist hell und auch bei Sonne gut ablesbar, funktional bleibt es aber Standard: Geschwindigkeit, Fahrmodus, Powermeter sowie Licht- und Blinkerstatus – mehr nicht. Die aktuellen VMAX-Displays zeigen dir dagegen Leistungsaufnahme, Spannung, Temperatur und Drehmoment direkt am Lenker. Möchtest du diese Daten sehen, benötigst du die App – und hierfür dann die passende Halterung.
  • Die 10-Zoll-Reifen sind gut, für die volle Punktzahl erwarten wir bei Langstreckenmodellen aber 11 Zoll.
  • Der IPX5-Wasserschutz liegt eine Stufe unter dem IPX6 des ePF-PULSE+ und des VMAX New VX4.
  • Die 140 kg Zuladung sind stark, unser Bestwert liegt aber bei 150 kg.

Keiner dieser Punkte ist im Alltag ein Problem – der ePF-3 ist und bleibt ein hervorragend gebauter E-Scooter. Aber in einem Feld, in dem der PULSE+ und der VX4 die Messlatte legen, reicht es hier eben nicht für die Spitze. 89,2 % sind trotzdem ein sehr guter Wert.

Verarbeitung
89 %

Beim Antrieb greift ePowerFun ins oberste Regal

Der Motor des ePF-3 ist ein alter Bekannter: Es ist derselbe Antrieb, der auch im ePF-PULSE+ steckt – und damit in dem Scooter, der bei uns bislang die höchste ePowerFun-Wertung überhaupt geholt hat. 500 Watt Nennleistung, 1.600 Watt Spitze. Zum Vergleich: Der ePF-2 PRO kommt auf 1.200 Watt Peak. Der ePF-3 legt also noch einmal ein Drittel drauf – bei einem Kaufpreis, der 100 Euro darunter liegt.

Hinterrad des ePowerFun ePF-3 mit Heckmotor
Der Heckmotor stammt laut Hersteller aus dem ePF-PULSE+

Richtig gut wird das in Kombination mit dem Zero Start. Du musst nicht antreten, der Scooter zieht aus dem Stand los – und weil ausreichend Leistung anliegt, tut er das auch dann souverän, wenn es direkt bergauf geht. Im Alltag heißt das: An der Ampel bist du weg, ohne überhaupt antreten zu müssen.

Der Testberg: 35 Prozent Steigung, 90 Kilogramm, halber Akku

Unsere Messungen haben wir mit rund 90 Kilogramm Belastung gefahren, also deutlich über den 75 Kilogramm, mit denen Hersteller ihre Angaben ermitteln. Selbst damit hat der ePF-3 unseren Testberg mit 35 Prozent Steigung bewältigt. Ehrlich muss man sagen: durchgängig 20 km/h waren dabei nicht drin, der Scooter wird am Hang langsamer. Aber er kommt oben an, ohne zu stottern oder abzuschalten – und das schaffen längst nicht alle Modelle dieser Preisklasse.

Noch aussagekräftiger ist der zweite Durchgang: Denselben Berg sind wir bei rund 50 Prozent Akkustand gefahren, und der ePF-3 hat ihn genauso solide weggesteckt wie mit voller Ladung. Verantwortlich dafür ist die 48-Volt-Systemspannung – sie sorgt dafür, dass auch bei halbleerem Akku genug Spannung im System anliegt. Einen Leistungseinbruch, wie man ihn von vielen günstigen Scootern zum Ende der Ladung kennt, gibt es hier schlicht nicht.

Dazu arbeitet der Motor angenehm leise, was auf längeren Strecken einen echten Unterschied macht. Und bei der Höchstgeschwindigkeit reizt ePowerFun den gesetzlichen Toleranzrahmen wie gewohnt aus: 22 km/h haben wir gemessen.

Für alles, was beim typischen Pendeln anfällt – Brücken, Unterführungen, Steigungen im Stadtgebiet –, ist immer genug Reserve da. Wer allerdings in den Alpen wohnt und regelmäßig mehrere hundert Höhenmeter am Stück überwinden muss, sollte eine Nummer größer greifen: Der VMAX New VX4 liefert mit 2.800 Watt Spitzenleistung deutlich mehr, und darüber warten die Doppelmotor-Modelle, etwa von Teverun. Die spielen allerdings in einer anderen Preisklasse – und du solltest vor dem Kauf prüfen, ob das Wunschmodell überhaupt eine deutsche Straßenzulassung hat. Für alle anderen gilt: volle Punktzahl, 100 Prozent.

Motor
100 %

Das Fahrverhalten überzeugt im Test des ePowerFun ePF-3

Der ePF-3 fährt sich bequem, und zwar spürbar bequemer, als man es für 799 Euro erwarten würde. Er liegt satt auf der Straße, bleibt in Kurven stabil und beschleunigt dank Heckantrieb sauber heraus. Nervös wird er dabei nie – auch nicht bei höherem Tempo.

Den größten Anteil daran haben die 10-Zoll-Luftreifen. Sie schlucken einen Großteil der Schläge, bevor sie überhaupt am Lenker ankommen. Auf Schotterwegen sind wir längere Passagen gefahren, ohne dass die Stöße unangenehm durchgereicht wurden – ein Punkt, an dem E-Scooter mit kleineren Rädern oder Vollgummireifen deutlich früher an ihre Grenze stoßen.

Vorderrad des ePowerFun ePF-3 mit 10-Zoll-Tubeless-Reifen
Die 10-Zoll-Luftreifen schlucken einen Großteil der Schläge

Die Federgabel ist gut – aber der Markt kann mehr

Vorne arbeitet eine Federgabel mit Stahlfeder, und die macht ihre Sache gut. Trotzdem bewerten wir sie in unserem Framework als „normal“, und das hat einen konkreten Grund: Der ePF-PULSE+ hat an gleicher Stelle eine Federschwinge, die deutlich mehr Federweg bietet und Unebenheiten noch einmal spürbar besser wegbügelt. Wir bewerten nicht gegen den Preis, sondern gegen den Gesamtmarkt – und da ist die Standard-Federgabel eben Standard.

Versteh das nicht falsch: Im Alltag wirst du mit dieser Federung glücklich. Aber die Bestwertung gibt es bei uns nur für Lösungen, die technisch darüber hinausgehen.

Was uns in dieser Preisklasse tatsächlich fehlt, ist eine Federung an der Hinterachse. Der ePF-3 ist als Langstreckengerät konzipiert, und genau dann macht sich auf den letzten Kilometern bemerkbar, dass hinten nichts dämpft. Der ePF-2 PRO zeigt mit seiner verstellbaren Heckfederung, dass ePowerFun das kann.

Federgabel und Vorderrad des ePowerFun ePF-3
Die Federgabel mit Stahlfeder macht ihre Sache gut, ist im Marktvergleich aber Standard

Ergonomie: passt auch für größere Füße

Das Trittbrett ist mit 49 × 16 Zentimetern ausreichend dimensioniert – bei Schuhgröße 42 gab es zu keinem Zeitpunkt Probleme, die Füße vernünftig abzustellen, auch nicht hintereinander. Üppig ist die Fläche nicht, aber sie reicht. Die Griffe liegen gut in der Hand, und die feste Lenkerhöhe ist so gewählt, dass man auch nach einer Stunde nicht verkrampft.

Unterm Strich verliert der ePF-3 im Fahrverhalten einen einzigen Punkt – den für die Federung. Alles andere steht auf Bestwertung. Das ergibt 94,6 Prozent.

Bedienelemente und Blinkersteuerung am Lenker des ePowerFun ePF-3
Die Bedienelemente sitzen gut erreichbar am Lenker
Fahrverhalten
95 %

81 Kilometer unter Realbedingungen – und zwar mit 100 Kilogramm

Reichweite ist beim ePF-3 das zentrale Verkaufsargument, deshalb schauen wir hier besonders genau hin. ePowerFun gibt bis zu 100 Kilometer an. Diese Zahl entsteht unter Optimalbedingungen mit einem 75 kg schweren Fahrer. Unsere Messung sah anders aus.

So haben wir gemessen

Wir sind unsere feste Verbrauchsstrecke über 33 Kilometer gefahren. Die führt über Landstraßen, durch Dörfer, über landwirtschaftliche Feld- und Waldwege und mitten durch die Stadt – ein bewusst gemischtes Profil inklusive leichter Steigungen. Gefahren sind wir bei 23 Grad, leicht sonnig, mit etwas Gegenwind. Und der entscheidende Unterschied zur Herstellermessung: Mit Fahrer, Rucksack und Filmmaterial war der Scooter mit rund 100 Kilogramm belastet – 25 Kilogramm mehr als im Datenblatt.

Hochgerechnet auf den Verbrauch dieser Strecke ergibt das eine Reichweite von 81 Kilometern. Das sind 19 Prozent unter der Werksangabe – ein Wert, den wir angesichts der deutlich härteren Bedingungen als sehr gut einordnen. Über alle 37 Scooter in unserer Datenbank liegt die durchschnittliche Abweichung bei 17 Prozent, und das bei Modellen, die oft nur ein Drittel dieser Strecke schaffen.

Wo der ePF-3 damit landet

81 Kilometer bedeuten Platz 6 von 37. Weiter fahren bei uns nur der ePF-PULSE (95 km), der ePF-PULSE+ (93 km), der VMAX VX4 und der Egret GT (je 92 km) – allesamt Scooter, die deutlich mehr kosten.

Für 799 Euro ist das die beste Reichweite, die du derzeit bekommen kannst.

Der direkte Gegner: Egret Unit

Für exakt dasselbe Geld bekommst du seit Kurzem auch den Egret Unit aus Hamburg – den wir noch nicht selbst getestet haben, dessen Datenblatt sich aber lohnt:

ePF-3Egret Unit
Preis799 €799 €
Akku864 Wh730 Wh
Spitzenleistung1.600 W1.890 W
Gewicht23,8 kg27,6 kg
Zuladung140 kg130 kg
Ladezeitca. 6 hca. 8 h
Gepäckträgerserienmäßig (10 kg)

Egret setzt auf mehr Leistung und einen serienmäßigen Gepäckträger, ePowerFun auf mehr Akku, weniger Gewicht und kürzere Ladezeit. Wer Höhenmeter fressen und Einkäufe transportieren will, ist beim Unit besser aufgehoben. Wer möglichst weit kommen will, ohne dabei knapp 28 Kilogramm zu schleppen, beim ePF-3. Die 134 Wattstunden mehr Kapazität und die zwei Stunden kürzere Ladezeit sind genau die Argumente, die auf Langstrecke zählen.

Die Werte des Unit sind Herstellerangaben – sobald wir ihn auf unserer Teststrecke hatten, tragen wir die gemessenen Zahlen nach.

Wo Punkte liegen bleiben

So stark die Reichweite ist – im Alltag zeigt der ePF-3 auch, wo noch Luft nach oben ist. Der größte Wermutstropfen ist der fest verbaute Akku. Der ePF-2 PRO hat vorgemacht, wie gut ein Wechselakku funktioniert, und wir hätten uns gewünscht, dass ePowerFun dieses Feature adaptiert.

Gerade bei einem Scooter, der auf Langstrecke ausgelegt ist, wäre ein zweiter Akku im Rucksack das schlagende Argument gewesen. So bleibt es beim Laden an der Steckdose – und das dauert rund 6 Stunden.

Geöffnete Abdeckung des Ladeports am ePowerFun ePF-3
Die Dichtungen an der Akkueinheit sind sauber gesetzt

Die 23,8 Kilogramm klingen erst mal nach viel, sind für einen modernen E-Scooter dieser Klasse aber fast schon normal. Leichter als der PULSE+ (25,5 kg), schwerer als der ePF-2 PRO (22,6 kg) – im Alltag bewegst du ihn, aber Treppensteigen macht keinen Spaß.

Der Klappmechanismus ist dafür über jeden Zweifel erhaben. Er stammt aus dem ePF-2 PRO, verriegelt doppelt und hält bombenfest. Kein Wackeln, kein versehentliches Lösen – einfach ein Mehr an Sicherheit, ohne dass die Bedienung darunter leidet.

Klappmechanismus des ePowerFun ePF-3
Der Klappmechanismus stammt aus dem ePF-2 PRO

Bleiben zwei Kleinigkeiten: Ein Adapter- oder Gepäcksystem gibt es nicht – ein Punkt, an dem der gleich teure Egret Unit mit seinem serienmäßigen Gepäckträger klar vorbeizieht. Und das Trittbrett ist mit 49 × 16 Zentimetern ausreichend dimensioniert, aber nicht großzügig.

Unterm Strich stehen 90,1 Prozent. Der ePF-3 ist genau das, was er sein will: ein Scooter für lange Strecken.

Alltag
90 %

Zwei unabhängige Bremssysteme – und bessere Werte, als das Datenblatt vermuten lässt

Der ePF-3 bremst mit zwei voneinander unabhängigen Systemen: vorne eine Trommelbremse, hinten die elektrische Motorbremse. Auf dem Papier klingt das nach Sparlösung – Scheibenbremsen wären technisch überlegen, und in unserer Wertung kostet das entsprechend Punkte. In der Praxis funktioniert das Setup aber deutlich besser, als die Datenblattzeile vermuten lässt.

Das liegt an der Bedienung. Der linke Drücker steuert ausschließlich die Motorbremse. Drückst du nur ihn, verzögert der Scooter sanfter – und rekuperiert dabei Energie zurück in den Akku. Beim Pendeln in der Stadt, wo du ohnehin ständig ausrollst und wieder beschleunigst, ist genau das der Modus der Wahl.

Trommelbremse am Vorderrad des ePowerFun ePF-3
Vorne arbeitet eine Trommelbremse, hinten die elektrische Motorbremse

Der rechte Hebel ist ein kombinierter Bremshebel: Er zieht die Trommelbremse und aktiviert gleichzeitig die Rekuperationsbremse. Du bekommst also nie nur eine der beiden Bremsen, sondern immer beide – und damit jederzeit ein berechenbares Bremsverhalten. Die Dosierung ist dabei fein genug, dass du auch bei Nässe kontrolliert verzögern kannst.

Ein Punkt fällt beim Fahren auf: Die Motorbremse verzögert zu Beginn kräftig und lässt dann nach. Man gewöhnt sich schnell daran, sollte es aber wissen – gerade wenn man von einem Scooter mit Scheibenbremse hinten umsteigt.

Die Bremswerte im Test

BremsungBremsweg
Vorderbremse3,41 m
Hinterbremse4,88 m
Kombiniert3,41 m

Der kombinierte Wert ist die eigentliche Überraschung. 3,41 Meter sind besser als beim ePF-2 PRO (3,67 m) – obwohl der ePF-3 hinten keine mechanische Bremse hat. Zum Vergleich: Der ePF-PULSE+ mit zwei Scheibenbremsen kommt auf 3,03 Meter.

Der Wert der Hinterbremse allein ist mit 4,88 Metern erwartungsgemäß der schwächste. Nur mit der Motorbremse kommst du eben nicht so schnell zum Stehen – dafür sammelst du Energie ein. Das ist eine bewusste Abwägung, keine Panne.

Beleuchtung: hier hat ePowerFun geliefert

Das Frontlicht ist mit 60 Lux extrem hell und leuchtet die Straße breit aus – hier muss sich der ePF-3 vor keinem Scooter im Testfeld verstecken.

60-Lux-Frontscheinwerfer des ePowerFun ePF-3
Der 60-Lux-Scheinwerfer ist im Winkel verstellbar

Auch das Rücklicht ist hell und weithin sichtbar und hat ein integriertes Bremslicht, das im Stadtverkehr einen echten Sicherheitsgewinn bringt und in dieser Preisklasse längst nicht selbstverständlich ist.

Heck des ePowerFun ePF-3 mit Rücklicht und Bremslichtfunktion
Das Rücklicht bringt eine Bremslichtfunktion mit

Blinker gibt es vorne wie hinten. ePowerFun selbst spricht von „sechs Blinkern“ – das ist Marketing. Tatsächlich sitzt an jedem Lenkerende ein Blinkerkörper, der nach vorne und nach hinten abstrahlt. Für uns ist das ein Blinker pro Seite, plus einer am Heck. Die Funktion ist dadurch nicht schlechter – gut sichtbar bist du in alle Richtungen. Aber sechs Blinker sind es für uns eben nicht.

Blinker am Lenkerende des ePowerFun ePF-3
Der Blinker am Lenkerende strahlt nach vorne und nach hinten ab

Unterm Strich kostet vor allem das Bremsen-Setup Punkte: Die Trommelbremse vorne und die fehlende mechanische Bremse hinten liegen in unserem Framework unter der Scheibenbremse. Dafür stimmen die gemessenen Werte, und bei der Beleuchtung liefert ePowerFun auf Bestniveau ab. Ergebnis: 89,4 Prozent.

Sicherheit
89 %

Die ePowerFun App macht, was sie soll

Die Einrichtung ist erfreulich unkompliziert: App laden, Scooter koppeln, fertig. Kein Account-Zwang, kein Gefrickel mit Bluetooth-Menüs. Die Verbindung stand bei uns über den gesamten Testzeitraum stabil, Abbrüche während der Fahrt gab es nicht. Beim Funktionsumfang kannst du den Katalog schlicht abhaken. Die App zeigt dir:

  • Akkustand in Prozent und aktuelle Geschwindigkeit
  • Tages- und Gesamtkilometer
  • Spannung, Stromstärke, aktuelle Eingangsleistung und Temperatur der Elektronik
  • die Wegfahrsperre als elektrische Blockade
  • eine frei einstellbare Höchstgeschwindigkeit zwischen 6 und 20 km/h
  • Feineinstellungen für Gas- und Bremsreaktion sowie den Blinkerton
  • Firmware-Updates

Das ist alles, was man braucht – und mehr, als viele Apps in dieser Preisklasse bieten. Was man ehrlich sagen muss: Optisch ist die ePowerFun-App kein Blickfang. Das Design wirkt ein paar Jahre alt, und was Segway inzwischen an Oberfläche abliefert, sieht deutlich moderner aus.

Für die Bedienbarkeit ist das allerdings zweitrangig – und darauf kommt es im Alltag an. Du findest jede Funktion auf Anhieb, ohne dich durch Untermenüs zu klicken. Genau das macht Usability aus, und in dem Punkt leistet sich die App keinen Fehler. Uns ist eine schlichte App, die funktioniert, lieber als eine schicke, in der man suchen muss.

Richtig wertvoll wird die App im Zusammenspiel mit der Smartphone-Halterung. Weil das Display selbst nur die Basisdaten zeigt, wandert alles Weitere – Restreichweite, Kilometerstand, Leistungsaufnahme – aufs Handy. Wer den Scooter am Lenker montiert hat, bekommt damit faktisch das Cockpit, das dem Display fehlt.

Einen Punkt lässt der ePF-3 liegen: Es gibt keinen Zugangsschutz für die App. Wer dein Smartphone in die Hand bekommt, kann die Wegfahrsperre deaktivieren. Bei einem Scooter, der über die App gesichert wird, hätten wir uns eine PIN oder eine biometrische Freigabe gewünscht. Das ist der einzige Abzug in dieser Kategorie – am Ende stehen 90,5 Prozent.

App
90 %

Für wen eignet sich der ePF-3 – und für wen nicht?

Der ePF-3 ist kein Alleskönner. Er ist für lange Strecken gebaut, und genau dort spielt er seine Stärken aus. Bevor wir zur Empfehlung kommen, hier noch einmal alles kompakt:

Stärken des ePF-3
  • 1.600 Watt Spitzenleistung
  • 81 Kilometer gemessene Reichweite, und das mit 100 Kilogramm Belastung
  • Optional mit 1.200-Wh-Akku für rechnerisch rund 113 Kilometer
  • Kein Leistungseinbruch dank 48-Volt-System, auch bei halbem Akku am Berg souverän
  • 140 Kilogramm Zuladung
  • 10-Zoll-Tubeless-Reifen mit selbstreparierender Geleinlage
  • Klappmechanismus mit doppelter Verriegelung
  • Alle Ersatzteile beim Hersteller verfügbar
Schwächen des ePF-3
  • Akku fest verbaut, kein Wechselakku
  • Keine Federung an der Hinterachse
  • Hinten keine mechanische Bremse, nur die elektrische Motorbremse
  • Display zeigt nur die Basisdaten, alles Weitere läuft über die App

Der ePF-3 passt zu dir, wenn …

  • du Leistung und Reichweite in einem Gerät suchst und dich nicht zwischen beidem entscheiden willst
  • dein Budget bei 800 bis 1.000 Euro liegt und du das Maximum an echter Reichweite dafür willst
  • du regelmäßig längere Strecken am Stück fährst statt nur zur S-Bahn und zurück
  • dir Ersatzteilverfügbarkeit und Service wichtig sind – ePowerFun liefert hier alle Teile nach und ist auch Jahre nach dem Kauf ansprechbar
  • du einen Scooter willst, der auch mit 100 Kilogramm Zuladung nicht schlappmacht

Ein anderes Modell passt besser, wenn …

  • du einen Wechselakku brauchst, weil du in der dritten Etage wohnst oder im Büro nachladen willst – dann ist der ePF-2 PRO die bessere Wahl
  • du regelmäßig Einkäufe oder Gepäck transportierst – der gleich teure Egret Unit bringt einen Gepäckträger serienmäßig mit
  • dir maximaler Federungskomfort wichtig ist – der ePF-PULSE+ hat vorne eine Federschwinge, der ePF-2 PRO eine verstellbare Heckfederung
  • du in den Alpen wohnst und täglich mehrere hundert Höhenmeter am Stück fährst
  • du den Scooter täglich Treppen hochträgst – 23,8 Kilogramm sind kein Vergnügen

Tipp

Wenn du dich für den ePF-3 entscheidest, schau vorher in unseren ePowerFun Gutschein – damit sparst du 10 Euro beim Kauf. Bei einem Scooter, der ohnehin schon das beste Reichweite-pro-Euro-Verhältnis im Testfeld hat, nimmt man das gerne mit.


Fazit: Der ePowerFun ePF-3 ist der Reichweiten-König seiner Preisklasse

Der ePF-3 ist ein hervorragender E-Scooter – und das vor allem, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Für 799 Euro bekommst du eine reale Reichweite von 81 Kilometern, einen Motor mit 1.600 Watt Spitzenleistung, der auch bei halbem Akku am Berg nicht einbricht, eine saubere Verarbeitung ohne Klapperstellen und einen Hersteller, der dir auch in ein paar Jahren noch Ersatzteile liefert. Diese Kombination bekommst du in dieser Preisklasse kein zweites Mal.

Wirkliche Schwächen hat der ePF-3 in unserem Test nicht gezeigt. Was fehlt – der Wechselakku, eine Heckfederung, ein Gepäcksystem – sind Komfortmerkmale, keine Mängel. Das spiegelt auch die Wertung: Keine einzige unserer sechs Kategorien fällt unter 89 Prozent, einen Ausreißer nach unten gibt es schlicht nicht. Am Ende stehen 93,49 Prozent.

Ein Punkt zur Einordnung: Getestet und bewertet haben wir die Variante mit 864 Wattstunden für 799 Euro. Wer den Scooter wirklich auf Langstrecke bewegt, sollte über die 1.200-Wh-Version für 939 Euro nachdenken – rechnerisch sind damit rund 113 Kilometer drin. Unsere Wertung gilt für das kleinere Modell.

Nicht glücklich wirst du mit dem ePF-3, wenn du einen Offroad-Scooter suchst. Dafür fehlt ihm die Federung an der Hinterachse, und die Standard-Federgabel vorne kommt auf grobem Untergrund an ihre Grenzen. In dem Fall greifst du bei ePowerFun besser eine Etage höher ins Regal – der ePF-PULSE+ mit seiner Federschwinge ist dort die richtige Adresse.

Spannend wird es in den kommenden Wochen: Mit dem Egret Unit steht ein direkter Gegner bereit, der denselben Preis aufruft und auf dem Papier vergleichbare Werte liefert. Den direkten Vergleich holen wir nach, sobald er bei uns auf der Teststrecke war.

Testergebnis
94 %
September 2026

Häufige Fragen zum ePowerFun ePF-3

Wie weit fährt der ePowerFun ePF-3 wirklich?

In unserem Test kommt der ePF-3 auf 81 Kilometer. Ermittelt haben wir das auf unserer 33 Kilometer langen Verbrauchsstrecke über Landstraßen, Dörfer, Feld- und Waldwege sowie durch die Stadt, bei 23 Grad und mit rund 100 Kilogramm Belastung. ePowerFun gibt bis zu 100 Kilometer an – allerdings unter Laborbedingungen mit 75 Kilogramm Fahrergewicht auf ebener Strecke. Die Abweichung von 19 Prozent liegt damit im üblichen Rahmen; über alle 37 von uns getesteten Scooter beträgt sie im Schnitt 17 Prozent.

Hat der ePF-3 einen Wechselakku?

Nein. Der 864-Wh-Akku ist fest verbaut und lässt sich nicht entnehmen. Geladen wird also immer der komplette Scooter, und das dauert rund sechs Stunden. Wer einen Wechselakku braucht, findet ihn beim ePF-2 PRO.

Ist der ePF-3 in Deutschland zugelassen?

Ja. Der ePF-3 hat eine Allgemeine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamtes unter der Nummer P651 und darf damit auf öffentlichen Straßen und Radwegen gefahren werden. Ein Führerschein ist nicht nötig, eine Helmpflicht besteht nicht. Was du brauchst, ist ein Versicherungskennzeichen – die Halterung dafür ist ins hintere Schutzblech integriert.

Was ist der Unterschied zwischen der 864-Wh- und der 1.200-Wh-Variante?

Der Unterschied liegt im Akku. Die kleine Variante kostet 799 Euro und wird mit bis zu 100 Kilometern angegeben, die große 939 Euro mit bis zu 140 Kilometern. Getestet haben wir das kleinere Modell mit gemessenen 81 Kilometern. Überträgt man diesen Faktor, landet die 1.200-Wh-Version bei rund 113 Kilometern – ein Wert, den in unserer Datenbank kein anderer Scooter erreicht. Unsere Wertung von 93,49 Prozent bezieht sich auf die 864-Wh-Variante.

ePF-3 oder ePF-2 PRO – welcher passt zu mir?

Der ePF-3 ist der Langstreckenscooter: 81 statt 71 Kilometer Reichweite, 1.600 statt 1.200 Watt Spitzenleistung, 140 statt 120 Kilogramm Zuladung – und dabei 100 Euro günstiger. Der ePF-2 PRO punktet mit dem Wechselakku, der Vollfederung inklusive verstellbarer Heckdämpfung, dem etwas geringeren Gewicht und der kürzeren Ladezeit. Kurz: Wer weit fahren will, nimmt den ePF-3. Wer Komfort und Flexibilität beim Laden sucht, den ePF-2 PRO.


Seb ist „der Techniker“ unter den Scooterianern. Als Berliner weiß er auf alle Fragen zum Thema E-Scooter eine Antwort, die mit „Ick gloob…“ anfängt. Neben der E-Mobilität ist Seb begeisterter Radfahrer.

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