Zusammenfassung
Verarbeitung
65 %
Motor
93 %
Fahrverhalten
92 %
Alltag
74 %
Sicherheit
87 %

Ein E-Scooter für unter 500 Euro, der im Test 44 Kilometer weit kommt und aus voller Fahrt nach 3,21 Metern steht — das klingt erst mal zu gut. Also haben wir genau hingeschaut.

Vorweg: Der Kukurin G2 Pro hat uns überrascht. 85,9 Prozent in unserem Bewertungsframework, und das ganz ohne App — die gibt es bei diesem Modell nämlich nicht. Stark ist er da, wo es wirklich zählt: Motor, Fahrverhalten und Bremsen holen jeweils über 86 Prozent. Schwächer wird es bei der Verarbeitung, und die 22,3 Kilo merkst du spätestens im Treppenhaus.

In diesem Kukurin G2 Test schildern wir dir, welche Erfahrungen wir mit diesem E-Scooter gemacht haben. Wir gehen auf die Stärken und Schwächen ein und zeigen dir, wo der Kukurin wirklich überzeugt und wo es noch Luft nach oben gibt.

Erster Eindruck zum Kukurin G2 Pro

Der Kukurin G2 Pro kommt in einer angenehm kompakten Verpackung — deutlich weniger sperrig, als man es von Offroad-Scootern kennt. Innen sieht es anders aus: Kukurin verbaut reichlich Styropor. Für den Scooter ist das gut, da wackelt und verrutscht nichts. Für den Restmüll weniger.

Mit 22,3 Kilogramm trägst du den Karton zur Not auch allein in die Wohnung. Beim iScooter iX7 und seinen 26 Kilo haben wir uns lieber jemanden dazugeholt — hier geht es gerade so.

In fünf Minuten fahrbereit

Der Aufbau ist eine Sache von fünf Minuten. Lenker aufstecken, Schrauben festziehen, fertig. Alle nötigen Komponenten liegen bei, das passende Werkzeug ebenfalls — du brauchst nichts aus dem eigenen Keller. Zwei Schlüssel für die Wegfahrsperre sind auch dabei.

💡 Lade den Akku vor der ersten Runde voll

Lithium-Ionen-Akkus werden aus Transportgründen nur teilgeladen ausgeliefert — direkt losfahren solltest du damit nicht. Plane die erste Ladung also ein, bevor du den Scooter das erste Mal bewegst. Beim G2 Pro dauert das rund 6 Stunden, und weil sich der Akku nicht entnehmen lässt, muss der komplette Scooter an die Steckdose. Am besten hängst du ihn direkt nach dem Auspacken an und startest am nächsten Morgen.

Steht der G2 Pro dann fahrbereit vor dir, macht er optisch einiges her. Die Kombination aus mattem Schwarz und orangefarbenen Akzenten an Federbeinen und Rahmen sieht schlicht cool aus — eigenständiger als das übliche Einheitsschwarz dieser Preisklasse. Die dicken Offroad-Reifen und die sichtbaren Federbeine tun ihr Übriges: Man sieht dem Scooter an, dass er nicht nur für den glatten Radweg gebaut wurde.

Unser erster Eindruck fällt damit klar positiv aus. Ob der auch hält, wenn man genauer hinschaut, klären die nächsten Kapitel — so viel sei verraten: Ausgerechnet die Verarbeitung wird die schwächste Teilnote dieses Tests.

Kukurin G2 Pro in der Seitenansicht
Schwarz mit orangen Akzenten, der G2 Pro wirkt eigenständiger als die meisten Scooter dieser Klasse

Die technischen Details des Kukurin G2 Pro im Test

Beim Kukurin G2 Pro musst du vor dem Kauf genauer hinschauen als bei den meisten anderen Scootern. Es gibt zwei Modelle, die nahezu identisch aussehen, fast gleich heißen — und sich rechtlich fundamental unterscheiden.

G2 Pro ABE vs. G2 Pro

Die ABE-Variante, die wir getestet haben, fährt mit 500 Watt Nennleistung und ist auf 20 km/h abgeregelt. Sie trägt die deutsche Betriebserlaubnis P605 und darf damit auf Straße und Radweg. Die 45-km/h-Version sieht bis auf Details genauso aus, leistet 600 Watt und hat keine Zulassung — die bewegst du in Deutschland ausschließlich auf Privatgelände.

💡 Den Sitz gibt es nur bei der schnellen Version

Kukurin bewirbt den G2 Pro gerne mit abnehmbarem Sitz. Bei der ABE-Variante geht das nicht: Dem Rahmen fehlen ab Werk die Befestigungslöcher, produktionsbedingt und nicht nachrüstbar. Wenn du sitzend fahren willst, ist dieser Scooter der falsche — und die Version, die es könnte, darfst du nicht auf die Straße bringen.

KuKirin G2 Pro ABE
KuKirin G2 Pro ABE
Akku wechselbar
Akkukapazität (Ah)15,6 Ah
Akkukapazität (Wh)748 Wh
Akkuspannung48 V
App
Bereifung9 × 3 Zoll Vakuumreifen
Bremse hintenMechanische Scheibenbremse
Bremse vorneMechanische Scheibenbremse
DisplayFahrstufe, Tempo und Akkustand
Elektrische Bremse
Federung hinten
Federung vorne
Gewicht22,3 kg
Ladezeit8 h
Lenker verstellbar
Max. Belastung120 kg
Max. Geschwindigkeit21 km/h
Maße (H x B x L)117 × 59 × 130 cm
Nennleistung500 W
Reichweite65 km
Reifendurchmesser9 Zoll
Schaltung / GasDaumengas
Spitzenleistung900 W
Steigleistung34 %
Testreichweite43 km
WasserdichtigkeitIP54
Wegfahrsperre
Listenpreis499,00 €

Angetrieben wird der G2 Pro von einem bürstenlosen Nabenmotor im Hinterrad: 500 Watt Nennleistung, 1.200 Watt Spitzenleistung, 22 Nm Drehmoment. Den Strom liefert ein fest verbauter 48-Volt-Akku mit 15,6 Ah — macht 748 Wattstunden. Für diese Preisklasse ist das viel, und es erklärt, warum Kukurin 65 Kilometer Reichweite verspricht. Was davon übrig bleibt, klären wir im Alltagskapitel.

Bei der Steigfähigkeit nennt Kukurin 19 Grad. Gemessen haben wir 36 Prozent — und damit mehr, als unser Bewertungsraster überhaupt vergeben kann. Bei 35 Prozent ist dort die Skala zu Ende.

💡 Grad sind nicht Prozent

Kukurin gibt die Steigfähigkeit in Grad an, wir rechnen in Prozent — und das sind zwei verschiedene Dinge. 19 Grad klingen nach wenig, entsprechen aber rund 34 Prozent Steigung. Prozent beschreiben das Verhältnis von Höhe zu Länge, Grad den Winkel. Wenn ein Datenblatt 35 Prozent verspricht und ein anderes 19 Grad, meinen beide fast dasselbe.

Beim Rest der Ausstattung greift Kukurin für unter 500 Euro erstaunlich weit oben ins Regal. Der G2 Pro rollt auf schlauchlosen 9-Zoll-Vakuumreifen mit Offroad-Profil, ist an beiden Achsen gefedert und bremst mit Scheibenbremsen vorne und hinten plus elektronischer Zusatzbremse. Dazu kommt ein Bremslicht — das fehlt in dieser Klasse erstaunlich oft, dem iScooter iX7 zum Beispiel.

Beim Wetterschutz wird es dünner. IP54 heißt Spritzwasser und teilweiser Staubschutz — ein Schauer ist kein Problem, richtiger Regen schon. Die Zuladung von 120 Kilogramm ist Standard in dieser Klasse, aber kein Argument.

Drei Dinge solltest du vor dem Kauf wissen. Der Akku lässt sich nicht entnehmen, geladen wird also dort, wo der ganze Scooter steht — rund 6 Stunden dauert das. Blinker hat der G2 Pro keine, weder vorne noch hinten. Und eine App gibt es nicht.

⚠️ Warum dieser Test nur fünf Teilnoten hat

Unser Bewertungsverfahren kennt normalerweise sechs Kategorien, eine davon ist die Konnektivität mit einem Gewicht von 5 Prozent. Der Kukurin G2 Pro hat schlicht keine App — keine Kopplung, keine Firmware-Updates, keine Restreichweite aufs Handy.

Wir hätten die Kategorie mit 0 Prozent bewerten können. Das halten wir aber für unfair: Ein Scooter, der nie eine App versprochen hat, würde sonst gegen Modelle abgestraft, die eine haben. Deshalb klammern wir die Konnektivität komplett aus und verteilen ihre 5 Prozent proportional auf die verbleibenden fünf Kategorien.

Eine Ausnahme: Die Wegfahrsperre steckt in unserem Raster in der App-Kategorie. Der G2 Pro hat sie — mechanisch, per Schlüssel. Diesen Punkt rechnen wir deshalb der Sicherheit zu, wo er sachlich hingehört.

Die Verarbeitung des Kukurin G2 Pro: starkes Design, sparsame Substanz

Der erste Eindruck hält der genaueren Prüfung nur teilweise stand. Das Design holt in unserem Raster die volle Punktzahl — Schwarz mit orangen Akzenten ist eigenständig und wirkt teurer, als der Scooter ist. Der Rahmen ist komplett lackiert, nicht nur teilweise.

Bei der Lackqualität wird es dann dünner. An den Schweißkanten ist der Lack nicht sauber aufgetragen, da hat Kukurin sichtbar gespart. Die Schweißnähte selbst sind gut zu erkennen — sauber verschliffen ist hier nichts. Für 499 Euro geht das in Ordnung, ein Qualitätsmerkmal ist es nicht.

Am Ende steht die Verarbeitung mit 65 % als schwächste Teilnote dieses Tests da. Das liegt weniger an der Optik als daran, worauf unser Raster schaut: Komponenten, Schutzklasse, Display und Zuladung. Und genau dort spart Kukurin. Dass 499 Euro trotzdem kein Selbstläufer sind, zeigt der Todimart T3 ABE — der ist bei uns mit 64 Prozent gesamt durchgefallen.

Verarbeitung und Schweißnaht am Rahmen des Kukurin G2 Pro
Die Schweißnähte sind sichtbar, der Lack an den Kanten nicht überall sauber

Deutlicher wird es beim Trittbrett. Die Gummiauflage ist nicht sauber verklebt. Das ist keine Stelle, die man übersieht, du stehst zwei Wochen lang jeden Tag darauf. Funktional stört es nicht, gelöst hat sich in unserem Testzeitraum nichts. Es ist aber genau die Art von Detail, an der man einem Scooter ansieht, wo gespart wurde.

Nicht sauber verklebte Gummiauflage auf dem Trittbrett des Kukurin G2 Pro
Der Gummi auf dem Trittbrett ist nicht sauber verklebt, sichtbar aber ohne Folgen im Test

Das Display spiegelt, und das ist ein Problem

Das Display zeigt Fahrmodus, Tempo und Akkustand. Mehr nicht, und das reicht in dieser Klasse auch. Was stört, ist die Ablesbarkeit: Bei direkter Sonne spiegelt es stark, und bei unseren 31 Grad Testwetter war das keine Randerscheinung, sondern Alltag. Du kippst dann den Kopf oder rätst.

Beim iX7 hatten wir an dieser Stelle ein Display, dessen Neigungswinkel sich verstellen lässt — genau das fehlt hier. Und weil der G2 Pro keine App hat, gibt es auch keinen Umweg übers Handy: Was du auf dem Display nicht liest, weißt du nicht.

Das Display des Kukurin G2 Pro
Modus, Tempo, Akkustand, mehr zeigt das Display nicht und bei Sonne kaum das

Klappen top, Lenker fixieren flop

Der Klappmechanismus selbst funktioniert gut. Öffnen und Schließen gehen schnell und ohne Fummelei, da gibt es nichts zu meckern.

Der Haken sitzt woanders. Die Lenkerhöhe stellst du über drei feste Stufen ein und fixierst sie anschließend hinten am Schutzblech. Diese Fixierung hält im normalen Fahrbetrieb — aber sie hält nicht viel aus. Schon moderater Druck reicht, damit sie sich wieder löst. Wer den Scooter am Hinterrad eine Treppenstufe hochzieht, hat danach unter Umständen einen losen Lenker. Im Alltag heißt das: nach jedem Transport nachprüfen.

Das ist kein Sicherheitsmangel, aber ein Konstruktionsdetail, das nervt — und eines, das mit einer stabileren Klemmung leicht vermeidbar gewesen wäre.

Die Höhenverstellung des Lenkers am Kukurin G2 Pro
Drei feste Stufen für die Lenkerhöhe, die Fixierung dahinter ist die Schwachstelle

Drei Punkte, die Punkte kosten

  1. Durchgängig No-Name-Komponenten: Weder an Bremsen noch am Motor noch an den Griffen steht ein Herstellername. Im Alltag funktioniert das, bei Ersatzteilen und Langzeitqualität bist du komplett auf Kukurin angewiesen.
  2. Nur IP54: Spritzwasser ja, richtiger Regen nein. Der Ausom L1 ABE liegt beim Wasserschutz eine Stufe höher, beim Staubschutz erreicht der iScooter iX7 die Bestnote. Für einen Scooter, der auf Schotter unterwegs sein soll, ist das der falsche Sparposten.
  3. 120 Kilogramm Zuladung: Der Standardwert dieser Klasse, aber eben nur der. Ausom L1 (135 kg) und iX7 (150 kg) bieten mehr Reserve.

Was wir dagegen ausdrücklich loben: Nach zwei Wochen täglichem Pendeln hat sich nichts gelockert, nichts geklappert, nichts gequietscht. Die No-Name-Teile halten also, was sie sollen — sie stehen nur ohne Namen dafür gerade. Unterm Strich bleiben 65 %.

Verarbeitung
65 %

Der Fahreindruck des Kukurin G2 Pro: stark am Berg, brav an der Ampel

500 Watt Nennleistung, 1.200 Watt Spitzenleistung, 22 Nm Drehmoment im Hinterrad — auf dem Papier ist der G2 Pro damit genauso bestückt wie der deutlich teurere iScooter iX7. In der Praxis liefert er ab, und zwar ausgerechnet dort, wo die meisten günstigen Scooter aufgeben.

Beim Tempo bleibt er dabei ehrlich. Per GPS haben wir 21,9 km/h gemessen — das ist die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit inklusive der zulässigen Toleranz, kein Tuning. Auf längeren Radwegen merkst du den Unterschied zu Modellen, die strikt bei glatten 20 km/h dichtmachen.

Am Berg schlägt er seine Klasse

An unserer Standardrampe hält der G2 Pro das Tempo nicht — das schafft kein Scooter mit einem einzelnen Antriebsrad. Entscheidend ist, wie weit er einbricht: Bei uns fällt er auf 14 km/h ab und hält die dann konstant. Das ist für einen Single-Motor-Antrieb ein sehr guter Wert, und er liegt über dem, was wir in dieser Preisklasse sonst sehen.

Wichtig ist die Unterscheidung: Der Kukurin verliert Tempo, aber keine Leistung. Kein plötzliches Wegbrechen, kein Abschalten auf halber Rampe, keine thermische Notbremse bei 31 Grad Außentemperatur. Die 36 Prozent Steigfähigkeit sind damit kein Prospektwert, sondern das, was tatsächlich ankommt.

Noch bemerkenswerter fanden wir das Verhalten bei niedrigem Akkustand. Viele günstige Scooter werden im letzten Akkudrittel spürbar zäh, ziehen schlechter an und schaffen Steigungen nicht mehr, die mit vollem Akku kein Problem waren. Der G2 Pro macht das nicht, er zieht auch mit knapper Restladung sauber durch.

💡 Warum der Akkustand über die Leistung entscheidet

Ein Elektromotor zieht seine Kraft aus der Spannung, und die sinkt, je leerer der Akku wird. Ob du das merkst, hängt vom Controller und von der Zellqualität ab: Gute Systeme halten die Leistung bis kurz vor Schluss konstant, schwache regeln früh ab, um die Zellen zu schonen.

Deshalb testen wir Steigungen bewusst nicht nur mit vollem Akku. Ein Scooter, der nur die ersten 20 Kilometer stark ist, nützt dir auf dem Rückweg von der Arbeit wenig.

Antritt: solide, aber kein Sprinter

Einen Zero Start hat der G2 Pro nicht. Du musst also bei jedem Anfahren antreten, bevor der Motor übernimmt. Hat er einmal übernommen, zieht er sauber und gleichmäßig los — spektakulär ist das aber nicht. An den Antritt eines VMAX New VX4 oder eines ePowerFun ePF PULSE+ reicht er nicht heran, und das ist bei dreifachem Preisunterschied auch keine Überraschung.

Gesteuert wird über ein klassisches Daumengas, das sich fein dosieren lässt. Kein Ruckeln, kein plötzliches Losspringen. Ergonomisch schöner sind Lösungen wie das Fingergas des Ausom L1 ABE, das du zu dir ziehst statt zu drücken — nach längeren Strecken meldet sich der Daumen. Ein Ausschlusskriterium ist das nicht.

Die Steuerung am Lenker des Kukurin G2 Pro
Klassisches Daumengas, nicht die ergonomischste Lösung aber sauber dosierbar

Vier Fahrstufen und ein Tempolimit, das auch bergab gilt

Kukurin nennt im Datenblatt drei Fahrstufen mit 10, 15 und 20 km/h. Tatsächlich sind es vier: Darunter sitzt noch ein Lauf-Modus, der praktisch ist, wenn du die 22 Kilo neben dir herschiebst, statt sie zu tragen. Die drei Fahrstufen darüber riegeln sauber ab, ohne Nachschieben.

Ein Detail, das dir sonst niemand verrät: Der G2 Pro regelt auch bergab auf 20 km/h herunter. Sobald du schneller wirst als die zulässige Höchstgeschwindigkeit, bremst der Motor gegen — selbst dann, wenn du gar kein Gas gibst. Wer schon mal einen Scooter ohne diese Regelung einen längeren Abhang hinuntergerollt ist, weiß, dass das ein Sicherheitsgewinn ist. Wer gern rollen lässt, wird es als bevormundend empfinden.

Beim Geräusch gibt es nichts zu bemängeln. Den Motor hörst du praktisch nicht, was du hörst, sind die Reifen auf dem Untergrund. Kein Sirren, kein Pfeifen beim Anfahren.

Unterm Strich ist der Antrieb die stärkste Seite dieses Scooters. Konstante 14 km/h an unserer Rampe, keine Leistungseinbrüche bei niedrigem Akkustand, ein leiser Lauf und ein sauber dosierbares Gas — dafür gibt es in unserem Testverfahren 93 %. Dass es nicht mehr wird, liegt am fehlenden Zero Start und am unauffälligen Antritt.

Motor
93 %

Das Fahrverhalten des Kukurin G2 Pro: Vollfederung mit klarer Grenze

Fahrverhalten ist mehr als Motorleistung. Reifen, Federung, Ergonomie — erst das Zusammenspiel entscheidet, wie sich ein E-Scooter nach dreißig Kilometern anfühlt. Und hier hat der G2 Pro seinen zweitstärksten Auftritt.

Kukurin federt den Scooter an beiden Achsen. Das merkst du sofort: Wurzeln, Schotter, Bordsteinabsätze und Fahrbahnschäden schluckt der G2 Pro weg, ohne dass es unangenehm in Handgelenke oder Knie geht. Auch gut verlegtes Kopfsteinpflaster war für ihn kein Problem, extremes und ausgefahrenes Pflaster haben wir allerdings nicht gesucht.

Die Heckfederung des Kukurin G2 Pro von der Seite
Die Federungskonstruktion am Heck, solide gebaut aber ohne Einstellmöglichkeit

Wo die Federung an ihre Grenze kommt

Zwei Einschränkungen musst du kennen. Erstens: Der Federweg ist begrenzt. Solange du rollst, ist das egal. Sobald es im Wald über eine Kante geht und der Scooter kurz abhebt, spürst du, dass hier nicht viel Reserve ist.

Zweitens, und das ist der wichtigere Punkt: Mit 90 Kilogramm Fahrergewicht ist die Federung am Limit. Sie arbeitet noch, sie schlägt nicht durch, aber viel Luft nach oben bleibt nicht. Auf dem Datenblatt stehen 120 Kilogramm Zuladung, und die trägt der Rahmen auch. Der Fahrkomfort, für den du die Vollfederung eigentlich kaufst, nimmt oberhalb von rund 90 Kilo aber spürbar ab.

Nachjustieren geht nicht. Die Dämpfer sind nicht einstellbar, weder in der Vorspannung noch in der Zugstufe. Was du bekommst, ist die Abstimmung ab Werk.

Detailaufnahme des Stoßdämpfers am Kukurin G2 Pro
Der Stoßdämpfer im Detail, straff abgestimmt aber ohne jede Einstellmöglichkeit

Ergonomie: Der Lenker macht den Unterschied, nicht das Trittbrett

Das Trittbrett des G2 Pro ist mit 160 Millimetern schmal, und in unseren Contras steht es als Schwäche. Für die Ergonomie im Fahrbetrieb spielt das aber kaum eine Rolle, denn die Füße stehen ohnehin hintereinander, nicht nebeneinander. Wichtiger sind zwei andere Dinge.

Die Griffe liegen gut in der Hand, und die Lenkerhöhe lässt sich über drei feste Stufen anpassen. Unsere Tester zwischen 178 und 182 Zentimetern haben alle eine passende Einstellung gefunden. Genau hier liegt allerdings auch der Haken, den wir im Verarbeitungskapitel beschrieben haben: Die Verstellung ist ergonomisch ein echter Gewinn, die Fixierung dahinter hält leider nicht viel aus.

Die Fahrstabilität überzeugt dagegen ohne Einschränkung. Der G2 Pro liegt satt, das Kurvenverhalten ist berechenbar, und selbst einhändiges Fahren war problemlos möglich. Nichts flattert, nichts kippelt.

Die Frontfederung des Kukurin G2 Pro
Auch vorne arbeitet ein Federbein, Vollfederung ist in dieser Preisklasse die Ausnahme

Neun Zoll fordern Aufmerksamkeit

Der G2 Pro rollt auf 9-Zoll-Reifen. Der iScooter iX7 und der Ausom L1 ABE haben jeweils einen Zoll mehr, und das ist kein Detail für Datenblatt-Sammler: Kleinere Räder fallen tiefer in Kanten. An Bordsteinen und dicken Wurzeln merkst du das deutlich. Achte dort darauf, dein Gewicht nicht nach vorn zu verlagern, sonst wird aus einer Kante schnell ein Stoß in die Handgelenke.

Unterm Strich liefert der Kukurin G2 Pro ein Fahrverhalten, das deutlich über dem liegt, was 499 Euro erwarten lassen. Vollfederung, stabile Lage, gute Ergonomie. Die Grenzen liegen bei schwereren Fahrern, im gröberen Gelände und an hohen Kanten. In unserem Testverfahren stehen damit sehr gute 92 %.

Fahrverhalten
92 %

Die Alltagstauglichkeit des Kukurin G2 Pro im Test

748 Wattstunden in einem Scooter für 499 Euro, das klingt nach einer Ansage. Kukurin verspricht damit 65 Kilometer. Wir haben nachgemessen und kommen auf 44 Kilometer.

Das sind 32 Prozent weniger als angegeben. Zur Einordnung: Über alle 32 Modelle, die wir bisher auf unserer Messstrecke vermessen haben, liegt die durchschnittliche Abweichung bei 15 Prozent. Der G2 Pro liegt also deutlich über dem, was wir sonst sehen.

💡 So messen wir die Reichweite

Wir testen nie unter perfekten Bedingungen, genau darin liegt der Sinn. Jeder E-Scooter fährt bei uns dieselbe Strecke aus Asphalt, Waldwegen, Feldwegen und Steigungen, immer mit 90 Kilogramm Zuladung. Aus dem gemessenen Verbrauch rechnen wir die Gesamtreichweite hoch, statt den Akku leerzufahren.

Hersteller ermitteln ihre Werte typischerweise anders: leichterer Fahrer, konstantes Tempo, ebene Strecke, Idealtemperatur. Beide Zahlen sind nicht falsch, sie messen nur nicht dasselbe. Unsere ist die, die du im Alltag wiederfindest.

Warum der große Akku wenig hilft

Spannend wird es im direkten Vergleich. Der G2 Pro verbraucht auf unserer Strecke rund 17 Wattstunden pro Kilometer. Der iScooter iX7 kommt mit 12,9 aus, der Ausom L1 ABE mit 13,5. Der Kukurin braucht also rund ein Drittel mehr Energie für dieselbe Strecke.

Der wahrscheinlichste Grund sind die 9-Zoll-Reifen mit grobem Offroad-Profil: kleinere Räder und mehr Rollwiderstand kosten Effizienz. Das Ergebnis ist paradox, denn der G2 Pro hat den zweitgrößten Akku der drei und trotzdem die kürzeste echte Reichweite. Wer maximale Distanz sucht, findet sie im Vergleich der E-Scooter mit hoher Reichweite.

Was 44 Kilometer im Alltag bedeuten

Jetzt die gute Nachricht: Für den typischen Einsatzzweck reicht das locker. Unsere Pendelstrecke liegt bei 12 Kilometern pro Tag, hin und zurück. Damit kommst du drei Tage entspannt durch, bevor der Scooter ans Kabel muss. Wer unter 15 Kilometer täglich fährt, lädt zweimal die Woche, mehr nicht.

Kritisch wird es erst, wenn du auf die Herstellerangabe gebaut hast. Wer 60 Kilometer am Stück plant, bleibt mit diesem Scooter liegen.

Laden nur am Stück und nur langsam

Der Akku lässt sich nicht entnehmen. Geladen wird also dort, wo der ganze Scooter steht, und das dauert rund sechs Stunden. Über Nacht ist das kein Thema, zwischendurch im Büro nachladen fällt aus. Ein Schnellladeadapter liegt nicht bei und ist auch nicht vorgesehen.

Mit 22,3 Kilogramm ist das Schleppen zur Steckdose immerhin machbar, der iX7 wiegt fast vier Kilo mehr. Wer im dritten Stock ohne Aufzug wohnt, schaut sich trotzdem besser bei den E-Scootern mit Wechselakku um.

Der Kukurin G2 Pro zusammengeklappt
Zusammengeklappt misst der G2 Pro 1170 x 590 x 512 mm und passt in jeden normalen Kombi

Transport: gut gedacht, halb umgesetzt

Beim Falten macht Kukurin vieles richtig. Der Mechanismus geht schnell und leicht von der Hand, das Klappmaß ist mit 1170 x 590 x 512 Millimetern kompakt genug, dass der Scooter entspannt in einen normalen Kombi passt. Und geklappt lässt er sich gut rollen, statt ihn tragen zu müssen, bei 22 Kilo ein echter Vorteil gegenüber schwereren Modellen.

Der Klappmechanismus des Kukurin G2 Pro
Der Klappmechanismus selbst arbeitet schnell und ohne Fummelei

Nur hält der Verschluss dabei nicht zuverlässig. Wir haben es im Verarbeitungskapitel schon beschrieben: Die Fixierung löst sich unter Druck. Genau das passiert auch beim Rollen über Kanten und Schwellen. Der Scooter fällt dabei nicht auseinander, aber du greifst regelmäßig nach, und das nimmt der eigentlich guten Rollfunktion die Souveränität.

Die Sicherung des Klappmechanismus am Kukurin G2 Pro
Die Sicherung dahinter ist der Schwachpunkt, funktional aber nicht standfest

Beim Lieferumfang gibt es dagegen nichts zu meckern. Neben Ladegerät, Werkzeug, Handbuch und zwei Schlüsseln lag bei unserem Testmuster sogar eine Lenkertasche bei, in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.

Unterm Strich ist die Alltagstauglichkeit das zweitschwächste Kapitel dieses Tests. Der einfache Klappmechanismus, das moderate Gewicht und der komplette Lieferumfang sprechen für den G2 Pro. Die gemessenen 44 Kilometer, der fest verbaute Akku und die wacklige Fixierung ziehen ihn nach unten. Im Testverfahren bleiben 74 %.

Alltag
74 %

Die Sicherheit des Kukurin G2 Pro: starke Bremsen, fehlende Blinker

Bei einem Scooter, der 22 km/h erreicht und im Gelände unterwegs sein soll, sind gute Bremsen keine Kür. Der G2 Pro ist hier ordentlich aufgestellt: Scheibenbremsen vorne und hinten, dazu eine elektronische Zusatzbremse.

Die Bremswege im Test

Unsere Messwerte aus 20 km/h:

  • Vorderradbremse: 3,34 m
  • Hinterradbremse: 3,78 m
  • Kombiniert: 3,21 m

Einzeln betrachtet sind das die besten Werte im Feld der günstigen ABE-Offroader. Der iScooter iX7 braucht vorne 3,58 Meter, der Ausom L1 ABE sogar 3,75. Umso auffälliger ist, dass der Kukurin ausgerechnet kombiniert zurückfällt, dort liegen iX7 mit 3,07 Metern und Ausom L1 mit 3,14 Metern vorn.

Warum die Kombination schlechter ist als die Einzelwerte

Die Erklärung liefert das Fahrverhalten unter Vollbremsung: Das Hinterrad blockiert. Sobald es steht, bremst es nicht mehr, sondern rutscht, und genau diese Reserve fehlt beim kombinierten Bremsweg. Ein ABS hat der G2 Pro nicht, das ist in dieser Preisklasse aber auch nicht zu erwarten.

Für dich heißt das: Verlagere bei einer Vollbremsung bewusst dein Gewicht nach hinten und zieh die Vorderbremse dosiert stärker. Dann bleibt das Heck am Boden.

Wie sich die Bremse dabei anfühlt, hat uns überzeugt. Sie greift bissig statt schwammig und lässt sich trotzdem fein dosieren. Und noch eine Überraschung: Über zwei Wochen Dauereinsatz hat nichts geschliffen. Bei mechanischen Scheibenbremsen in dieser Klasse ist das alles andere als selbstverständlich, nachjustieren mussten wir kein einziges Mal.

Beim Licht macht Kukurin fast alles richtig

Das Frontlicht leuchtet die Fahrbahn tatsächlich aus, statt dich nur sichtbar zu machen. Auf unbeleuchteten Feld- und Waldwegen kommst du damit zurecht, in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.

Das Frontlicht des Kukurin G2 Pro
Das Frontlicht leuchtet die Fahrbahn aus und macht dich nicht nur sichtbar

Hinten ist das Bild geteilt. Das Rücklicht ist ausreichend hell, aber nichts Besonderes, es erfüllt seinen Zweck und mehr nicht. Das eigentliche Argument sitzt daneben: Der G2 Pro hat ein echtes Bremslicht, das beim Verzögern deutlich heller wird.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber genau der Punkt, an dem viele günstige Scooter sparen. Dem iScooter iX7 fehlt es komplett, und der kostet 100 Euro mehr. Wer viel im Berufsverkehr fährt, wird den Unterschied zu schätzen wissen.

Das Hecklicht des Kukurin G2 Pro
Das Rücklicht ist unauffällig, das separate Bremslicht ist hier das stärkere Argument

Was fehlt: Blinker, und zwar komplett

Und dann der Punkt, der uns am meisten stört: Der Kukurin G2 Pro hat keine Blinker. Weder vorne noch hinten. Der iScooter iX7 und der Ausom L1 haben immerhin welche am Lenker, hier gibt es gar nichts.

Im Alltag heißt das Handzeichen. Das funktioniert, aber du nimmst dabei eine Hand vom Lenker, ausgerechnet in der Situation, in der du abbiegst und bremst. Auf nassem Untergrund oder mit Gepäck ist das unangenehm. Aus unserer Sicht sollte ein E-Scooter im Jahr 2026 Blinker haben, Punkt. Wer nachrüsten will, findet Lösungen in unserem Vergleich der E-Scooter-Blinker.

⚠️ Blinker sind bei Neufahrzeugen längst Pflicht

Die seit dem 1. April 2026 geltende Fassung der eKFV verlangt in § 5 Absatz 4 Fahrtrichtungsanzeiger, die nach vorne und nach hinten wirken. Der G2 Pro erfüllt das nicht und fährt trotzdem legal. Über die Übergangsbestimmungen in § 15 eKFV gelten für Fahrzeuge mit älterer Betriebserlaubnis weiterhin die früheren Bauvorschriften, seine ABE P605 bleibt gültig.

Was du trotzdem wissen solltest: Du kaufst hier einen Ausstattungsstand, der bei Neufahrzeugen nicht mehr genehmigungsfähig wäre. Beim iScooter iX7 haben wir dasselbe kritisiert, nur hat der wenigstens vorne Blinker. Wer den Scooter fünf Jahre fahren will, sollte sich das bewusst machen, auch mit Blick auf den Wiederverkauf.

Die Wegfahrsperre ist besser als nichts

Positiv fällt die mechanische Wegfahrsperre auf. Das Schloss sitzt auf der rechten Seite, zwei Schlüssel liegen bei. Ohne Schlüssel lässt sich der Scooter nicht fahren, das Display bleibt schlicht aus. Schieben geht weiterhin, was praktisch ist, wenn du ihn nur umparken willst.

Der Schlüssel für die Wegfahrsperre des Kukurin G2 Pro
Zwei Schlüssel liegen bei, ohne sie bleibt das Display aus

⚠️ Verlass dich nicht auf die Wegfahrsperre

Wir haben uns den Mechanismus genauer angesehen. Wer den Verschluss öffnet, kann das Schloss ohne großen Aufwand überbrücken. Gegen einen Gelegenheitsdieb, der schnell aufsteigen und wegfahren will, hilft die Sperre. Gegen jemanden, der es gezielt auf den Scooter abgesehen hat, nicht.

Wenn du den G2 Pro draußen abstellst, brauchst du zusätzlich ein ordentliches Schloss. Und weil ein gestohlener Scooter über die private Haftpflicht in der Regel nicht abgedeckt ist, lohnt auch ein Blick auf die E-Scooter-Versicherungen.

Unterm Strich ist die Sicherheit beim Kukurin G2 Pro zweigeteilt, aber anders, als man es in dieser Preisklasse erwartet. Die Bremsanlage überzeugt mit kurzen Einzelwegen, bissigem Zugriff, feiner Dosierbarkeit und ohne Schleifen. Beim Licht macht Kukurin mit dem Bremslicht sogar mehr als teurere Konkurrenten. Was bleibt, ist das komplette Fehlen der Blinker und ein Hinterrad, das unter Vollbremsung blockiert. Im Testverfahren stehen damit 87 %.

Sicherheit
87 %

Für wen lohnt sich der Kukurin G2 Pro?

Nach zwei Wochen Pendelalltag lässt sich der G2 Pro klar einordnen. Er ist kein Alleskönner. Für eine bestimmte Zielgruppe ist er aber ein sehr gutes Angebot.

Der G2 Pro passt zu dir, wenn…

  • Du kurze bis mittlere Strecken pendelst. Bei 12 Kilometern am Tag kommst du drei Tage ohne Steckdose aus. Das reicht für die meisten Arbeitswege locker.
  • Du gemischte Strecken fährst. Asphalt, Feldweg, Waldweg. Genau dafür ist der Scooter gebaut, und die Vollfederung zahlt sich dort sofort aus.
  • Du unter 500 Euro bleiben willst. Vollfederung an beiden Achsen, Scheibenbremsen und ein Bremslicht bekommst du in dieser Preisklasse sonst kaum.
  • Du deutlich unter 90 Kilogramm wiegst. Dann arbeitet die Federung im komfortablen Bereich statt am Limit.
  • Du den Scooter oft transportierst. 22,3 Kilogramm sind fast vier Kilo weniger als beim iScooter iX7. Geklappt rollt er, und er passt in jeden normalen Kombi.

Der G2 Pro passt nicht zu dir, wenn…

  • Du lange Strecken am Stück fahren willst. 44 gemessene Kilometer sind solide, aber weit von den versprochenen 65 entfernt. Wer mehr braucht, greift zum Ausom L1 ABE mit 74 Kilometern.
  • Du viel im dichten Stadtverkehr unterwegs bist. Ohne Blinker bleibt nur das Handzeichen. Beim Abbiegen mit einer Hand am Lenker ist das ein echter Nachteil.
  • Du über 90 Kilogramm wiegst. Der Rahmen trägt bis 120. Der Fahrkomfort leidet vorher.
  • Du eine App willst. Es gibt keine. Keine Restreichweite aufs Handy, keine Updates, keine Sperrfunktion.
  • Du sitzend fahren willst. Die ABE-Variante hat keine Befestigungspunkte für den Sitz.
Das spricht für den Kukurin G2 Pro
  • Vollfederung an beiden Achsen für unter 500 Euro
  • Starker Antrieb mit 36 Prozent Steigfähigkeit
  • Konstante 14 km/h an unserer Teststeigung
  • Keine Leistungsverluste bei niedrigem Akkustand
  • Beste Einzelbremswege im Feld der günstigen ABE-Scooter
  • Separates Bremslicht, das viele teurere Modelle nicht haben
  • Bremsen schleifen auch nach zwei Wochen nicht
  • Mit 22,3 Kilogramm vergleichsweise leicht
  • Geklappt rollbar und kofferraumtauglich
  • Sehr leiser Motor
  • Umfangreicher Lieferumfang inklusive Lenkertasche
Das spricht dagegen
  • Nur 44 statt 65 Kilometer Reichweite, also 32 Prozent unter der Herstellerangabe
  • Hoher Verbrauch von 17 Wattstunden pro Kilometer
  • Keine Blinker, weder vorne noch hinten
  • Lenkerfixierung löst sich schon bei moderatem Druck
  • Akku fest verbaut, sechs Stunden Ladezeit, kein Schnellladeadapter
  • Display spiegelt bei Sonne stark
  • Keine App und keine Konnektivität
  • Federung bei 90 Kilogramm am Limit und nicht einstellbar
  • Hinterrad blockiert bei Vollbremsung
  • Nur IP54 und 120 Kilogramm Zuladung
  • Lack an den Schweißkanten und Trittbrettgummi unsauber verarbeitet

Und würden wir den G2 Pro selbst fahren? Zum Pendeln über gemischte Strecken ja, ohne zu zögern. Für die tägliche Runde durch die Innenstadt eher nicht. Da fehlen uns die Blinker zu deutlich, und dafür gibt es Alternativen mit besserer Ausstattung.

Fazit zum Kukurin G2 Pro. Starker Antrieb, schwache Reichweite

In unserem Test zeigt sich der Kukurin G2 Pro als E-Scooter mit klarem Profil. Für 499 Euro bekommst du einen vollgefederten Offroad-Pendler mit deutscher ABE, der auf gemischten Strecken mehr kann, als der Preis vermuten lässt. Am Ende stehen 86 Prozent in unserem Testverfahren.

Am meisten überzeugt hat uns der Antrieb. Mit 93 Prozent ist der Motor die stärkste Kategorie. Er hält an unserer Teststeigung konstante 14 km/h, bricht auch bei niedrigem Akkustand nicht ein und bleibt dabei angenehm leise. Für einen Scooter mit nur einem Antriebsrad ist das ein sehr guter Wert.

Positiv überrascht haben uns außerdem die Bremsen. Vorne 3,34 Meter, hinten 3,78 Meter, dazu ein bissiger und gut dosierbarer Zugriff ohne jedes Schleifen. Und das separate Bremslicht macht Kukurin besser als manch teurerer Konkurrent.

Enttäuscht hat uns die Reichweite. Statt der versprochenen 65 Kilometer haben wir 44 gemessen. Das sind 32 Prozent Abweichung, deutlich mehr als die 15 Prozent, die wir im Schnitt über unser gesamtes Testfeld sehen. Für den Alltag mit kurzen Pendelstrecken reicht das trotzdem. Wer lange Touren plant, sollte weitersuchen.

Was uns wirklich stört, sind die fehlenden Blinker. Ein Scooter, der 2026 auf den Markt kommt, sollte sie haben. Dazu kommen die wacklige Lenkerfixierung, das spiegelnde Display und der fest verbaute Akku.

Unterm Strich ist der Kukurin G2 Pro nicht der perfekte E-Scooter. Für Pendler mit kurzen Wegen, gemischtem Untergrund und einem Budget unter 500 Euro ist er aber ein starkes Angebot.

Testergebnis
86 %
August 2026

Seb ist „der Techniker“ unter den Scooterianern. Als Berliner weiß er auf alle Fragen zum Thema E-Scooter eine Antwort, die mit „Ick gloob…“ anfängt. Neben der E-Mobilität ist Seb begeisterter Radfahrer.

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