Zusammenfassung
Design
83 %
Portabilität
92 %
Antrieb
73 %
Fahrwerk
85 %
Bremsen
82 %
Akku
93 %
Gesamt
84 %
Xiaomi Mi Scooter Pro 2 einmal aufgebaut und einmal eingeklappt

Der Xiaomi Mi Scooter 1S ist ein günstiger und vergleichsweise guter E-Scooter für einen Preis von 399 Euro.

Doch gilt das auch für den Xiaomi Mi Scooter Pro 2, der sich visuell nur durch sein schwarzes Trittbrett und dem roten Highlight im Vorderrad abhebt? Natürlich handelt es sich beim Mi Scooter Pro 2 ebenfalls um eines der beliebten Modelle mit einer Straßenzulassung.

In unserem Testbericht haben wir das Pro-Modell etwas genauer unter die Lupe genommen und zeigen die größten Unterschiede zum kleineren Xiaomi Mi Scooter 1S.

Hands-On offenbart kaum Unterschiede beim Mi Scooter Pro 2

Bereits in meinem letzten Xiaomi Review habe ich angemerkt, dass ich eine Vergangenheit mit der Marke habe. Ohne das chinesische Fabrikat wäre ich womöglich niemals auf E-Scooter aufmerksam geworden. Folglich habe ich mich auch auf den Test der beiden neue Modelle gefreut.

Nachdem ich den Mi Scooter 1S bereits am ersten Tag testen konnte, muss ich beim Xiaomi Mi Scooter Pro 2 etwas länger warten. Als dann endlich die E-Mail von Mediamarkt kam, habe ich mich sofort auf den Weg gemacht, um das neue Testobjekt abzuholen. Die Verpackung weist keine sonderlichen Unterschiede auf.

Beim Auspacken wird aber klar, dass Xiaomi den neuen Pro 2 visuell etwas von seinem kleinen Bruder abheben möchte. Auffällig ist ein roter Ring im Vorderrad sowie ein dunkleres Grau beim Trittbrett. Ebenfalls fällt der Kennzeichenhalter als Neuerung zum Vorgänger auf. Das digitale Tacho sowie die komplette Konstruktion entspricht den günstigeren Nicht-Pro-Modell.

Sehr schön finde ich auch hier die kleine Anleitung auf dem Karton. Außerdem ist mein neues Modell in einem besseren Zustand und besitzt keine Lackfehler. Im ersten Schritt galt es die Schrauben zu lösen, den Lenker zu montieren und das Gerät mit der App zu koppeln. Besonders cool finde ich den mitgelieferten Imbus-Schlüssel. Dieser lässt sich wirklich gut verwenden und macht die Montage kinderleicht.

Nervig finde ich dahingegen die Kopplung mit der App. Positiverweise ging diesmal die Kopplung einfacher und schneller von der Hand. Zudem blieb ich von einem Abbruch verschont und musste den, meiner Meinung nach etwas nervigen, Signalton nicht unnötig lange ertragen.

Ebenfalls auffällig ist das etwas höhere Gewicht des Xiaomi Mi Scooter Pro 2. Dieser fällt mit 14,2 kg auf dem Papier zwar nur 1,7 kg höher aus. Doch im direkten Vergleich ist dieses Mehr spürbar. Das Highlight des Pro-Modells sollte jedoch die Reichweite sein, denn diese beträgt laut Hersteller konkurrenzfähige 45 km. Auch die unverbindliche Preisempfehlung von 549 Euro ist eine Ansage an die Konkurrenz.

Die technischen Daten vom Xiaomi Mi Scooter Pro 2

Produktübersicht Xiaomi Mi Scooter Pro 2
Xiaomi Mi Scooter Pro 2
Akkukapazität12.8 mAh
Geschwindigkeit18 km/h
Gewicht14.2 kg
Leistung300 Watt
Reichweite38.3 km
BereifungLuft
BremseScheibenbremse & Elektrobremse
DisplayJa
SchaltungDaumengas
Abmessungen113 x 43 x 118 cm
WasserdichtigkeitNein
Listenpreis549,00 €

Bei den technischen Daten gibt es nur minimale Unterschiede zwischen dem Mi Scooter Pro 2 und dem günstigeren Mi Scooter 1S. Allerdings bewegt sich das Pro-Modell bereits in einer anderen Preisklasse. Den Aufpreis von immerhin 150 Euro rechtfertigt Xiaomi mit einer höheren Reichweite und einem etwas anderen Design.

So liegt auch die Maximalgeschwindigkeit beim Mi Scooter Pro 2 bei 20 km/h. Beim Gewicht sorgt der größere Akku für immer 14,2 kg. Nichtsdestotrotz sollte auch dieses Gewicht keine entscheidende Rolle im Alltag spielen. Der größte Vorteil des Pro-Modells ist aus unserer Sicht die maximale Reichweite von 45 km. Mit dieser maximalen Reichweite sollte das Modell der perfekte Alltagsbegleiter für die meisten Käufer sein.

Etwas schade ist, dass Xiaomi auch beim Mi Scooter Pro 2 nur auf 8,5 Zoll Luftreifen setzt. Würden diese etwas größer ausfallen, dann sollte der Fahrkomfort wesentlich besser ausfallen.

Weiterhin positiv ist das aus Aluminium gefertigt Chassis sowie die solide Verarbeitung der verbauten Komponenten. Etwas besser sieht das Trittbrett aus, welches beim Xiaomi Mi Scooter Pro 2 ein dunkleres Grau hat. Zudem fällt dieses rund 4 cm länger aus und bietet somit mehr Fläche für die Füße. Und wenn wir schon bei den Maßen sind, dann sollte die höhere Lenkerposition genannt werden. Der Lenker ist rund 5 cm höher positioniert und somit besser im Alltag.

Wie beim kleinen Modell hat Xiaomi auch hier die maximale Reichweite unter optimalen Testbedingungen erfasst. Dementsprechend gibt es nahezu keine Steigungen sowie Messungen bei perfekten Umweltbedingungen. Folgende Angabe macht der Hersteller auf seiner Seite:

„Der Akku wurde im voll geladenen Zustand überprüft: bei 75 kg Traglast und 25°C, Windstille und auf einer ebenen Straße im Fußgängermodus bei konstanter Geschwindigkeit von 15 km/h.“

Im Gegensatz zum kleineren Modell verfügt der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 auch über einen deutlich größeren Akku. Dieser hat eine Kapazität von 12,8 Ah und bietet somit 67 % mehr an Leistung. In der Praxis soll dies ein mehr an Reichweite von nur 15 km bieten.

Ähnlich wie beim Einstieg in die E-Scooter-Welt von Xiaomi wollen wir auch beim Pro-Modell die Praktikabilität hervorheben. So gibt es einen praktischen und gut funktionierenden Klappmechanismus für den Alltag, ein geringes Gewicht, einen guten E-Motor mitsamt Rekuperationsbremse. In der Praxis soll die Reichweite durch die Rekuperation steigen, denn die kinetische Energie wird direkt in elektrische Energie umgewandelt und als Strom im Akku gespeichert. Wie das kleine Modell verfügt auch der Mi Scooter Pro 2 über unterschiedliche Geschwindigkeitsstufen, die im Stadtverkehr durchaus sinnvoll sein können.

Überzeugen kann auch das gut ablesbare Display. Schade ist dahingegen, dass Xiaomi auf einen Appzwang setzt. Ohne eine Verbindung zur App ist der E-Scooter quasi nutzlos.

Xiaomi Mi Scooter Pro 2 im Test – Verarbeitung und Design

Als ich den Mi Scooter Pro 2 aus der Verpackung geholt habe, sind mir fast keine Unterschiede aufgefallen. Vielmehr hat mich das Modell an meinen alten Mi Scooter M365 erinnert. Allerdings, und das ist positiv, verfügen die Modelle der neusten Generation über eine Straßenverkehrszulassung.

Also ich die neuen Mi Scooter nebeneinander betrachtet habe, sind mir jedoch einige Unterschiede aufgefallen. So ist der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 etwas länger und höher. Außerdem setzt der Hersteller hier auf eine dunkelgraue Gummierung auf dem Trittbrett. Das offensichtlichste Merkmal ist der Rote Kreis im Vorderrad. Erst etwas später ist mir aufgefallen, dass die Griffe des Xiaomi Mi Scooter Pro 2 ebenfalls dunkler sind.

Vergleichsbild zwischen ePF1 und Xiaomi Mi Scooter
Vergleich des Xiaomi Mi Scooter Pro 2, 1S und ePF1

Um ehrlich zu sein gibt es keine weiteren Änderungen beim Design. Etwas anders sieht das bei der Verarbeitung aus. Mein Testmodell hat im Gegensatz zum Mi Scooter 1S keine Lackschäden.

Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität auf einem guten Niveau. Allerdings finden wir hier den vergleichbaren ePF1 deutlich besser. Einerseits sind die Gummigriffe beim Xiaomi Mi Scooter Pro 2 nicht sonderlich ergonomisch und angenehm. Zudem hatten wir bei unserem Testmodell mit einer schleifenden Bremsanlage zu kämpfen. Um das Schleifen abzustellen, mussten wir etwas nachjustieren.

Trotz des etwas größeren Trittbretts ist der Pro 2 noch immer kompakt und gut für den Alltag. Das Schutzblech, welches auch das Kennzeichen hält, ist aus Hartplastik gefertigt. Bei einem bekannten ist dieses recht schnell gebrochen. Wir konnten im Test keine Verarbeitungsfehler oder Schwachstellen feststellen.

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns das Modell in Sachen Verarbeitung und Design überzeugt. Natürlich verfügt der Mi Scooter Pro 2 über mehr Kunststoffteile als etwa der THE-URBAN #HMBRG, dafür ist der Preis jedoch niedriger.

Unser Fazit für den Mi Scooter Pro 2 fällt hier etwas besser als beim günstigen Einstiegsmodell aus. Einerseits haben wir keine Verarbeitungsfehler, bis auf die schleifende Bremse. Auch das Trittbrett gefällt mit seiner größeren Fläche und sorgt somit für eine verbesserte Bewertung.

Design
83 %

Xiaomi Mi Scooter Pro 2 – ein praktikabler Alltagsbegleiter

Ähnlich wie der günstigere Xiaomi kann auch der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 im Alltag überzeugen. Zwar ist dieses Modell rund 1,7 kg schwerer als sein günstigeres Pendant. Doch dies lässt sich auf einen größeren Akku und größere Maße zurückführen.

Allerdings sind 118 x 43 x 113 cm im ausgeklappten Zustand noch immer recht kompakt. Im eingeklappten Zustand misst das Modell sogar nur 49 x 43 x 113 cm und lässt sich recht leicht transportieren.

Auch der Mi Scooter Pro 2 hat uns im urbanen Verkehr überzeugt. Egal ob Tram oder Bahn, das Modell ist nicht zu groß, um die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Zudem lässt sich das Modell schnell und einfach zusammenklappen – die von Xiaomi beworbenen 3 Sekunden habe ich allerdings nicht geschafft. Zudem muss ich sagen, dass ich den Klappmechanismus mit der Klingel nicht sonderlich hochwertig gut finde. Aus eigener Erfahrung gehe ich davon aus, dass diese Befestigung nach einigen Monaten nicht mehr richtig funktioniert.

Aufgrund der leicht steigenden Maße sowie des höheren Gewichts fällt die Bewertung beim Mi Scooter Pro 2 etwas schlechter als beim Einstiegsmodell aus.

Portabilität
92 %

Xiaomi Mi Scooter Pro 2 kann ebenfalls nicht beim Antrieb überzeugen

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der mich bei Mi Scooter 1S wirklich gestört hat – den Antrieb. Ich kann einfach nicht verstehen, wieso Xiaomi einen so schwachen und lauten Antrieb in einem neuen E-Scooter verbaut.

Da es sich beim Pro 2 im Grunde um einen angepassten Mi Scooter 1S handelt, kommt auch hier der gleiche Antrieb zum Einsatz. Auf der Homepage des Herstellers ist diese Information etwas versteckt, denn die Rede ist von einem Motor mit 600 W Spitzenleistung. In den technischen Spezifikationen wird aber deutlich, dass die Nennleistung ebenfalls bei 300 W liegt und somit niedriger ist, als bei anderen E-Scootern in dieser Preisrange.

Da wir zu diesem Zeitpunkt sowieso die beiden Mi Scooter getestet haben, konnte wir zeitgleich auch einen Vergleich mit unseren ePF1 anstellen. Der ePF1 erreicht sowieso eine Maximalgeschwindigkeit von 22 km/h und ist somit deutlich schneller als die Xiaomi-Modelle. Besonders gravierend ist dieser Unterschied allerdings aufgrund der GPS-Geschwindigkeit die bei echten 21,7 km/h lag und bei den beiden Mi Scooter Modellen nur bei maximal 18 km/h lag.

Des Weiteren kann ich nicht nachvollziehen, wieso Xiaomi mit einer Steigfähigkeit von 20 % wirbt. 20 % sind wirklich steil und 300 W nicht sonderlich viel Leistung. Bereits bei unserem Testanstieg von gerade einmal 10 % offenbart der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 schwächen und erreicht eine Geschwindigkeit von 17 km/h laut Tacho. Bei steileren Anstiegen sah das Bild noch düsterer aus. Im direkten Vergleich konnte der ePF1 deutlich besser performen. Doch auch andere Modelle wie der Trekstor EG40610 sind hier viel besser.

Entgegen meiner Hoffnung hatte auch der Mi Scooter Pro 2 einen lauten und nervigen Antrieb. Auf meinem täglichen Arbeitsweg hat mich dieser Sound wirklich gestört und ich habe immer Kopfhörer benutzt. Das kann ich bei einem modernen Antrieb nicht nachvollziehen.

Gut gefallen mir dahingegen die verschiedenen Fahrmodi. Im Fußgängermodus fährt das Gerät rund 5 km/h und lässt sich somit auch auf Bürgersteigen verwenden. Der D-Modus ist aus meiner Sicht etwas unnötig, da der E-Scooter hier maximal 15 km/h fährt. Meine Standardeinstellung war der S-Modus – dieser ist natürlich am energiehungrigsten. Allerdings kann man hier die 20 km/h Tachogeschwindigkeit erreichen und somit das Potenzial des Modells ausschöpfen.

Ironischerweise scheinen andere Nutzer ebenfalls Probleme mit dem Antrieb des Mi Scooter Pro 2 zu haben. Folglich gibt es bereits jetzt die Möglichkeit das Modell mittels einen Software-Flashs von seiner Geschwindigkeitsbegrenzung zu entkoppeln. Die XiaoFlasher App ermöglich Beta-Testern die Möglichkeit zum Löschen der Softwareseitigen Höchstgeschwindigkeit. Wichtiger Hinweis: Mit diesem Flash verliert das Modell seine Straßenzulassung.

Antrieb
73 %

Luftreifen sorgen für guten Federungskomfort

Wer seinen E-Scooter regelmäßig im Alltag nutzt, der weiß einen guten Federungskomfort zu schätzen. Die 8,5 Zoll großen Luftreifen tragen teils zu einer guten Federung bei. Zur Auslieferung waren die Reifen jedoch sehr prall mit Luft gefüllt. Folglich habe ich mithilfe meiner Luftpumpe den Druck etwas reduziert.

Reifen Mi Scooter Modelle
Auffälliges Reifendesign beim Mi Scooter Pro 2

Das Ergebnis war erstaunlich, denn die Reifen haben spürbar besser gefedert. Ebenfalls dazu beitragen dürften die größeren Maße des Chassis. Vergleichen wir die Federung allerdings mit dem ePF1, dann ziehen die Modelle von Xiaomi deutlich den Kürzeren. Als Fahrer spürt man einfach die fehlende Federung und die kleinen Luftreifen.

Allerdings, und das habe ich schon beim Mi Scooter 1S gesagt, federn andere Modelle ohne dedizierte Federung wesentlich besser. Hierzu gehört etwa der günstigere TREKSTOR e.GEAR EG40610, der auch bei 22 km/h auf dem Feldweg noch komfortabel ist. Wären die verbauten Reifen etwas größer, könnte sich das Blatt allerdings drehen und der Xiaomi deutlich mehr überzeugen.

Kommen wir nun zum Federungskomfort. Mithilfe von 8,5 Zoll Luftreifen möchte Xiaomi ein Maximum an Federungskomfort gewährleisten. Ein separates Fahrwerk mit einer Federung wurde nicht verbaut. Allerdings zeigt sich, dass die Luftreifen durchaus eine Nummer größer ausfallen dürften, denn Schläge und Unebenheiten werden direkt an den Fahrer weitergegeben.

Wen diese kleine Kritik nicht wirklich interessiert kann seinen Fahrkomfort durch einen einfachen Trick deutlich verbessern: einfach beim Fahren in die Hocke gehen und unschöne Schläge vermeiden.

Fahrwerk
85 %

Gute Bremsleistungen beim Mi Scooter Pro 2

Gemäß den gesetzlichen Anforderungen verfügt der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 über zwei dedizierte Bremsanlagen. Eine Bremse ist der E-Motor im Vorderrad und die zweite Bremse befindet sich in Form einer mechanischen Scheibenbremse am Hinterrad.

Die Hinterbremse leistet nach der Feinjustierung wirklich gute Bremsergebnisse. Die Vorderradbremse verzögert ebenfalls gut, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Rekuperationsbremse, die mit sinkender Geschwindigkeit auch an Leistung verliert.

Folglich empfiehlt sich stets das Bremsen mit beiden Bremsanlagen, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Ein cooles Feature findet sich in der Mi Home App von Xiaomi. Hier lässt sich die Rekuperation während der Fahrt einstellen. Mit einer hohen Rekuperationsleistung sowie einer vorausschauenden Fahrweise können Bremsvorgänge nahezu vollständig vermieden werden.

Illustration des Rekuperationssystems des Xiaomi Mi Scooters
Das Rekuperationssystem bei den neuen E-Scootern von Xiaomi

Das besondere bei der Rekuperation ist, dass die kinetische Energie des sich bewegenden E-Scooters nicht vollkommen verlorengeht. Vielmehr wandelt der Motor diese kinetische Energie in elektrische Energie um und speist diese in den Akku. Auf diese Weise lässt sich die Reichweite des Modells spürbar verlängern.

Bremsen
82 %

Akku und Reichweite beim Mi Scooter Pro 2

Im Vergleich zum 1S hat der Pro 2 eine deutliche größere Batterie. Allerdings zeigt ein Blick auf die Daten, dass diese zusätzliche Kapazität nur für 15 km mehr an Reichweite reicht. Relativ betrachtet heißt dies, dass ein 67 % größerer Akku nur für 50 % mehr Reichweite reicht.

Doch auch beim Mi Scooter Pro 2 hat Xiaomi eine kleine Randnotiz in den Werbemitteln hinterlegt, denn sämtliche Messungen erfolgten bei 15 km/h und einer perfekten Umgebungstemperatur.

Realistischer ist aus unserer Sicht eine höhere Geschwindigkeit sowie extremere Bedingungen. Außerdem gibt es quasi immer Wind, sodass dieser natürlich ebenfalls eine Rolle spielen sollte.

Um ein realistischer Bild über die Reichweite zu erhalten, habe ich das Modell so lange benutzt, bis der Akku vollständig entladen war. Hierfür bin ich mehrmals eine 10 km große Runde durch die umliegenden Dörfer gefahren.

Und das gute ist, dass bereits der Begriff „mehrmals“ verdeutlicht, dass ich eine höhere Reichweite geschafft habe. Am Ende bin ich ganze 37,3 km weit gekommen. Das ist eine Abweichung von 17,1 %, sollte im Alltag allerdings ausreichen. Auf dem täglichen Arbeitsweg hat mich das jedenfalls nicht weiter gestört und ich musste unter der Woche nur ein Mal aufladen.

Etwas schade ist hierbei, dass der Akku fest montiert ist. Somit muss der Mi Scooter Pro 2 direkt neben einer Steckdose stehen oder mit in das Haus oder die Wohnung genommen werden. Erstaunlich ist, dass die Rekuperation im Test zu einer höheren Reichweite geführt hat. Komplett ohne Rekuperation sind wir nur 35,1 km gefahren.

Für einen E-Scooter zum Preis von 549,00 Euro ist die erzielte Reichweite mehr als akzeptabel. Sollte die Degradation des Akkus nicht so verlaufen wie bei den alten Modellen, können Nutzer langfristig ihren Spaß haben.

Akku
93 %

Unser Fazit zum Xiaomi Mi Scooter Pro 2

Da ich jetzt beide Xiaomi Mi Scooter testen konnte, muss ich sagen, dass das Pro-Modell mein klarer Gewinner ist. Die hohe Reichweite, die gute Verarbeitung und der vergleichsweise gute Federungskomfort konnten mich überzeugen.

Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass ich mir das Modell nicht kaufen würde. Der Grund hierfür ist der Motor. Ich bin bereits viele Modelle gefahren. Dabei bleiben mir von allen Dingen der Segway Ninebot MAX G30D, der THE-URBAN #HMBRG, der ePF1 von ePowerFun oder der Streetbooster im Kopf. Alle diese Modelle besitzen einen besseren Antrieb und machen einfach mehr Spaß – und Elektromobilität lebt schlicht und ergreifend vom Fahrspaß.

Allerdings muss man auch ehrlich sagen, dass Xiaomi ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis bietet. Zusätzlich gibt es einen perfekten Hub für die Verwaltung aller Produkte, die Mi Home App. Die Möglichkeiten in dieser App gefallen mir wirklich gut und sind sinnvoll. Allerdings geht mir Xiaomi hier einen Schritt zu weit, denn ohne die App lässt sich das Modell gar nicht benutzen. Wer bereits ein leeres Handy auf Arbeit hatte, der weiß wovon ich spreche.

Meine Empfehlung in dieser Preisklasse ist der ePF1 von ePowerFun. Das Modell macht wirklich Spaß, besitzt eine Federung und Stefan, der Gründer des Unternehmens, interessiert sich wirklich für seine Kunden und deren Erfahrungen mit dem Produkt.

Testergebnis
84%
April 2022

Seb ist „der Techniker“ unter den Scooterianern. Als Berliner weiß er auf alle Fragen zum Thema E-Scooter eine Antwort, die mit „Ick gloob…“ anfängt. Neben der E-Mobilität ist Seb begeisterter Radfahrer.