Zusammenfassung
Design
90 %
PortabilitÀt
85 %
Antrieb
83 %
Fahrwerk
80 %
Bremsen
84 %
Akku
70 %
Gesamt
85 %
ODYS Alpha X10 zusammengeklappt

Der ODYS Alpha X10 ist ein faltbarer E-Scooter mit Straßenzulassung, der trotz guter Grundvoraussetzungen hĂ€ufig unter dem Radar fliegt. Warum das so ist und ob sich der Kauf des ODYS Alpha X10 lohnt, klĂ€ren wir in unserem Test. Wir gucken uns Verarbeitung und Motor an und ĂŒberprĂŒfen, ob der Scooter tatsĂ€chlich die angegebene Reichweite von 30 Kilometern erreichen kann. DarĂŒber hinaus vergleichen wir ihn mit preislich Ă€hnlichen Modellen wie dem beliebten ePF-1 und zeigen dir, welcher Scooter die bessere Wahl ist.

Der erste Eindruck zum ODYS Alpha X10

Im E-Scooter Bereich gibt es unzĂ€hlige Hersteller, die sich besonders durch das Design des Scooters hervorheben. Egal ob  IOHAWK Legend oder auch Streetbooster One – optisch beeindruckende und auffĂ€llige Scooter gibt es viele.

Beim ODYS Alpha X10 fallen optische Besonderheiten weg. Im Gegenteil: Wenn optischer Minimalismus einen Namen hĂ€tte, wĂ€re es vermutlich „ODYS Alpha X10“. Der Scooter kommt ohne Aufkleber oder Klarlack und sonstiges Chichi aus. Nach dem Unboxing und dem Entfernen der Styroporreste vereinen wir Stange und Lenker und schon steht er in schnörkellos schönem matt-schwarz vor uns. Optisch erinnert er sehr an eine schwarze Version des bekannten Soflow S06.

Der 16 Kilo schwere Scooter sieht sehr sehr gut und robust verarbeitet aus. Nichts wackelt oder wirkt instabil. Lediglich die Rutschmatte des Trittbrett hat nicht gerade den hĂ€rtesten Grip. Das ist jedoch nur ein geringer Wehrmutstropfen, wenn man sich die ĂŒbrige VerarbeitungsqualitĂ€t fĂŒr das mittlere Preissegment, indem sich der Scooter befindet, anschaut.

Auch bei den SchweißnĂ€hten konnten wir keine potenziellen Gefahren oder Sollbruchstellen entdecken – im Gegenteil. Auch der Schließmechanismus des faltbaren Scooters unterscheidet sich kaum von anderen E-Scootern und lĂ€sst sich innerhalb von wenigen Sekunden einsetzen.

Die Verkabelung des Scooters ist sehr sauber und auch die Ummantellung ist ordentlich ins schlichte Design integriert. Positiv: Bei vielen E-Scootern der mittleren Preisklasse werden die Kabel mit einer Art Gaffatape gesichert. Beim Odys Alpha X10 ist dies nicht der Fall. Hier wird eine ansprechende, dĂŒnne, blaue Kabelummantellung verwendet.

Selbst die 10 Zoll großen Luftreifen des Scooters (die in diesem Preissegment nur selten zu finden sind) wirken auf den ersten Blick robust. Lediglich den Vorderreifen mussten wir ein wenig aufpumpen, um die empfohlenen 2,5 bar zu erreichen, was jedoch problemlos möglich war und bei E-Scootern mit Luftreifen fast immer der Fall ist.

Die technischen Details des ODYS Alpha X10 im Überblick

ProduktĂŒbersicht Odys Alpha X10
ODYS Alpha X10
AkkukapazitÀt7.8 mAh
Geschwindigkeit20 km/h
Gewicht16 kg
Leistung350 Watt
Reichweite20 km
BereifungLuft
BremseTrommelbremse
DisplayJa
SchaltungDaumengas
WasserdichtigkeitStaub- & Wasserdicht IP56
Listenpreis658,99 €

Die technischen Details des ODYS Alpha X10 im Überblick

Aus technischer Sicht handelt es sich beim ODYS Alpha X10 um einen sehr gut ausgestatteten E-Scooter, der fĂŒr Menschen mit unterschiedlichsten BedĂŒrfnissen geeignet ist. Selbst schwerere Personen dĂŒrften mit dem bis 120 Kilogramm belastbaren Scooter auf ihre Kosten kommen. Der robuste Aluminiumrahmen vermittelt einen langlebigen Eindruck und auch das Display wirkt hochwertig.

Auch wenn die 16 kg Eigengewicht des Scooters fĂŒr sehr zierliche Personen zu schwer sein könnten, lĂ€sst sich der zusammengeklappte Scooter durch die Einrastfunktion am hinteren Schutzblech gut transportieren. Dennoch: Der vergleichbar teure ePF-1 ist rund 2 Kilogramm leichter, trotz grĂ¶ĂŸerem Akku.

Der Lithium-Ionen-Akku des Alpha verfĂŒgt ĂŒber 7800mAh bei 36V und soll nach einer maximalen Ladezeit von 4 Stunden  laut Hersteller bis zu 30 Kilometer reichen. Spoiler-Alarm: Diesen Wert konnten wir im Test so nicht ganz erreichen. Aber dazu spĂ€ter mehr.

Wie bereits angesprochen verfĂŒgt der Scooter ĂŒber federnde 10 Zoll Luftreifen, weshalb auf eine zusĂ€tzliche StoßdĂ€mpfung verzichtet wurde.

Das Bremmssystem des Alpha besteht aus einer mechanischen Trommelbremse sowie einer elektrischen Motorbremse. Außerdem ist der 350 Watt starke E-Roller (500 Watt Maximalleistung, 350 Watt Dauerleistung) IP56 geschĂŒtzt. Produkte mit der Schutzart IP65 verfĂŒgen ĂŒber einen vollstĂ€ndigen BerĂŒhrungsschutz. Das bedeutet konkret: Es kann kein Staub eindringen und der Scooter ist gegen Strahlwasser aus beliebiger Richtung geschĂŒtzt. Das ist besonders wichtig, um zum Beispiel das Bremssystem, den Akku oder den Motor zu schĂŒtzen.

Auch das LCD Display des Rollers wirkt vielversprechend. Hier lassen sich Werte wie die aktuelle Geschwindigkeit, der Batterieladestatus, die gefahrene Gesamtstrecke, die zurĂŒckgelegte Einzelstrecke, die Batteriespannung und die allgemeine Betriebszeit einsehen.

Der Scooter ist insgesamt 120 Zentimeter hoch, mit Lenkern 50 Zentimeter breit und 115 Zentimeter lang.

Sehr gute Verarbeitung beim Odys Alpha X10

Das bewĂ€hrt sich auch im Praxistest. Egal, ĂŒber wie viele Dellen, Schlaglöcher oder Schotterwege wir fahren: Der Alpha bekommt nirgendwo zusĂ€tzliches Spiel oder Wackler. Lediglich die Frontleuchte des Alpha lĂ€sst ein wenig zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Falls man hĂ€ufig im Dunkeln fahren möchte, könnte man hier ĂŒber eine zusĂ€tzliche Frontleuchte nachdenken.

Ansonsten braucht man durch die gute Verarbeitung auch in der Praxis keine Sorgen haben: Selbst tiefere PfĂŒtzen ĂŒb ersteht der Scooter durch die 10 Zoll Reifen und den Wasserschutz problemlos.

Auch Griff und Lenker bieten wĂ€hrend der Fahrt guten Halt und selbst Klingel und Gashebel fĂŒhlen sich robust und bestĂ€ndig an.

Selbst in unserem Gewichtstest zeigt sich der Scooter unbeeindruckt. Statt der maximalen Zuladung von 120 Kilogramm haben wir uns zu zweit (knapp 146 Kilogramm) auf den Scooter gestellt. Auch wenn der Motor hier natĂŒrlich leidet: Nichts knarrzt, Wackelt oder erweckt den Anschein, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Respekt!

ODYS Alpha X10 zusammengeklappt mit Blick aufs Display
Design
90 %

Der ODYS Alpha X10 im Alltagstest

Die PortabilitĂ€t des Odys Alpha ist relativ unproblematisch. Innerhalb kĂŒrzester Zeit lĂ€sst sich der Scooter Zusammenklappen und problemlos tragen. Dennoch wĂ€re es schön, wenn sich auch die Lenker noch einklappen ließen, um den Scooter leichter im Kofferraum verstauen zu können. Durch die großen 10 Zoll Reifen gehört das Modell nĂ€mlich grundsĂ€tzlich nicht zu den schmalsten Modellen.

Auch das Gewicht von 16 Kilo ist absolut alltagstauglich. Auch wenn andere Scooter schon bei 10 Kilogramm losgehen, ist der Alpha auch fĂŒr zierliche Personen absolut hĂ€ndelbar. Zum Vergleich: Der sehr beliebte Segway Ninebot G30D wiegt fast 20 Kilo. Wer als Frau oder als zierliche Person dennoch lieber etwas leichter unterwegs sein möchte und dennoch viel Wert auf QualitĂ€t legt, ist vermutlich mit dem 13 Kilo leichten Streetbooster One besser bedient.

Mit seiner LĂ€nge von 115 cm gehört der Alpha allerdings auch nicht zu den kompaktesten Modellen am Markt und ist selbst 8 Zentimeter lĂ€nger als zum Beispiel der Walberg Urban Mittelklasse Scooter THE-URBAN xR1. Mit einer Höhe von 120 Zentimetern Ist der Scooter außerdem auch fĂŒr grĂ¶ĂŸere Personen geeignet, die nicht mehr Geld fĂŒr einen Scooter mit verstellbarem Lenker ausgeben wollen.

PortabilitÀt
85 %

Der Antrieb des ODYS Alpha X10 im Test

Wie viele Modelle der mittleren Preisklasse verfĂŒgt auch der Alpha ĂŒber einen 350 Watt Motor, der mit 500 Watt Maximalleistung aufwarten kann. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass sich der Antrieb nicht vollstĂ€ndig von der Motorleistung ableiten lĂ€sst.

Dieser wird nĂ€mlich sehr stark von der verwendeten Software des SteuergerĂ€ts beeinflusst. So lĂ€sst sich beispielsweise trotz gleicher Motorisierung ein starker Vorteil des ePF-1 gegenĂŒber dem Odys Alpha X10 bei Steigungen erkennen.

Onyx Alpha X10 im Test

Daumengas und Motorbedienung sind gut platziert, doch der Motor und dessen Software bekommen besonders bei Menschen ab 80 Kilo Plus an Steigungen die Grenzen aufgezeigt. Schon ab ca. 10% Steigung merkt man hier mit 85 Kilo Testgewicht ein Nachlassen der Motorkraft. Auf einer 800 Meter langen Steigung, welche ich regelmĂ€ĂŸig zurĂŒcklege, habe ich noch rund 18 km/h erreicht. Dies ist fĂŒr einen E-Scooter mit bis zu 120 kg Traglast ein recht guter Wert.

Auf gerader Strecke oder bei sehr leichten Steigungen kommt der Scooter dennoch relativ zĂŒgig auf die angepeilten 20 km/h und kann diese auch nachhaltig – bis auf kleine Schwankungen – halten.

Antrieb
83 %

Der Fahrkomfort

Wie bereits erwĂ€hnt, verbaut ODYS beim Alpha X10 keine dedizierte Federung. Die grĂ¶ĂŸere Bereifung und die Luftreifen machen diese jedoch auch so gut wie obsolet. Das FahrgefĂŒhl des Scooters ist Ă€ußerst komfortabel. Die fehlende Federung merkt man hier lediglich, wenn man mutwillig Bordsteinkannten mitnimmt.

Wer wirklich viel Offroad fahren möchte, wird sich höchstwahrscheinlich auch nicht fĂŒr einen straßenzugelassenen Elektro-Scooter entscheiden oder sich wenn fĂŒr deutlich teurere Modelle wie den IO Hawk Legend oder Exit Cross entscheiden.

Die Kombination aus Höhe und vor allem LĂ€nge des Scooters fĂŒhrt dazu, dass der Alpha einiges an Platz bietet, sodass man auch durch variieren der Beinstellung ausreichend möglichkeiten hat, den perfekten Fahrmodus fĂŒr die persönlichen BedĂŒrfnisse zu finden.

Fahrwerk
80 %

Die Bremsanlage des Alpha X10

Besonders in Bezug auf die Fahrsicherheit sind die Bremsen einer der wichtigsten Aspekte eines Scooters.

Beim Alpha finden wir ein duales Bremssystem vor, welches sich in der Alltagsleistung durchaus sehen lassen kann.

Dieses besteht aus einer Trommelbremse am Hinterrad und einer elektrischen Vorderradbremse mit Rekuperation. So wird bei jedem Bremsvorgang Energie zurĂŒckgewonnen,  was vor allem der Reichweite dienlich sein soll.Auch in unseren Bremstests schneidet der Scooter vollkommen in Ordnung ab. Zwar schafft er es nicht, den Bremsweg eines E-Scooters mit Scheibenbremse (z. B. SoFlow S02) zu schlagen, doch mit einem Bremsweg von 5,2 Metern aus Vollgeschwindigkeit bis zum absoluten Stillstand kann man im Zweifel gut leben.

Bremsen
84 %

HĂ€lt der Akku, was ODYS verspricht?

Kommen wir nun zu einem Punkt, den wir eben bereits gespoilert haben: den Akku.

Beim Alpha X10 verbaut ODYS einen Akku mit 7,8 Ah und gibt eine Normreichweite von 30 Kilometern an. Dass diese Reichweite fĂŒr einen 7,8 Ah Akku ziemlich unrealistisch ist, weiß man bereits, wenn man sich mit vergleichbaren Modellen beschĂ€ftigt. beim xR1 gibt Walberg Urban bspw. eine Normreichweite von 25 Kilometern fĂŒr einen Akku mit selbiger KapazitĂ€t an und auch der ePF-1 schafft mit seinem 12,8 Ah Akku im echten Leben maximal 28 Kilometer.

Auch in unserem Test mit einem 85 Kilo-Testfahrer sah die Reichweite ein ganzes StĂŒck anders aus. Auf dem Land schaffte unser Fahrer maximal 17 Kilometer, in der Stadt waren es nur noch 14. Unsere 60-Kilo Testfahrerin schaffte hingegen 17-20 Kilometer.

Diese hohe Abweichung von der Herstellerangabe ist tatsĂ€chlich unschön und zeigt auch, warum wir ĂŒberzeugt sind, dass vor allem Frauen und leichtere Personen ihren Spaß mit dem Scooter haben werden.

Akku
70 %

Fazit ODYS Alpha X10: GĂŒnstiger Scooter mit kleinen SchwĂ€chen

Abschließend wollen wir noch ein kleines Fazit zum ODYS Alpha X10 ziehen. Insgesamt handelt es sich um einen wirklich schönen, gut verarbeiteten Alltagsbegleiter fĂŒr faires Geld. Lediglich der Akku ist ein Markel, den besonders schwerere Fahrer*innen in Betracht ziehen sollten. Wer fĂŒr einen Ă€hnlichen Preis einen vergleichbaren Scooter mit mehr Akkupower sucht, ist vielleicht beim ePF-1 besser aufgehoben.

Dennoch weiß der Odys Alpha X10 aufgrund seines guten Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnisses und seines Luftreifen-Fahrkomforts zu ĂŒberzeugen.

Gesamtbewertung
85 %
Testergebnis
85%
MĂ€rz 2022

Seb ist „der Techniker“ unter den Scooterianern. Als Berliner weiß er auf alle Fragen zum Thema E-Scooter eine Antwort, die mit „Ick gloob
“ anfĂ€ngt. Neben der E-MobilitĂ€t ist Seb begeisterter Radfahrer.