Im Deruiz Peridot Test steht ein elektrisches Klapprad vor uns, das sich nicht wie ein Kompromiss anfühlt: sauber verarbeiteter Alurahmen, hydraulische Scheibenbremsen, gefederte Gabel, entnehmbarer 500-Wh-Akku.
Der entscheidende Unterschied zum Wettbewerb liegt aber woanders. Das Peridot gehört zu den effizienteren klappbaren E-Bikes in unserem gesamten Testfeld. So holt es aus einem eher kleinen Akku eine Reichweite, für die andere Räder die doppelte Kapazität mitschleppen.
Wir sind das Peridot über zwei Wochen im Alltag gefahren. Hier liest du, wo es den Wettbewerb schlägt, wo es Federn lässt — und für wen dieses Klapprad perfekt passt.
Das Deruiz Peridot ist ein Klapprad ohne die typischen Klapprad-Schwächen
Erster Eindruck & technische Details
Bevor wir in die Einzelwertungen gehen, erst der Blick aufs Ganze: Wir hatten das Deruiz Peridot zwei Wochen im Alltag — Pendelstrecken, Kopfsteinpflaster, Ampelsprints und ein paar bewusst längere Touren, um den Akku sauber leerzufahren.

Das Peridot sieht auf dem ersten Blick aus wie ein hochwertiges Faltrad. Der Alurahmen ist sauber verschweißt, die Kabel laufen klar sichtbar vor dem Rad, und der Klappmechanismus sitzt so unauffällig im Rahmen, dass du zweimal hinschauen musst. Mit 27,7 kg ist es kein Leichtgewicht — in unserem E-Faltrad Test liegt es damit aber unter dem Schnitt von knapp 30 kg.
Technisch bekommst du ein komplettes Paket: ein 250-W-Heckmotor mit 55 Nm, ein entnehmbarer 500-Wh-Akku, eine Shimano Altus 8-Gang-Schaltung, hydraulische Scheibenbremsen mit 180-mm-Scheiben vorn und hinten sowie ein TFT-Farbdisplay mit Bluetooth samt App-Anbindung. Dazu Federgabel mit 60 mm Federweg, gefederte Sattelstütze, Schutzbleche, Gepäckträger und ein StVZO-Frontlicht mit 100 Lux. Für 1.699 Euro ist das viel Ausstattung.
Das Falten ist beim Peridot in rund 30 Sekunden erledigt: Vorbau lösen, Rahmen klappen, Pedale einschlagen. Wir haben die Zeit nicht gestoppt, aber der Ablauf ist so intuitiv, dass du die Anleitung nach dem ersten Versuch weglegen kannst.
Ganz so leichtgängig wie bei einem klassischen, leichten Faltrad ohne Motor geht es nicht — 27,7 kg wollen beim Zusammenlegen kurz stabilisiert werden. Verglichen mit den schweren Falt-E-Bikes im Testfeld ist das Peridot aber deutlich handlicher: Das Touroll S2 Pro wiegt 31 kg, das Lankeleisi Golf-X sogar 37,5 kg. Zehn Kilo Unterschied merkst du spätestens dann, wenn das Rad in den Kofferraum oder über eine Bahnsteigtreppe muss.
💡 Falte das Deruiz Peridot vor dem ersten Einsatz
Falte das Peridot einmal zu Hause in Ruhe, bevor du es zum ersten Mal unterwegs brauchst. Der Ablauf sitzt danach — und du suchst am Bahnsteig nicht nach dem Verschluss.


| Bewertung | |
| Listenpreis | 1.699,00 € |
- Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Großer Akku für ordentlich Reichweite
- Leicht entnehmbarer Akku
- Bequeme Sitzposition
- Top Verarbeitung
- Leistungsstarker Motor
- Durch Klappmechanismus sehr kompakt
- Viele Markenkomponenten
- Hohe Reichweite von bis zu 143 km
- Hohes Eigengewicht von 27,95 kg
- Nur eine Einheitsgröße
- Schaltung nicht immer perfekt
- Antrieb teilweise zu kräftig
Im Fahrbetrieb merkst du, dass Deruiz die Abstimmung auf Pendler ausgelegt hat und nicht auf Sportlichkeit. Die Unterstützung arbeitet über einen Kadenzsensor, nicht über einen Drehmomentsensor — das ist der spürbarste Unterschied zum teureren Deruiz Dolomit. Der Motor schiebt zuverlässig, aber er reagiert eben auf die Kurbelumdrehung und nicht auf deinen Tritt. Beim Sprint auf 25 km/h liefert das Peridot keine Rekordwerte, beim Pendeln hat uns aber nichts gefehlt. Zudem bleibt der Motor 64 dB im normalen Rahmen.
Aber nicht alles überzeugt bei diesem E-Bike. Der Akku lädt mit 4,5 Stunden zwar schneller als im Testfeld üblich, Schnellladen geht aber nicht. Es gibt keinen Diebstahlalarm und keinen Pannenschutz, die Reflektoren fehlen am Rad, und mit IPX5 ist das Peridot gegen Strahlwasser geschützt, aber nicht mehr. Auch der USB-Port fehlt — Kleinigkeit, aber in dieser Preisklasse inzwischen üblich.
Mit diesem Gesamteindruck starten wir in die Detailwertung.
Verarbeitung im Deruiz Peridot Test: hochwertig, aber nicht makellos
Klapprad und saubere Verarbeitung — das geht in dieser Preisklasse oft nicht zusammen. Beim Peridot schon. Der Rahmen besteht aus Aluminium 6061. Die Schweißnähte sind sehr gleichmäßig gezogen und sauber verarbeitet.. Für ein Rad mit Klappscharnier ist das keine Selbstverständlichkeit, denn genau dort sitzt die kritischste Verbindung des ganzen Rahmens.

Auch die Lackierung überzeugt uneingeschränkt. Sie sitzt gleichmäßig, fühlt sich glatt an und zeigt weder Nasen noch Einschlüsse. In unserem getesteten Mineral White wirkt das Peridot dadurch deutlich teurer, als es ist.
Beim Gewicht landet das Peridot mit 27,7 kg unter dem Durchschnitt unseres Testfelds von knapp 30 kg. Für ein voll ausgestattetes E-Bike mit Federgabel, Gepäckträger und Schutzblechen ist das in Ordnung — für ein Faltrad ist es trotzdem viel. Wer sein Rad regelmäßig Treppen hochtragen muss, sollte das ehrlich einkalkulieren.

Einen echten Kritikpunkt gibt es bei der Verarbeitung nicht. Schrauben und Beschläge sitzen sauber, nichts klappert, nichts wirkt billig oder so als hätte der Hersteller die Sparschraube angezogen — hier haben wir nichts zu beanstanden.
Bleibt die Kabelführung. Die Leitungen laufen von oben am Lenker herunter und verschwinden erst kurz oberhalb der Frontlampe im Rahmen. Bis dahin schützt sie ein flexibler Kabelkanal — eine saubere Lösung, denn ein Faltrad braucht an der Klappstelle zwingend Kabelreserve. Ganz unsichtbar wie bei Rädern ohne Scharnier ist die Verlegung dadurch aber nicht.
Und das Design? Ehrlich gesagt: Ein Faltrad wird nie sexy. Der hohe Lenker, der tiefe Einstieg, das Scharnier im Rahmen — diese Bauform folgt der Funktion, nicht der Optik. Innerhalb dieser Grenzen sieht das Peridot aber richtig gut aus, und das Mineral White trägt viel dazu bei. Wenn du ein Rad willst, das im Fahrradkeller Blicke auf sich zieht, kaufst du ohnehin kein Klapprad.
Unterm Strich liefert das Peridot bei der Verarbeitung ein starkes Ergebnis. Mit 87 % liegt es deutlich über dem Schnitt unseres Testfelds von 83 % — bemerkenswert für ein Falt-E-Bike zu 1.699 Euro.
55 Nm im Stadtverkehr: Reicht der Motor des Deruiz Peridot?
Deruiz verbaut im Peridot einen 250-W-Heckmotor mit 55 Nm Drehmoment. Auf dem Datenblatt klingt das wenig — das Deruiz Dolomit bringt mit seinem Mittelmotor doppelt so viel, und selbst das VanMoof S6 liegt mit 68 Nm darüber. Im Alltag spielt diese Zahl aber eine kleinere Rolle, als du denkst.
Der Grund sind die 20-Zoll-Laufräder. Kleine Räder bedeuten eine kürzere Übersetzung — der Motor muss weniger Hebelarbeit leisten, um das Rad in Bewegung zu setzen. Was auf dem Papier nach wenig Drehmoment aussieht, fühlt sich auf der Straße deutlich kräftiger an, als es ist. Natürlich wird dich dieses E-Bike nicht mit Beschleunigungswerten wie bei einem hochwertigen E-Mountain-Bike aus den Socken hauen – aber das muss es auch nicht.
Bei der GPS-gemessenen Höchstgeschwindigkeit landen wir exakt bei 25,1 km/h — die Abriegelung sitzt sauber, ohne Nachlauf und ohne die bei Billiganbietern übliche Toleranz nach unten. Das ist für ein StVZO-konformes Pedelec genau richtig.
Die spürbarste Einschränkung ist der Kadenzsensor. Anders als beim Dolomit misst das Peridot nicht, wie kräftig du trittst, sondern nur, ob du trittst. Das hat zwei Konsequenzen: Die Unterstützung setzt mit einer kleinen Verzögerung ein, und sie kommt dann mit voller Wucht der gewählten Stufe. Gerade in Stufe 4 und 5 schiebt das Peridot dadurch teilweise kräftiger an, als du es in dem Moment willst — beim Anfahren an der Ampel oder im engen Verkehr braucht das kurz Gewöhnung.
🚴♂️ Im Alltag fährst du am besten auf Unterstützungsstufe 2 oder 3
Fahr im Stadtverkehr in Stufe 2 oder 3. Dort dosiert das Peridot deutlich feiner, und die Reichweite steigt spürbar. Die hohen Stufen sparst du dir für Steigungen und Gegenwind auf.
Die Shimano Altus 8-Gang-Schaltung passt gut zum Antrieb: Die Abstufung von 11 bis 32 Zähnen deckt Stadt und moderate Steigungen ab. Perfekt abgestimmt war unser Testrad allerdings nicht — unter Last kam es gelegentlich zu unsauberen Gangwechseln. Eine Nachjustierung beim Händler oder etwas Geduld mit dem Schaltzug löst das.

Am Berg hat uns das Peridot nicht enttäuscht. Normale Steigungen im Stadtgebiet (Brücken, Unterführungen, moderate Anstiege) bewältigt es problemlos, auch weil die kurze Übersetzung der 20-Zoll-Räder hier für das Rad arbeitet.
Bei längeren, steilen Anstiegen solltest du allerdings beachten, dass das Rad 27,7 kg plus dein Gewicht plus Gepäck von 250 Watt bewegt werden müssen. Das geht, aber du trittst dann spürbar mit. Wer täglich viele Höhenmeter bewältigen muss, ist mit einem Mittelmotor-Rad wie dem ENGWE L20 3.0 Pro und seinem höheren Drehmoment besser bedient. Für Pendelstrecken im Flachland und in hügeligen Städten reicht das Peridot aus.
Positiv fällt die Geräuschkulisse auf. Mit 64 dB unter Last bleibt der Motor im Rahmen und liegt sogar leicht unter dem Testfeld-Schnitt. Kein Surren, kein Klackern — im Stadtverkehr hörst du ihn ohnehin kaum. Das hat mich ehrlicherweise begeistert, denn mit den Gedanken beim Heybike Compact Sport blieb mir die doch recht laute Bereifung im Kopf.
In der Summe ergibt das ein stimmiges Antriebspaket, das genau für seinen Zweck ausgelegt ist. In der Kategorie Performance erreicht das Deruiz Peridot 94 % und liegt damit auf einem sehr guten Niveau.
Das Deruiz Peridot überzeugt im Test mit einer hohen Reichweite
Hier wird es interessant. Im Peridot steckt ein 500-Wh-Akku. Auf dem ersten Blick ist das viel – der Durchschnitt unseres E-Bike-Testfelds liegt aber bei 673 Wh, einzelne Räder wie das Mokwheel Basalt fahren mit 960 Wh. Trotzdem kommt das Peridot genauso weit wie der Schnitt. Der Grund ist die Effizienz.
Mit 3,5 Wattstunden pro Kilometer gehört das Peridot zu den vier sparsamsten E-Bikes, die wir bisher gemessen haben. Zum Vergleich: Ein schweres Fat-Tire-Bike wie das Mokwheel Basalt zieht 8 Wh/km — also mehr als das Doppelte. Es braucht dafür fast die doppelte Akkukapazität, um dieselbe Strecke zu schaffen.
Warum Effizienz wichtiger ist als Akkugröße
Ein großer Akku bringt Reichweite, kostet aber Gewicht, Geld und Ladezeit. Ein effizientes Rad erreicht dasselbe Ziel mit weniger Kapazität.
Beim Peridot sind zwei Dinge dafür verantwortlich. Zum einen ist der Motor schlicht sparsam abgestimmt — er ist auf Dauerleistung im Stadttempo ausgelegt, nicht auf Spitzenwerte. Zum anderen sind die Reifen mit 3,0 Zoll Breite deutlich schmaler als bei den Fat-Tire-Bikes im Test, die mit 4,0 Zoll unterwegs sind. Weniger Reifenbreite bedeutet weniger Rollwiderstand — und Rollwiderstand ist bei einem E-Bike der größte Verbrauchsfaktor.

Reichweite in der Praxis
Deruiz gibt 143 km an. Solche Herstellerangaben entstehen unter Idealbedingungen — flach, windstill, niedrigste Unterstützung, leichter Fahrer. Wir haben deshalb selbst gemessen:
Der Eco-Wert von 120 km liegt exakt auf dem Schnitt unseres Testfelds — mit einem Akku, der ein Viertel kleiner ist als üblich. Auch die 90 km bei normaler Fahrweise sind für Pendler mehr als ausreichend: Bei 20 km Arbeitsweg lädst du einmal pro Woche.
Schwächer sieht es im Sport-Modus aus. 57 km liegen unter dem Testfeld-Schnitt von 64 km — hier macht sich die kleinere Kapazität dann doch bemerkbar. Wer dauerhaft in den höchsten Stufen fährt, verliert den Effizienzvorteil wieder.
Beim Laden überzeugt das Peridot: 4,5 Stunden von leer auf voll sind ein guter Wert. Schnellladen ist allerdings nicht möglich — der mitgelieferte 48-V-/2-A-Charger ist das Maximum.
Praktisch gelöst ist die Akku-Entnahme. Der Akku sitzt abschließbar im Rahmen, lässt sich aber in Sekunden herausnehmen und mit ins Büro oder in die Wohnung tragen. Für Pendler ohne Steckdose am Stellplatz ist das der entscheidende Vorteil gegenüber Rädern mit fest verbautem Akku — dem VanMoof S6 zum Beispiel.
In der Kategorie Reichweite & Akku erreicht das Deruiz Peridot damit 93 %.
Komfort im Deruiz Peridot Test: Wo das Faltrad-Konzept Grenzen setzt
Der beste Teil zuerst: Der Einstieg ist vorbildlich. Das tiefe Oberrohr macht das Aufsteigen zur Nebensache — für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, mit Rock oder Mantel, oder einfach im dichten Stadtverkehr, wo du an jeder Ampel absteigst. In dieser Disziplin holt das Peridot die volle Punktzahl.
Auch der Sattel überzeugt. Deruiz verbaut ein DDK-Modell mit Memory-Foam-Polsterung, das auf Pendelstrecken angenehm bleibt. Dazu kommt eine optionale gefederte Sattelstütze mit 50 mm Federweg, die zusammen mit der Federgabel (60 mm) einen Großteil der Stöße schluckt. Wichtig ist hierbei, dass die Sattelstütze nur optional erhältlich ist und mit 129 € zu Buche schlägt.

Die Griffe sind ein kleines Highlight. Die ergonomische Gummierung liegt satt in der Hand, rutscht auch bei Nässe nicht und wirkt wertiger, als ich es in dieser Preisklasse erwarte.
Beim Lenker zeigt sich dagegen der Preis des Faltkonzepts. Die Deruiz Comfort Bar ist mit 600 mm angenehm breit und leicht gekröpft, sodass du aufrecht sitzt. Höhenverstellen lässt sie sich aber nicht. Du bekommst also die Sitzposition, die Deruiz für dich vorgesehen hat, und kannst nur über die Sattelhöhe korrigieren. Wer sehr groß oder sehr klein ist, sollte vor dem Kauf Probe sitzen.
Das Peridot gibt es nur in einer Rahmengröße von 36 cm. Bei einem Faltrad ist das normal, schränkt aber die Zielgruppe ein. Mit meinen 178 cm hatte ich hier aber keine Probleme eine bequeme Position zu finden.
Die Bedienelemente am Lenker sind funktional, aber nicht extrem hochwertig. Die Tasten erreichst du ohne Verrenkung, der Druckpunkt ist angenehm. Wie das besser funktioniert, zeigt Deruiz beim deutlich teureren Mica Pro.
Und schließlich sind da noch die 20-Zoll-Laufräder. Sie machen das Rad kompakt und effizient, kosten aber Abrollkomfort. Über Kopfsteinpflaster oder schlechte Radwege überträgt sich mehr Unruhe an dich als bei einem 28-Zoll-Rad. Natürlich machen die Federgabel und die gefederte Stütze einiges wett aber ganz ausgleichen können auch diese Helfer den Nachteil nicht. Die 3 Zoll breiten Reifen mit ihrem hohen Luftvolumen federn hier einiges ab, ersetzen aber keine großen Laufräder.
Unterm Strich landet das Peridot beim Komfort bei 82 %. Das ist kein schlechter Wert, zeigt aber ehrlich, wo die Bauform ihre Grenzen hat.
Ausstattung des Deruiz Peridot im Test
Deruiz liefert das Peridot fahrfertig aus. Schutzbleche vorn und hinten gehören zum Serienumfang, ebenso ein Gepäckträger, ein Seitenständer und das Werkzeug für die Montage. Du kannst das Fahrrad also auspacken, aufbauen und direkt losfahren.
Was mich auf dem Papier schon überrascht hat, war die starke Frontbeleuchtung mit 100 Lux. Damit liefert das Peridot eine nahezu perfekte Ausleuchtung bei Dunkelheit. Damit siehst du auch auf unbeleuchteten Radwegen genug, um sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Das Rücklicht von Star Union hat zusätzlich eine Bremslichtfunktion – bei E-Scootern ist das der Standard, bei E-Bikes eher eine Seltenheit.

Beim Display setzt Deruiz auf ein TFT-Farbdisplay mit Bluetooth-Anbindung. Es zeigt Tempo, Unterstützungsstufe, Akkustand und Fahrdaten sauber ablesbar an und lässt sich über die Deruiz-App koppeln. Die App ist funktional, aber aus meiner Sicht kein absolutes Muss im Alltag. Zudem reicht es nicht an das Bedienkonzept eines VanMoof heran.
Der Seitenständer ist längenverstellbar und steht stabil. Kein Wackelkandidat, aber auch nichts, worüber man schreiben müsste.

Zwei Punkte müssen wir hier aber doch anmerken. Erstens fehlt ein USB-Port, den wir bei modernen Wettbewerbern zunehmend antreffen. Bei einem Pendlerrad, auf dem viele das Handy zur Navigation nutzen, ist das eine unnötige Lücke.
Kritischer sind dahingegen die Reflektoren, besser gesagt die fehlenden Reflektoren. Nur die Pedale bringen ab Werk Reflektoren mit — Speichenreflektoren oder reflektierende Seitenflächen fehlen vollständig. Damit ist das Peridot im Auslieferungszustand nicht vollständig StVZO-konform. Das ist ärgerlich, weil Deruiz sonst penibel auf Zulassungskonformität achtet: Front- und Rücklicht sind beide zertifiziert.
In der Summe ist das Peridot ordentlich ausgestattet. Das Testergebnis von 81 % untermauert diese Aussage sichtlich.
Bremsen top, Diebstahlschutz Fehlanzeige: die Sicherheit des Deruiz Peridot
Fangen wir mit der guten Nachricht an. Das Deruiz Peridot kommt mit hydraulischen Scheibenbremsen vom Typ GA-950E mit 180-mm-Scheiben an Vorder- und Hinterrad.
Aus 25 km/h haben wir folgende Bremswege gemessen:
Alle drei Werte liegen über dem Durchschnitt unseres Testfelds — kombiniert bremst das Peridot rund einen halben Meter kürzer als der Schnitt. Für ein Rad mit 27,7 kg Eigengewicht und kleinen 20-Zoll-Laufrädern ist das ein starkes Ergebnis. Der Druckpunkt ist klar definiert, und auch bei Nässe lässt sich die Bremse sauber dosieren.

Trotzdem ist Sicherheit mit 80 % die schwächste Kategorie im Test — und das liegt an allem, was neben den Bremsen fehlt.
Es gibt keinen Diebstahlalarm und kein GPS-Tracking. Direkte Wettbewerber wie das ENGWE L20 3.0 Pro melden sich per App, wenn jemand sie bewegt, und lassen sich orten. Beim Peridot fehlen diese Features. Wenn es weg ist, ist es weg. Bei einem Faltrad, das du naturgemäß oft an wechselnden Orten abstellst ist das schon schade, weshalb wir den Kauf eines hochwertigen Schlosses empfehlen.
Den perfekten Diebstahlschutz musst du selbst sicherstellen
Rechne ein gutes Faltschloss oder Kettenschloss fest in dein Budget ein — bei einem Rad für 1.699 Euro sollten es 80 bis 120 Euro sein. Wer das Peridot regelmäßig draußen abstellt, sollte zusätzlich über eine E-Bike-Versicherung nachdenken. Der Vorteil gegenüber den App-Lösungen der Premium-Hersteller ist, dass sie auch zahlt, wenn dein Fahrrad nicht wieder auftaucht.
Auch pannensichere Reifen gibt es nicht. Die Chaoyang H5183 rollen gut und leise, bringen aber keinen nennenswerten Pannenschutz mit. Und den Nachteil haben wir selbst im Test erfahren dürfen. Kurz über einen spitzen Stein gefahren und schon hatten wir ein Loch im Reifen, sodass nur das Anschließen, rufen eines Ubers und anschließende einsammeln mit dem Auto übrig blieb.
Was gut ist, ist die IPX5-Zertifizierung. Diese schützt gegen Regen, Spritzwasser und nasse Straßen. Allerdings solltest du nicht auf die Idee kommen, dein Peridot mit einem Hochdruckreiniger abzuspritzen. Möchtest du dir diese Option offenhalten, solltest du zu einem Modell mit IPX6-Zertifizierung greifen.
Insgesamt ist die Sicherheitsausstattung des Deruiz Peridot gut, gerade die Bremsen sind top. Aber am Ende müssen wir Produkte vergleichen und hier fehlen halt wichtige Features wie Diebstahl- und Pannenschutz.
Die Stärken und Schwächen des Deruiz Peridot im Überblick
Das Deruiz Peridot ist ein durchdachtes Pendlerrad mit einem klaren Profil: Es ist effizient, sauber verarbeitet und bremst gut. Hier sind die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Sehr effizient mit 3,5 Wh/km
- 120 km Reichweite im Eco-Modus trotz kleinem 500-Wh-Akku
- Kurze Bremswege — 5,44 m kombiniert aus 25 km/h
- Saubere Schweißnähte und hochwertige Lackierung
- Akku entnehmbar und abschließbar
- Ladezeit von 4,5 Stunden, schneller als der Testschnitt
- 100-Lux-Frontlicht mit StVZO-Zulassung, Rücklicht mit Bremslicht
- In rund 30 Sekunden gefaltet, handlicher als schwerere Falt-E-Bikes
- Tiefer Einstieg, bequemer Sattel, hervorragende Griffe
- Komplett ausgestattet ab Werk inklusive Werkzeug
- Keine Reflektoren am Rad — ab Werk nicht vollständig StVZO-konform
- Kein Diebstahlalarm, kein GPS-Tracking
- Keine pannensicheren Reifen
- Kadenzsensor statt Drehmomentsensor: Unterstützung setzt verzögert und kräftig ein
- Lenker nicht höhenverstellbar, nur eine Rahmengröße
- 27,7 kg sind zum Tragen viel
Fazit: Für wen sich das Deruiz Peridot lohnt
Das Deruiz Peridot beantwortet eine sehr konkrete Frage: Was, wenn dein Weg zur Arbeit nicht nur aus Radfahren besteht? Wenn Bahn, Auto oder Wohnmobil dazwischenliegen, brauchst du ein Rad, das mitkommt — und genau da spielt das Peridot seine Stärke aus. In rund 30 Sekunden gefaltet, mit 27,7 kg deutlich handlicher als die schweren Falt-Konkurrenten, und trotzdem ein vollwertiges E-Bike mit Federgabel, hydraulischen Bremsen und ordentlichem Licht.
Die eigentliche Überraschung ist die Effizienz. Mit 3,5 Wh/km holt das Peridot aus einem 500-Wh-Akku genauso viel Reichweite wie andere Räder aus 700 Wh. Das spart Gewicht, Ladezeit und am Ende auch Geld. Wer täglich 20 Kilometer pendelt, lädt einmal pro Woche.
Klar ist aber auch, wo Deruiz gespart hat. Der Kadenzsensor kostet Fahrgefühl gegenüber Rädern mit Drehmomentsensor. Der Lenker lässt sich nicht anpassen, und es gibt nur eine Rahmengröße — probesitzen ist Pflicht. Und beim Diebstahlschutz verlässt sich Deruiz komplett auf dich: kein Alarm, kein Tracking, dazu fehlende Reflektoren am Rad. Rechne ein gutes Schloss und ein paar Euro fürs Nachrüsten mit ein.
Für wen lohnt sich das Peridot? Für Pendler mit gemischtem Arbeitsweg, für alle mit wenig Platz in Wohnung oder Keller, und für Wohnmobil- und Bahnfahrer.
Mit 85 % ist das Peridot ein wirklich gutes Pendlerrad ohne Schwächen im Kern — und mit einer Effizienz, die im Testfeld heraussticht.




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