899 € für ein E-Klapprad mit 720-Wh-Akku – das klingt erst mal nach einer Rechnung, die nicht aufgehen kann. Wir haben das Touroll S2 Pro eine Woche lang durch den Pendelalltag geschickt, Verbrauchsfahrten gemessen und es zwei Tage draußen stehen lassen.
Das Ergebnis vorweg: 84 % Gesamtwertung und 83 km gemessene Reichweite im Alltagsmodus. Das ist für diesen Preis stark. Es gibt allerdings zwei Punkte, an denen du merkst, wo gespart wurde – und einen davon haben wir erst nach zwei Tagen im Freien entdeckt.
Wie sich das Touroll S2 Pro im Test gegen deutlich teurere Konkurrenten schlägt, klären wir Kapitel für Kapitel 👇
Unboxing und Aufbau des Touroll S2 Pro
Bevor wir zu den Messwerten kommen, kurz zur Lieferung. Touroll verpackt ordentlich – am Rad war nach dem Auspacken nichts zu beanstanden, keine Kratzer, keine losen Teile im Karton.
Was du allerdings einplanen solltest: Das Paket wiegt 38 kg. Das wuchtest du nicht mal eben allein vom Flur ins Wohnzimmer. Wir haben zu zweit ausgepackt und aufgebaut, und dazu würde ich dir auch raten. Nicht wegen der Komplexität, sondern schlicht wegen des Gewichts.
Der Aufbau selbst ging dann deutlich schneller, als das Paketgewicht vermuten lässt. Das meiste ist vormontiert, das Werkzeug liegt bei, und die Schritte sind selbsterklärend: Pedale dran, Lenker ausrichten, Akku rein. Wer schon mal ein Faltrad zusammengebaut hat, ist zügig durch.
Ausgepackt zeigt die Waage 31 kg für das Rad. Damit ist das S2 Pro kein Leichtgewicht, liegt für ein Fatbike-Faltrad mit 720-Wh-Akku aber im üblichen Rahmen. Das ENGWE L20 3.0 Pro bringt 32,5 kg auf die Waage, das Lankeleisi Golf-X sogar 37,5 kg.

Und dann steht es vor dir. Unser erster Gedanke in der Redaktion: Das sieht gut aus für die Preisklasse. Der Tiefeinsteiger wirkt nicht billig zusammengeschweißt, die fetten 20-Zoll-Reifen geben dem Rad eine bullige Linie, und die Proportionen stimmen. Ob der Eindruck einer genaueren Prüfung standhält, klären wir gleich.
Die technischen Daten des Touroll S2 Pro
Werfen wir einen Blick auf die Eckdaten. Für ein faltbares E-Bike unter 1.000 € liest sich das überraschend vollständig 📊

| Bewertung | |
| Listenpreis | 899,00 € |
- Großer 720-Wh-Akku
- Faltbarer Rahmen
- Fat Tires mit gutem Komfort
- 750 W Spitzenleistung und 57 Nm Drehmoment
- Akku herausnehmbar und abschließbar
- Shimano 7-Gang-Kettenschaltung und Federgabel mit 55 mm Federweg
- Tiefer Einstieg
- Mit 31 kg sehr schwer
- Ladezeit von 6–8 Stunden
- IPX4 – nur spritzwassergeschützt
- Stahlrahmen statt Aluminium
Die Tabelle allein erzählt nicht die ganze Geschichte. Vier Punkte lohnen die Einordnung:
Verarbeitung und Design im Test des Touroll S2 Pro
Mit 74,8 % ist die Verarbeitung das schwächste Kapitel im gesamten Test. Und das hat einen Grund, der uns erst nach ein paar Tagen aufgefallen ist.
Flugrost nach zwei Tagen im Freien
Wir haben das S2 Pro zwei Tage draußen stehen lassen. Ganz normales Wetter, nichts Dramatisches. Danach zeigte sich an mehreren Schrauben leichter Flugrost. Nicht flächig, nicht tief, aber deutlich sichtbar – und nach zwei Tagen eben früher, als man es sich wünscht.
Das Gleiche gilt für einzelne Stellen am Rahmen. Bei einem Stahlrahmen ist das kein Schock, aber es zeigt, wo gespart wurde. Schrauben und Beschläge kommen deshalb auf 3,5 von 5 Punkten, die Lackqualität auf 4 von 5.
Passend dazu gibt Touroll für das Rad nur IPX4 an und rät selbst von Fahrten im Regen ab. Wer das S2 Pro dauerhaft draußen parkt, sollte das ernst nehmen. Ich würde es nicht tun.
💡 Praxistipp zur richtigen Pflege

Stahlrahmen statt Aluminium
Alle anderen E-Bikes in unserem Testfeld setzen auf Aluminium, das Touroll auf Stahl. Das schlägt sich direkt im Gewicht nieder – 31 kg für ein 20-Zoll-Faltrad sind viel – und macht das Rad rostanfälliger.
Ein Fehler ist das nicht, sondern eine Rechnung: Stahl ist günstiger, und genau deshalb landet das S2 Pro bei 899 € statt bei 1.699 € wie das ENGWE. Wer Wert auf hochwertige Rahmenbauweise legt, findet im Deruiz Peridot das Gegenmodell – dort stimmt die Verarbeitung, der Preis liegt aber in einer anderen Liga.
Beim Design überrascht das Touroll
Und jetzt der Teil, der uns positiv überrascht hat. 8 von 10 Punkten fürs Design – das ist überdurchschnittlich, und das Rad sieht schlicht besser aus, als der Preis vermuten lässt.
Der Tiefeinstieg wirkt nicht klobig, die 20 x 4 Zoll breiten Reifen geben dem Rad eine stimmige Linie, und die Proportionen passen. Von einem 899-€-Rad erwartet man das nicht.
Unterm Strich ist die Verarbeitung der Punkt, an dem du den Preis merkst. Der Flugrost nach zwei Tagen ist ein echtes Manko, keine Kleinigkeit.
Motor und Performance: Kann das Touroll S2 Pro im Test überzeugen?
86,6 % im Performance-Kapitel. Beschleunigung und Motorleistung holen die volle Punktzahl, und trotzdem fehlt zum Spitzenwert einiges. Der Grund steckt in einem Detail, das man erst beim Fahren merkt.
Fünf Unterstützungsstufen mit festen Geschwindigkeiten
Touroll staffelt die Unterstützung nicht über die Leistung, sondern über die Geschwindigkeit. Jede Stufe hat ihr eigenes Limit:
| Unterstützungsstufe | Motor unterstützt bis |
|---|---|
| PAS 1 | 12 km/h |
| PAS 2 | 15 km/h |
| PAS 3 | 18 km/h |
| PAS 4 | 21 km/h |
| PAS 5 | 25 km/h |
Damit ist klar, warum du für die vollen 25 km/h auf Stufe 5 unterwegs sein musst: Auf Stufe 3 hört die Unterstützung bei 18 km/h auf. Schneller wirst du trotzdem – nur eben aus eigener Kraft.
Im Alltag pendeln wir meist auf Stufe 3 oder 4 und liegen damit bei 20 bis 22 km/h. Der Motor trägt bis 18 oder 21 km/h, den Rest holen die Beine. Das schont den Akku spürbar, und genau dieser Fahrweise entspricht unser Normal-Reichweitenwert von 83 km. Wer dauerhaft Stufe 5 fährt, zahlt das direkt mit Reichweite.

25,2 km/h laut GPS – und was im Alltag übrig bleibt
Bei der Höchstgeschwindigkeit haben wir per GPS 25,2 km/h gemessen. Das ist ein guter Wert: exakt im legalen Rahmen, ohne dass Touroll vorsichtshalber zu früh abriegelt. Im Verkehr schwimmst du damit problemlos mit.
Nur fährt kaum jemand dauerhaft Stufe 5. Höchste Stufe heißt höchster Verbrauch, und das schlägt direkt auf die Reichweite durch.
Beim Geräuschpegel liegt das S2 Pro bei 64 dB und damit leicht über dem ENGWE (61 dB), aber immer noch im unauffälligen Bereich. Lauter als der Motor sind ohnehin die vier Zoll breiten Reifen auf Asphalt.
Warum das Ansprechverhalten nur 3 von 5 Punkte holt
Du trittst an, und das Rad braucht einen Moment. Eine knappe Gedenksekunde, dann setzt die Unterstützung ein und zieht vehement los. Hörst du auf zu treten, schiebt der Motor noch ein Stück weiter.
Der Grund steckt in der Sensorik. Touroll verbaut einen Trittfrequenzsensor, der zwölf Signale pro Pedalumdrehung an die Steuerung überträgt. Das ist mehr als doppelt so fein wie bei einfachen PAS-Systemen mit fünf oder sechs Magneten, und man merkt es: Das S2 Pro reagiert schneller, als man es von günstigen E-Bikes kennt.
Was der Sensor aber nicht misst, ist deine Trittkraft. Er erkennt, dass und wie schnell du kurbelst – nicht, wie fest du drückst. Deshalb bleibt beim Anfahren die kurze Verzögerung, und deshalb läuft der Motor beim Aufhören noch nach. Ein Drehmomentsensor wie im ENGWE L20 3.0 Pro übersetzt die Kraft dagegen direkt.
Im Alltag gewöhnst du dich daran. An der Ampel im Stop-and-go merkst du es trotzdem jedes Mal.
Am Berg: genug Kraft, aber du musst treten
Die 57 Nm fühlen sich am Anstieg besser an, als die Zahl vermuten lässt. Das S2 Pro schlägt sich am Berg gut und kommt sauber hoch. Nur solltest du keine falsche Erwartung mitbringen: Das Rad fährt nicht von allein den Hügel hinauf. Du trittst mit, der Motor unterstützt – genau so, wie es ein Pedelec tun soll.
Wer schon mal auf einem 100-Nm-Mittelmotor saß, merkt den Unterschied. Für den Alltag reicht es völlig.
Reichweite im Test des Touroll S2 Pro
91 % – das beste Kapitel im gesamten Test. Und anders als bei vielen Herstellerversprechen halten die Werte hier einer Nachmessung stand.
720-Wh-Akku, entnehmbar und abschließbar
Im Rahmen steckt ein 48-V-Akku mit 15 Ah und 720 Wh Kapazität. Das ist für ein Rad dieser Preisklasse überdurchschnittlich viel – das ENGWE L20 3.0 Pro liegt bei gleicher Kapazität, kostet aber 800 € mehr.
Touroll verbaut den Akku hinter dem Sitz. Das Entnehmen klappt unkompliziert, ohne Fummelei und ohne Werkzeug – genau so soll das sein, wenn man ihn täglich mit in die Wohnung nimmt. Das schont die Zellen im Winter und macht das Rad für Diebe uninteressanter. Die Restkapazitätsanzeige auf dem Display arbeitet zuverlässig.

So haben wir die Reichweite gemessen
Für die Reichweite haben wir drei getrennte Durchgänge gefahren, statt einmal im Kreis zu rollen und hochzurechnen:
Der Normal-Wert kommt also aus echtem Alltagsbetrieb mit Ampeln, Anfahren und wechselndem Untergrund – nicht aus einer geglätteten Testrunde. Das sind unsere Messwerte:
| Modus | Gemessene Reichweite |
|---|---|
| Eco | 102 km |
| Normal | 83 km |
| Sport | 66 km |
| Herstellerangabe | 150 km |
| Energieverbrauch | 5,07 Wh/km |
Touroll verspricht 150 km. Im Eco-Modus kommen wir auf 102 km, also gut ein Drittel weniger. Das klingt nach viel, ist in dieser Preisklasse aber im Rahmen – die 150 km gelten laut Hersteller für 70 kg Zuladung bei konstant 15 km/h und 20 bis 25 °C. Solche Laborwerte erreicht im Alltag niemand.
Der Wert, der für dich zählt, ist der Normal-Modus: 83 km. Bei einem Arbeitsweg von 12 km pro Tag lädst du damit alle sechs bis sieben Tage.
Der Energieverbrauch von 5,07 Wh/km ist für ein 31-kg-Rad mit vier Zoll breiten Reifen ein guter Wert – das Lankeleisi Golf-X braucht bei ähnlicher Bauweise 8 Wh/km.
Acht Stunden Ladezeit – und warum mich das nicht stört
Jetzt der Punkt, an dem die meisten Tests reflexhaft Kritik üben: Das S2 Pro lädt in sechs bis acht Stunden und kann kein Schnellladen. Auf dem Datenblatt sieht das schlecht aus, gerade neben dem ENGWE mit seinen zwei Stunden.
Mich stört es nicht. Der Akku ist entnehmbar, wandert abends mit in die Wohnung und hängt über Nacht an der Steckdose. Am nächsten Morgen ist er voll. Wer dieses Rad kauft, fährt damit zur Arbeit und zum Einkaufen – nicht 200 km am Stück mit Zwischenladung am Nachmittag.
Anders sieht es aus, wenn du mehrtägige Touren planst und unterwegs nachladen musst. Dann kostet dich die fehlende Schnellladung tatsächlich einen halben Tag.
Komfort und Ergonomie: Trotz fehlender Heckfederung überzeugt das Touroll S2 Pro
86,7 % im Komfort-Kapitel – und das bei einem Rad, dem die Heckfederung komplett fehlt. Wie das zusammenpasst, klärt sich beim Blick auf die Reifen.
Vorne 55 mm Federweg, hinten nichts
Vorne arbeitet eine Federgabel mit 55 mm Federweg. Hinten gibt es weder Rahmenfederung noch gefederte Sattelstütze. Auf dem Datenblatt sieht das nach einer klaren Schwäche aus.
In der Praxis übernehmen die Fat Tires diesen Job. 20 Zoll Durchmesser, vier Zoll Breite – das ist so viel Luftvolumen, dass die Reifen selbst als Federelement wirken. Bordsteinkanten und Kopfsteinpflaster kommen dadurch spürbar gedämpft an. Ein Ersatz für eine echte Heckfederung ist das nicht, für Radwege und Stadtverkehr reicht es aber locker.

Der Komfortsattel: bequem, aber nichts für Sportler
Touroll verbaut einen großen, breit gepolsterten Sattel. Auf dem sitzt du bequem, die Auflagefläche ist reichlich bemessen, und auch nach längeren Strecken gibt es keine Probleme.
Wer es sportlicher mag, wird ihn trotzdem tauschen wollen. Ein breiter Komfortsattel bremst bei zügiger Fahrt und schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Für ein Pendlerrad ist die Wahl richtig – deshalb 4,5 von 5 Punkten und kein voller Wert.
Tiefeinstieg und verstellbarer Lenker
Der Einstieg holt die volle Punktzahl. Der Step-Thru-Rahmen ist so tief, dass du dich mühelos aufs Rad schwingst – in Jeans, mit Rock oder mit schwerem Rucksack. Im Stop-and-go der Stadt, wo du an jeder Ampel ab- und aufsteigst, ist das Gold wert.
Was uns bei einem Klapprad besonders gefällt: Die Lenkerhöhe lässt sich verstellen, zwischen 112 und 120 cm. Bei Falträdern ist das keine Selbstverständlichkeit, weil der Klappvorbau die Konstruktion einschränkt. Touroll bekommt es trotzdem hin.
Der Hersteller gibt eine Körpergröße von 160 bis 195 cm an. Ich bin 1,78 m groß und hatte keinerlei Mühe, eine bequeme Position zu finden.
Die Ausstattung des Touroll S2 Pro im Test
81,3 % in der Ausstattung. Das Touroll kommt so vollständig, dass du nach dem Aufbau direkt losfahren kannst – und liefert bei einem Punkt sogar mehr, als deutlich teurere Räder bieten.
Helles Licht überzeugt im Test
Das Frontlicht des S2 Pro leuchtet schön hell und bietet damit auch bei Dunkelheit ausreichend Sicherheit.
In der Praxis heißt das, dass das Licht auch für unbeleuchtete Wege ausreicht – nicht nur, um gesehen zu werden, sondern um selbst etwas zu sehen. Im Stadtverkehr hatten wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, übersehen zu werden.


Shimano Tourney mit sieben Gängen
Verbaut ist eine Shimano-Tourney-Kettenschaltung mit sieben Gängen. Das ist nicht die hochwertigste Gruppe im Programm, funktioniert aber tadellos – beim Fahren gab es keine Aussetzer, keine hakeligen Gangwechsel.
Wichtiger als die Wertigkeit ist hier die Abstufung. Die sieben Gänge sind gut gestaffelt, und damit gleichst du genau das aus, was der Motor mit seinem trägen Ansprechverhalten liegen lässt. Am Berg legst du einen kleinen Gang ein und trittst durch, statt auf die Unterstützung zu warten.

Display, Ständer und Lieferumfang
Das 2,6-Zoll-LCD-Display ist klein, aber gut. Geschwindigkeit, Unterstützungsstufe, Akkustand, Tageskilometer – die relevanten Daten hast du im Blick, mehr braucht es an einem Pendlerrad nicht.
Der Ständer holt die volle Punktzahl. Das Rad steht sicher und kippelt nicht, auch mit beladenem Gepäckträger. Konstruktiv ist das Standardware, sie erfüllt ihren Zweck aber besser als beim ENGWE, das hier nur 4 von 5 Punkten bekommt.
Ebenfalls dabei: Schutzbleche vorne und hinten, ein Gepäckträger hinten für bis zu 25 kg und das Werkzeug für den Aufbau. Einen Frontgepäckträger liefert Touroll nicht mit – den würde ich immer nachrüsten, gerade an einem Rad, das für Einkäufe und Alltag gedacht ist.
Was dem Touroll S2 Pro fehlt
Zwei Dinge sucht man vergeblich: eine App und einen USB-Port. Bei einer UVP von 899 € kann man darüber diskutieren, ob das überhaupt zu erwarten wäre. Wenn du dein Smartphone unterwegs zur Navigation nutzt, fehlt dir die Lademöglichkeit trotzdem.
Unterm Strich stimmt die Basis. Licht, Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer, Schaltung – alles da und alles funktionsfähig. Extras bekommst du keine, dafür zahlst du auch nur die Hälfte dessen, was vergleichbare Räder kosten.
So schlägt sich das Touroll S2 Pro beim Thema Sicherheit
78,5 % – nach der Verarbeitung das zweitschwächste Kapitel. Dabei liegt es nicht an den Bremsen, im Gegenteil.
Die Bremswege im Test
Unsere Messwerte aus 25 km/h im direkten Vergleich mit dem Testsieger unseres E-Klapprad-Vergleichs:
| Bremsung aus 25 km/h | Touroll S2 Pro | ENGWE L20 3.0 Pro |
|---|---|---|
| Vorderrad | 5,57 m | 5,76 m |
| Hinterrad | 5,83 m | 6,21 m |
| Kombiniert | 5,29 m | 5,33 m |
Das Touroll bremst in allen drei Disziplinen kürzer als das ENGWE – und das mit mechanischen Scheibenbremsen, während im ENGWE hydraulische verbaut sind. Die 180-mm-Scheiben vorne und hinten ziehen kräftig an, und im Alltag hatten wir nie das Gefühl, nicht rechtzeitig zum Stehen zu kommen.
Ein Wort zur Einordnung: Bremswege sind Indikationen, keine Laborwerte. Untergrund, Staub auf der Fahrbahn, minimale Abweichungen in der Ausgangsgeschwindigkeit – all das schwankt zwischen zwei Messtagen. Wir messen bei jedem Rad nach demselben Verfahren, aber Nachkommastellen sollte man nicht überbewerten.
Kein Pannenschutz – ausgerechnet beim Fatbike
Die Reifen kommen ohne Pannenschutz. Bei einem Fatbike wiegt das schwerer als bei einem normalen Stadtrad, weil die breiten Mäntel im Alltag mehr Fläche über Glasscherben und spitze Steine ziehen. Einen Platten haben wir bei dieser Radgattung schon häufiger erlebt.
Und die Reparatur ist bei 20 x 4 Zoll kein Fünf-Minuten-Job: Mantel runter, Schlauch flicken oder tauschen, alles wieder montieren. Wer viel im urbanen Raum unterwegs ist, sollte hier nachrüsten.
Ohne Diebstahlschutz ist ein gutes Schloss Pflicht
Diebstahlalarm, Bewegungserkennung, GPS-Ortung – nichts davon ist an Bord. Das ENGWE L20 3.0 Pro bringt ein komplettes IoT-Modul mit, hier suchst du vergeblich.
Bei 899 € ist das nachvollziehbar. Für dich heißt es allerdings: Ein gutes Schloss ist Pflichtprogramm, kein Zubehör. Wer sein Rad regelmäßig draußen abstellt, sollte zusätzlich über eine E-Bike-Versicherung nachdenken – gerade weil das S2 Pro selbst nichts zur Diebstahlsicherung beiträgt.
IPX4: das größte Manko
Der Wasserschutz liegt bei IPX4, also lediglich Schutz gegen Spritzwasser. Touroll rät selbst von Fahrten im Regen ab. Für ein Rad, das als Alltags- und Pendlerfahrzeug beworben wird, ist das aus meiner Sicht die deutlichste Schwäche im gesamten Test. Zusammen mit dem Flugrost an Schrauben und Rahmen ergibt das ein klares Bild: Das S2 Pro will trocken stehen.
Deutlich besser sieht es beim Staubschutz mit IP7X aus. Schotterwege und trockene Feldwege sind kein Problem.
Reflektoren musst du nachrüsten
Das S2 Pro kommt mit Reflektoren – allerdings nur mit einem pro Laufrad. Vorgeschrieben sind zwei. Damit ist das Rad ab Werk nicht vollständig StVZO-konform.
Reflektierende Streifen an Reifen oder Felgen gibt es ebenfalls nicht. Beides lässt sich für wenige Euro nachrüsten und ist in Minuten erledigt – du musst es nur wissen und tun.

Touroll S2 oder S2 Pro: Wo liegt der Unterschied?
Touroll bietet das S2 in zwei Varianten an, und die Namen sind verwirrend ähnlich. Der zentrale Unterschied liegt beim Antrieb: Das S2 Pro bringt mehr Spitzenleistung mit – 750 W statt der schwächeren Basisauslegung.
Spürbar wird das genau dort, wo ein E-Bike an seine Grenzen kommt: an Steigungen, bei Gegenwind und wenn du mit beladenem Gepäckträger unterwegs bist. Auf flacher Strecke im Stadtverkehr wirst du zwischen beiden Modellen kaum einen Unterschied merken.
Rahmen, Faltmechanismus, Akkugröße und die 20 x 4 Zoll Fat Tires sind bei beiden Varianten gleich. Wenn du überwiegend eben unterwegs bist, reicht das günstigere S2. Wohnst du am Hang oder transportierst regelmäßig Lasten, ist der Aufpreis für das Pro gut angelegt.
⚠️ REDAKTIONSHINWEIS – vor Veröffentlichung prüfen und entfernen
Dieser Abschnitt beruht auf Herstellerangaben und Fremdquellen, nicht auf einem eigenen Test des Touroll S2. Zu prüfen: exakte Motorleistung des S2, Bremsengröße (Quellen nennen sowohl 160 als auch 180 mm) und Preisdifferenz. Entweder verifizieren oder den Abschnitt auf gesicherte Aussagen kürzen.
Touroll S2 Pro: unsere Erfahrungen nach einer Woche im Test
Wir haben das Touroll S2 Pro über den Zeitraum einer Woche sehr intensiv getestet – Pendelalltag, Verbrauchsfahrten, Stadtverkehr und zwei Tage im Freien. Das ist uns dabei aufgefallen:
- Großer 720-Wh-Akku
- Faltbarer Rahmen
- Fat Tires mit gutem Komfort
- 750 W Spitzenleistung und 57 Nm Drehmoment
- Akku herausnehmbar und abschließbar
- Shimano 7-Gang-Kettenschaltung und Federgabel mit 55 mm Federweg
- Tiefer Einstieg
- Mit 31 kg sehr schwer
- Ladezeit von 6–8 Stunden
- IPX4 – nur spritzwassergeschützt
- Stahlrahmen statt Aluminium
Fazit zum Touroll S2 Pro Test
84 % Gesamtwertung für ein E-Klapprad, das 899 € kostet. Diese Zahl allein sagt schon einiges – aber sie erklärt nicht, wo das Rad wirklich hingehört.
Das S2 Pro ist kein Premium-Bike, und es versucht auch nicht, eines zu sein. Was du bekommst, ist eine solide Basis: 720 Wh Akku, 83 km gemessene Reichweite im Alltag, kurze Bremswege und ein helles Frontlicht, das deutlich teurere Räder alt aussehen lässt. Was du nicht bekommst, ist Feinschliff – der Flugrost nach zwei Tagen im Freien, IPX4, der Stahlrahmen und die träge Motorunterstützung sind die Rechnung für den Preis.
Für wen eignet sich das Touroll S2 Pro?
In genau diesem Segment ist das S2 Pro aus meiner Sicht eines der spannendsten Räder auf dem Markt.
Für wen ist das S2 Pro nichts?
Wer ein hochwertig verarbeitetes Rad will, schaut sich besser woanders um. Das ENGWE L20 3.0 Pro und das Lankeleisi Golf-X sind in Verarbeitung, Antrieb und Wetterschutz klar überlegen – kosten aber auch das Doppelte. Einen Überblick über alle Modelle findest du in unserem E-Klapprad-Vergleich, breiter aufgestellt ist unser E-Bike-Vergleich.
Ebenfalls nichts für dich, wenn das Rad dauerhaft draußen stehen soll. Bei IPX4 und einem Stahlrahmen ist das keine gute Idee.
Würde ich das Touroll S2 Pro selbst kaufen?
Wahrscheinlich nicht. Aber ich bin da ausdrücklich nicht der Maßstab: Ich schaue mir privat lieber die hochwertigen, teuren Bikes an, und mein Anspruch an Verarbeitung liegt entsprechend hoch. Wer 899 € ausgeben will und dafür ein funktionierendes, reichweitenstarkes Klapprad sucht, trifft mit dem S2 Pro eine vernünftige Wahl.
Häufige Fragen zum Touroll S2 Pro
In unserem Test haben wir 102 km im Eco-Modus, 83 km im Normal-Modus und 66 km im Sport-Modus gemessen. Die Herstellerangabe von 150 km gilt für 70 kg Zuladung bei konstant 15 km/h und 20 bis 25 °C – also unter Idealbedingungen.
Sechs bis acht Stunden. Eine Schnellladefunktion gibt es nicht. Da der 720-Wh-Akku entnehmbar ist, lädst du ihn am besten über Nacht in der Wohnung – dann fällt die lange Ladezeit im Alltag kaum ins Gewicht.
Fast. Beleuchtung, Klingel und die Abregelung bei 25 km/h erfüllen die Vorgaben. Pro Laufrad ist allerdings nur ein Speichenreflektor verbaut, vorgeschrieben sind zwei. Den zweiten musst du für wenige Euro nachrüsten.
Das Rad wiegt 31 kg, das Versandpaket 38 kg. Zusammengefaltet passt es in den Kofferraum eines Kombis oder ins Wohnmobil. Tragen solltest du es aber nicht über längere Strecken – dafür ist es zu schwer.
Ja. Der 720-Wh-Akku sitzt hinter dem Sitz, ist abschließbar und lässt sich ohne Werkzeug herausnehmen. Das erleichtert das Laden in der Wohnung und schützt die Zellen im Winter vor Kälte.
Touroll gibt 160 bis 195 cm an. Die Lenkerhöhe lässt sich zwischen 112 und 120 cm verstellen, die Sattelhöhe zwischen 80 und 95 cm. Bei 1,78 m Körpergröße haben wir problemlos eine bequeme Position gefunden.
Besser nicht. Das Rad ist nur nach IPX4 gegen Spritzwasser geschützt, und Touroll rät selbst von Regenfahrten ab. Dazu kommt der Stahlrahmen: In unserem Test hat sich nach zwei Tagen im Freien bereits Flugrost an Schrauben gezeigt.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Motorspitzenleistung. Das S2 Pro liefert bis zu 750 W und hat damit mehr Reserven an Steigungen, bei Gegenwind und mit Gepäck. Rahmen, Faltmechanismus, Akku und Bereifung sind bei beiden Varianten identisch.




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